ZEIT Online schreibt über das Vorkommen von Verbitterung bei Menschen.
Verbitterung hat Konjunktur zeigt die Studie – gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Am häufigsten trifft es die sozial benachteiligten – gefährdet sind aber alle Gesellschaftssschichten. Jedem kann etwas geschehen, dass zu Verbitterung führt: “ein unwürdiges Dasein im Alter, in dem keiner fragt, was man zuvor im Leben geschafft hat. Eine Kündigung, die eines Morgens im Briefkasten liegt, oder ein Partner, der verschwindet, kaum dass die Kinder aus dem Haus sind.” – oder bei Jugendlichen wie im Falle des Amoklaufes im März.
Woran liegt es aber, dass es bei einigen Menschen so gravierende Auswirkungen hat und andere Ereignisse wegstecken? Vielfach hat es damit zutun, dass die Kontrolle über das Leben verloren wird.
Depressive Menschen suchen die Schuld bei sich selbst, verbitterte Menschen suchen die Schuld überall – nur nicht bei sich selbst. Dadurch entsteht eine Angst, Hass und Aggression gegen die Welt um sich herum.
Gefährlich wird es, wenn diese Gefühle vor Allem die Aggression nach Außen tritt.
In der Arbeit mit Jugendlichen bemerke ich es immer wieder, dass die Schuld oft bei anderen gesucht wird. Muss nicht zwangsläufig heißen, dass da Verbitterung herrscht – oft hat es auch mit dem Gerechtigkeitsempfingen zutun. Ich glaube aber, dass es etwas elementares ist zu lernen, dass man bei allen Prozessen, Konflikten und Problemen zu einem gewissen Teil selbst daran beteiligt ist.
Ein zweiter Punkt, der damit zusammenhängt ist das Selbstbewusstsein. Wenn das Selbstbewusstsein früh angeschlagen ist, können objektiv betrachtete ganz harmlose Ereignisse z.B. Ablehnung der Schulkameraden, ein Lehrer der einen auf den Kieker hat, die Freundin die aus unerklärlichen Gründen Schluss macht, soweit führen, dass von dem Selbstbewusstsein nichts mehr übrig ist und der Jugendliche glaubt sein Leben egal was er tut nicht mehr unter Kontrolle haben.
Möglicherweise ist dann ein Amoklauf die einzige Möglichkeit zu sehen, dass er doch etwas unter Kontrolle hat und eine subjektive Gerechtigkeit wieder herzustellen.
Was kann man tun?
Um einem Jugendlichen zu zeigen, dass er sein Leben unter Kontrolle hat, dass er etwas wert ist auch wenn alle um ihn herum etwas anderes zeigen brauch Zeit, Beziehung und Einfühlungsvermögen. Hilfe bei Entscheidungen zu geben – Vor und Nachteile abzuwägen und mit einer schlechten Entscheidung auch leben zu können, eine gesunde Sicht zu eigenen Fehlern und das Herausfinden von eigenen Stärken und Schwächen gehört dazu