Archives for posts with tag: Wachstum

Seit über einem Jahr habe ich nicht mehr an der Serie über das Buch: Jugendarbeit mit Vision geschrieben. Die Zeit und die Motivation war einfach nicht mehr da.
Ganz gestorben ist das Ganze weiter zu machen nicht, daher gehts jetzt einfach mal weiter.

Oft ist es so, dass Jugendliche sich nur über die Veranstaltungen und Programme der Jugendarbeit weiterentwickeln und wachsen. So lange ein Programm da ist, entwickelt er sich weiter und lernt Neues dazu. Die meisten kennen viele christliche Dogmen, wissen über Bibel und Theologie Bescheid, haben aber nie gelernt ihren Glauben zu leben und geistlich weiterzukommen.
Jüngerschaftsprogramme zu definieren und zu entwickeln ist schwierig und nicht pauschalierbar, da Jugendliche einzigartige Wachstumsmuster haben – sie reagieren auf geistlichen Input völlig unterschiedlich. Das Ziel bei Jüngerschaft ist es, den Jugendlich zu helfen Jesus immer ähnlicher zu werden. Bei einigen Jugendlichen dauert es sechs Monate bis man irgendwas Nennenswertes sieht, bei einigen dauert es mehrere Jahre.
Daher ist es wichtig eine Beziehung zu den Jugendlichen zu haben, das Vorgehen in der Jüngerschaft muss immer persönlich sein.
Jüngerschaft dann aber nicht an die Begleitperson (du z.B.) abhängig gemacht werden. Jesus bereitete seine Jünger kontinuierlich darauf, dass er sie verlassen würde.
Jugendliche müssen geistliche Gewohnheiten lernen, damit sie ab einen gewissen Zeitpunkt auf eigenen Füßen stehen können. Viel zu oft gibt es bibelfeste Jugendliche, die alle die richtige Antwort kennen, bringen aber keine Früchte + treffen fast täglich falsche Entscheidungen

Definiere hilfreiche geistliche Gewohnheiten

Bevor du die richtigen Hilfsmittel für das geistliche Wachstum entwickeln kannst, musst du die Gewohnheiten erst identifizieren, die deine Jugendlichen später besitzen und pflegen sollen.
Hier sind beispielhaft sechs Gewohnheiten aufgelistet:

  • Regelmäßig Zeit mit Gott verbringen, bei der sie beten und in der Bibel lesen
  • Verantwortliche Beziehungen zu anderen Christen haben und pflegen
  • Sich dem Leib Christi, also der Gemeinde, als Ganzes angliedern (nicht nur der Jugendarbeit)
  • Die Prinzipien des Gebens und des Zehnten verstehen
  • Sich Schlüsselstellen der Bibel einprägen
  • Die Bibel aus eigenem Antrieb lesen

Finde oder erfinde Hilfsmittel (Werkzeuge), um diese Gewohnheiten zu trainieren

Wenn die Gewohnheiten definiert sind, ist es wichtig zu fragen, wie können diese Gewohnheiten entwickelt werden. Was für Werkzeuge oder Hilfsmittel gibt es? Eine Garantie gibt es auch hierfür natürlich nicht, aber du kannst vermeiden, dass die Jugendlichen sich von einem Programm oder einen Leiter abhängig machen.
Es gibt viele Hilfsmittel die man kaufen kann, meistens ist es aber doch so, dass es bei den Jugendlichen besser ankommt, wenn sie selber erstellt wurden. Daran wird deutlich, dass es dir wirklich am Herzen liegt.
Zwar kannst du dann höchstwahrscheinlich mit einem Top gestaltendem Material eines Verlages mithalten, aber du hast ein brennendes Herz, das ist wichtiger!

Die letzten Tage und Wochen sind gefüllt mit vielen Gedanken und Fragen die einen beschäftigen. Es gibt nur zuwenig Zeit sich damit zu beschäftigen.
Ich frage mich angeregt durch das Buch “Unchristlich” -aus dem ich bisher nur ein paar Seiten gelesen habe, was mein Umfeld, meine Arbeitskollegen, Nichtchristen für ein Bild von mir haben. Prof. Michael Herbst schreibt direkt im Vorwort, dass bevor Nichtchristen mit dem Evangelium konfrontiert werden, sie mit dem Christen konfrontiert werden. Und diese Begegnung trägt einiges dazu bei, wie dann irgendwann die Begegnung mit dem Evangelium ausgeht.
Also wie lebe ich, wie rede ich, wie gebe ich mich? Wie sollte ich mich geben, angesichts dessen, dass ich als Christ heilig bin und weil Gott heilig ist, ich also auch heilig leben soll. Was heißt es Jesus mit allem was ich habe nachzufolgen? Mein Leben gestaltet sich also zu einem großen Maße darin, was für ein Bild ich von Gott habe. Was meint Petrus wenn er in 1. Petr. 14-18 schreibt:

14 Seid gehorsame Kinder und lasst euch nicht mehr von euren Begierden treiben wie früher, in der Zeit eurer Unwissenheit. 15 Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden. 16 Denn es heißt in der Schrift: Seid heilig, denn ich bin heilig. 17 Und wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht.

Gute Anregungen kriege ich auch durch das Buch “Jesus” von Klaus Berger, dass ich nur empfehlen kann.

Die nächste Frage ist, was ist geistliches Wachstum? Lässt sich Wachstum messen? Ist jemand geistlich reif und wächst sobald er mehrere Dienste in der Gemeinde übernimmt? Wie merke ich, ob ich nicht mehr wachse?

