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Glänzende Augen lasen in einem Liebesbrief folgende Worte in blumiger Sprache: „Mein Schatz, ich würde die tiefsten Täler durchqueren, den höchsten Gipfel erklimmen, die heissesten Wüsten durchwandern und die weitesten Meere durchschwimmen, nur, um bei Dir sein zu können.“ Nach diesem poetischen Höhenflug kam im Nachsatz der bittere Absturz: „P.S.: Ich komme nächsten Samstag zu Dir, wenn es nicht regnet.“ Da hörten die Augen aber auf zu glänzen. So war es also um seine Sehnsucht bestellt! Von wegen „Ozeane durchqueren…“, und dann halten ihn ein paar Regentropfen davon ab, seinen Schatz aufzusuchen. Kein Wort von dem, was er da zuerst geschrieben hatte, glaubte sie ihm mehr.

Ich weiss nicht, wie die Geschichte dieses Paares weiterging. Wie auch immer, die Worte des jungen Mannes machen mich nachdenklich. Sie erinnern mich irgendwie ein bisschen an mich. Geht es mir nicht manchmal ganz ähnlich? Ich meine hier nun in Bezug auf Gott und seinen Willen für mein Leben. Ist es bei mir nicht auch so, dass ich Gott oft sage, was er mir bedeutet, was ich alles für ihn tun möchte – und dann in meinem Leben doch zeige, dass mein Herz an vielem anderen, an Vergänglichem hängt? Was kommt mir da nicht alles über die Lippen! Wie hab ich mit dem einen Lied schon beteuert: „Ich entsage willig allen Eitelkeiten, aller Erden Lust und Freuden.“ Wie bitte? Meine Frau würde niemals auf mich kommen, wenn ich sie fragen würde, von wem dieser Satz stammen könnte! Oder wie heisst es in dem neueren Lied: „Du bist alles für mich!“ Ist das wirklich so? Wenn es darauf ankommt, zeige ich da nicht mit meinem Handeln, dass mein Herz oft genug mehr für anderes schlägt? Plötzlich kann ich mich in dem jungen Mann von vorhin wieder erkennen.

Wem gehört mein Herz? Was ist mir wirklich wichtig? Wofür investiere ich mich? Spiegelt die Prioritätensetzung in meinem Alltag wieder, was ich am Sonntag beteuere? Ist Gott auch unter der Woche alles für mich? Bin ich bereit zu verzichten, um Gott besser dienen zu können? Es ist doch so: was mir wirklich wichtig ist, dafür bringe ich mich ein. Da setze ich alle Hebel in Bewegung, um das Ziel zu erreichen. Jesus drückt es so aus: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Das kann ich nachvollziehen.

Jesus mahnt uns hier, die Prioritäten wieder richtig zu setzen. Wert hat nur das, was ewig, was über meinen Tod hinaus Bestand hat. Dafür soll mein Herz wieder neu schlagen. Ich möchte meinen Blick für das, was wirklich wichtig ist, wieder neu von Gottes Geist schärfen lassen und auch wieder neu demgemäss handeln. Gerade jetzt.

Posted by Reini

Matth. 23,23
Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr gebt Gott den Zehnten Teil von allem, sogar noch von Gewürzen wie Minze, Dill und Kümmel; aber um das Wichtigste an seinem Gesetz, um Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue, darum kümmert ihr euch nicht. Dies solltet ihr tun, ohne das andere zu lassen!

Dieser Vers gilt uns auch heute: Klar gehören Sachen in dem Leben eines Christen, wie Spenden, Fasten etc. dazu, aber das ist nicht worauf es ankommt. Worauf es ankommt, was Gott will und was auch die Priorität eines Christen sein sollte, finde ich zeigt folgender Vers sehr gut:

Micha 6,8
Der Herr hat dich wissen lassen, Mensch, was gut ist und was er von dir erwartet: Halte dich an das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!

Was sind also wesentliche Dinge worauf es ankommt?

  1. Die Beziehung zu Gott
  2. Aus dieser Beziehung heraus meine Mitmenschen lieben (vgl. Matth. 22,39)
  3. Aus dieser Beziehung heraus die Gebote halten (das Recht), die Gott gibt.

Haggai war ein Phrophet der nach dem babylonischen Exil in Juda gewirkt hat. Er hat zu dem Juden gesprochen, die den Tempelbau (Esra 5,1) unter Esra aus paar Gründen vernachlässigt haben. Die Juden haben nämlich angefangen eher ihre Häuser schön zu machen, anstatt den Tempel

Haggai 1,9
Ihr habt viel erhofft und doch nur wenig geerntet; und wenn ihr es einbrachtet, blies ich es weg. Warum wohl? – Spruch des Herrn der Heere. Weil mein Haus in Trümmern liegt, während jeder von euch für sein eigenes Haus rennt.

Wozu sollten die Juden überhaupt einen Tempel bauen?
In erster Linie dafür, dass Gott überhaupt gegenwärtig in ihrer Mitte sein kann. Zum anderen will sich Gott durch den Tempel verherrlichen, indem ihn das Volk im Tempel anbetet und er es segnen kann.

Das ganze ist also eine Frage der Priorität…

Wofür könnte bei mir der “Hausbau” der Juden stehen? Was will ich zuerst fertig machen, bevor ich mich für Gott einsetze?
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