Worum gehts?

In der Sendung werden mehreren jugendlichen Paaren Babys anderer Eltern für einen mehrtägigen Zeitraum zur Betreuung übergeben. Diese jungen Paare sollen die fremden Kinder “rund um die Uhr” betreuen und versorgen. Der Sender begründet die Produktion dieser Sendereihe wie folgt: Immer mehr Teenie-Paare wünschen sich ihr eigenes Familienglück und wollen ein Kind bekommen. Windeln wechseln, schlaflose Nächte, Kindergeschrei und ganz viel Verantwortung. Wissen die Jugendlichen überhaupt, was da auf sie zukommt? Um das herauszubekommen, nehmen vier Teenager-Paare an einem Experiment teil. Bei “Erwachsen auf Probe” sollen sie ab Mittwoch, 3. Juni bei RTL selbst herausfinden können, ob der Traum von der eigenen Familie für sie jetzt schon in Frage kommt.
Quelle: PRESSEMAPPE RTL

Die Idee ist löblich, die Umsetzung fatal – in vielerlei Hinsicht!

  1. Menschen im Bereich des Kinderschutzes sowie Kinder- und JugendpsychologInnen, -therapeutInnen und -psychiaterInnen sind entsetzt, weil die Bedürfnisse der Babys durch dieses “Menschenexperiment” nicht nur aufs äußerste missachtet werden, sondern es darüber hinaus zu befürchten ist, dass schwere Bindungsstörungen auftreten, im schlimmsten Fall sogar Traumatisierungen entstehen können. Durch die Trennung von den primären Bezugspersonen über mehrere Tage entsteht bei den Babys erheblicher Stress durch Verlassenängste und Fremdheitsgefühle. Dies ist eine Form der Kindesmisshandlung, die nicht auch noch öffentlich dokumentiert werden darf!
  2. Die Eltern, die diesem “Experiment” zustimmen, vernachlässigen in grober Weise ihre Fürsorge- und Aufsichtspflicht, da die Jugendlichen in keiner Weise auf die Bedürfnisse und Erfordernisse von Babys sensibilisiert sind und für den Umgang mit Babys auch keine Qualifikation erworben haben. Hierin ist eine konkrete Kindeswohlgefährdung zu sehen.
  3. Für den Fall, dass die Eltern für dieses Experiment mit ihren Kindern Geld vom Sender erhalten haben, ist daher zu prüfen, ob hier von kommerzieller Ausbeutung gesprochen werden muss. In diesem Falle wäre zu überlegen, gegen den Sender und die Eltern Anzeige zu erstatten. Kinder werden auch für Werbezwecke “vermarktet”, in diesen Fällen sind jedoch Eltern(-teile) anwesend die sofort auf ihre Kinder reagieren können, sodass die Einhaltung kindlicher Bedürfnisse gewährleistet ist. Im Fall der RTL-Sendung ist genau dies nicht der Fall, wenn die Kinder vier Tage in Obhut fremder, unerfahrener Menschen sind.
  4. Der gesellschaftliche Schaden dieser Sendung ist nicht abzusehen! Die mit der Sendung übermittelte Botschaft: “Kinder kann man einfach zu Experimenten weitergeben” hebelt alle Kinderschutzbemühungen der letzten Jahre aus und muss eine deutliche gesellschaftliche Antwort erfahren!

Wer dagegen protestieren möchte, kann das hier tun.

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