Viele Gedanken und viele Fragen, aber es geht weiter und ich denke ich werde immer mehr verstehen – hoffe ich zumindest…

Das Gute an Kleingruppen

Das Wort von Paulus an die Thessalonicher könnte ein Werbeslogan für Kleingruppen sein: „Ich hatte solch eine Zuneigung zu euch, dass ich bereit war, nicht nur Gottes Gute Nachricht mit euch zu teilen, sondern auch mein eigenes Leben. So lieb hatte ich euch gewonnen (1. Thess. 2,8)
In den Gruppenveranstaltungen teilen wir das Evangelium mit den Jugendlichen, in den Kleingruppen teilen wir unser Leben.

Kleingruppen ermöglichen persönliche Beziehungen

Jugendliche mögen es ab und zu auch anonym irgendwo dabei zu sein. Wenn man sie aber vor die Wahl stellen würde, ein unbekanntes Gesicht oder ein wohl bekanntes Mitglied einer kleinen Gruppe zu sein, würden sie sich garantiert für das letztere entscheiden.
Als Jugendleiter kennt man wahrscheinlich viele Leute und auch alle Jugendlichen der Jugendgruppe, aber die Mitglieder der Kleingruppe kennt man wirklich, mit all den Schwächen und Stärken, Konflikten, Ängsten und was in deren Familien läuft. Diese Intimität ist der Grund, warum wir gleichzeitig größer und auch kleiner werden wollen – größer durch Wachstum und kleiner durch die Kleingruppe.
Gerade wenn die Jugendgruppe immer größer wird, brauchen die Jugendlichen umso dringender eine kleine ihnen wohlbekannte Gruppe

Kleingruppen ermöglichen Jugendlichen, sich mitzuteilen

Während einer größeren Veranstaltung werden die meisten Jugendlichen der Predigt zuhören und auch wenn sie Möglichkeit haben ihre Meinung weiterzugeben, so werden doch die meisten ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben.
In einer Kleingruppe ist dies anders. Dort herrscht eine Atmosphäre des Vertrauens, wo auch mal andere Fragen und Aussagen gefragt und gemacht werden können.

Kleingruppen ermöglichen Jugendlichem, ihren Glauben für sich persönlich zu entdecken

Kleingruppen machen die persönliche Anwendung des Glaubens möglich. Viele Predigten gehen bei der Anwendung nicht genug in die Tiefe. In Kleingruppen können Anwendungen diskutiert, vertieft und im Nachhinein auch ausgewertet werden.
Der Inhalt der Bibel muss besprochen und auf das Leben übertragen werden. Viele persönliche Erlebnisse und Geschichten können gemeinsam dazu beitragen, dass dies gelingt

Kleingruppen ermöglichen verantwortliche Beziehungen

Das Teilen und Teilhaben öffnet in einer Kleingruppe die Tür zur Verantwortlichkeit. Wenn ein Jugendlicher ankündigt, er werde eine Anwendung ausprobieren, so kann er fast sicher sein, dass der Rest der Gruppe ihn nächste Woche danach fragen wird. Als Christ zu leben, ist zu schwierig um es alleine schaffen zu können. Hier bei ist wichtig, dass man einander die Sünden bekennt (Jak. 5,16)

  • dem anderen dient (Gal 5,13)
  • den anderen akzeptiert (Röm 15,7)
  • dem anderen vergeben (Kol 3,13)
  • den anderen grüßen (Röm 16,16)
  • die Lasten des anderen tragen (Gal 6,2)
  • sich um den anderen kümmern (Röm 12,10)
  • den anderen ehren (Röm 12,10)
  • den anderen unterrichten (Röm 15,14)
  • uns dem anderen unterordnen (Eph 5,21)
  • den anderen ermutigen (1 Thess 5,11)

Ich habe schon vor längerer Zeit auf der Seite roots-project.net (Fragt mich nicht, warum sie nicht geht ;-) ) eine sehr interessante Aufstellung von 7 Basics für wachsende Jugendarbeit gelesen, die ich euch hier mal vorstellen will.

1. Prozess statt Programm
Entscheidend ist nicht wie unsere Jugendarbeit,
sondern wie unsere Jugendlichen sind

“Ich habe von Gott alle Macht im Himmel und auf der Erde erhalten. Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu Jüngern! Tauft sie und führt sie hinein in die Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist! Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer und überall bei euch, bis an das Ende dieser Welt!”
(Jesus gibt den Missionsbefehl in Matthäus 28,18-20)

  • Der grösste Teil der Leiter macht sich mehr Gedanken um die Jugendarbeit (Programme und Formen) als um die Jugendlichen – das ist grundlegend falsch!
  • Programme dienen lediglich dazu, den geistlichen Wachstums-Prozess der Jugendlichen optimal zu ermöglichen und zu unterstützen.
  • Die wesentliche Frage, auf die wir als Leiter eine Antwort wissen müssen ist: Was muss bei unseren Jugendlichen als nächstes geschehen?
  • Leitbilder und Visions- Formulierungen sind gut, oft aber viel zu allgemein gehalten. Jeder weiss, dass aus den Jugendlichen leidenschaftliche Jünger Jesu werden sollen. Die entscheidende Frage ist aber, wie das geschehen kann und welches die nächsten Schritte sind!
  • Auftragsorientierte Jugendarbeit ist zentral. Meistens stehen die 5 Aufträge (Jüngerschaft, Evangelisation, Gemeinschaft, Anbetung, Dienst) jedoch nur auf dem Papier und die Jugendarbeit wird nicht radikal darauf ausgerichtet.
  • Leiter müssen sich in Bezug auf die geistlichen Wachstums- Prozesse der Jugendlichen konkrete Ziele stecken und alles daran setzen, dass sie erreicht werden.