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Ein wenig von sich selbst allem zu widmen heißt, einen Großteil von sich selbst an nichts zu verschreiben.

Oft werden Menschen bewundert die viel tun und dauernd beschäftigt sind. Beschäftigtsein hat aber nichts mit Produktivität zu tun – volle Terminpläne sind selten gleichbedeutend mit einer hohen Produktivität.
Beobachtung und Analyse bestätigen, dass 20% unseres Einsatzes zu 80% unserer Effektivität führen.

Der Hauptgrund, warum wir zu viel tun ist, dass wir uns nie die Zeit genommen haben, um den Ausschnitt unseres Tuns zu entdecken, der den größten Unterschied ausmacht.

Hier einige Fragen, die helfen können ” das ureigene Ding” – seine Kernstärken zu finden:

  1. Was tust Du, was Dir aus Deiner Perspektive kaum Mühe macht, anderen aber als besondere Leistung erscheint?
  2. In welchen Bereichen hält man Dich für diezuständige Person?
  3. Was gefällt Dir an Deinen derzeitigen Aufgaben?
  4. Was würdest Du gerne delegieren?
  5. Womit entlockst Du anderen höchstes Lob und Anerkennung?
  6. In welchem Umfeld arbeitest Du gerne?
  7. Welches Umfeld meidest Du?
  8. Welcherlei Rat holen sich andere bei Dir?
  9. Wenn Du einem oder zwei Aspekten Dienes Jobs mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen könntest, welche wären das dann?

Eine weitere Methode um die Kernstärken und seine Kernaufgaben herauszufinden ist die Entwicklung von zwei Stellenbeschreibungen für einen selbst. In der ersten Beschreibung sollen die aktuellen Aufgaben, also die Realität beschrieben werden. Die zweite soll die ideale Stellenbechreibung, mit den Wunschaufgaben sein.

Sich für diese Dinge Zeit zu nehmen und mit seinem Leiter/Chef/Vorgesetzten, jemand der die Arbeitsweise kennt, zu besprechen wird Sinn machen!

Klar gibt es immer wieder auch Aufgaben, die nicht 100%ig mit den Stärken übereinstimmen, so etwas soll nicht zur Regel werden. Die Apostel in der Bibel sagten “es ist nicht richtig”, das sie von ihrer Kernaufgabe abrückten und delegierten.

Jemand sagte, dass delegieren, die einflussreichste Tätigkeit ist, die es gibt.

Ich lese momentan das Buch “Next Generation Leader” von Andy Stanley. Die ersten paar Seiten haben mich direkt beeindruckt und motiviert.

Er benennt 5 Grundbegriffe die für das äußerste Minimum einer Führüngspersönlichkeit gelten:

  • Kompetenz
  • Mut
  • Klarheit
  • Coaching
  • Charakter

In dem ersten Kapitel zum Thema Kompetenz schreibt er über das Märchen von Führungspersönlichkeiten, in denen es heißt, dass ein guter Frührungsmann in allem gut sein muss.
Viel sinnvoller ist es aber sich auf seine Stärken zu konzentrieren, diese bewusst zu entwickeln und die Schwächen zu delegieren.

Er nennt 5 Haupthindernisse, die einen Menschen hindern so zu denken.

  1. Das Streben nach Ausgewogenheit

    Die Vorstellung, wer andere führen will, müse selbst in jeder Hinsicht ein Vorbild sein hält davon ab sich nach seinen eigenen Stärken auszurichten. Wenn der Mensch an der Spitze einer Organisation nach Ausgewogenheit [bei sich selbst] strebt, nimmt er womöglich anderen in der Führungsmannschaft die Chance, in ihrem Bereich Spitzenleistung zu erbringen.
    Wenn jemand, der führen soll, versucht, selbst überall gut zu werden, senkt er das Niveau der Führungsqualitäten einer Organisation und das wiederum zieht auch das Niveau der Führungskräfte um ihn herum nach unten.

  2. Unvermögen, zwischen Autorität und Kompetenz zu unterscheiden
    Jeder in einer Führungsposition hat Autorität über Bereiche, von denen er keine Ahnung hat. Wenn dort die Autorität ausgeübt wird, können Projekte entgleist und Leute demotiviert werden, die Fähigkeiten verfügen, an denen es uns mangelt
  3. Unfähigkeit, zwischen Kompetenzen und Nichtkompetenzen zu unterscheiden
    Führungspersönlichkeiten, die auf einem gebiet erfolgreich sind, maßen sich häufig Kompetenzen auf Gebieten an, wo sie tatsächlich jedoch keine haben. Erfolg ist wie ein Rausch – und beim Rausch hat man die Realität selten im Griff. Führungskompetenzen neigen zu der Annahme, ihre Kernkompetenzen seien bereiter gestreut, als sie es tatsächlich sind. Das schlimme daran, je erfolgreicher sie werden, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ihnen jemand genau dieses Problem spiegelt.

    Aber Führungspersönlichkeiten haben auch ihre Grenzen. Und diese Grenzen, Schwächen zuzugeben ist eine wahre Stärke und bedarf einer menge Selbstsicherheit.

  4. Schuldgefühle
    Oft haben Führungspersönlichkeiten Schuldgefühle wenn sie Aufgaben delegieren, die sie selber nicht gut können oder nur sehr verkrampft erledigen können. Der andere verachte die Aufgabe ja bestimmt genauso wie die Führungsperson selbt. Aber die Schwäche kann für andere eine Chance sein.
  5. Mangelnde Bereitschaft, anderen eine Chance zu geben, sich zu profilieren
    In der Führung von Menschen geht es nicht immer darum, dass Dinge “richtig” erledigt werden. Es geht darum, dass Dinge erledigt werden – von anderen Menschen. Führen heißt, den Einsatz von anderen vervielfältigen, was automatisch heißt ihre Ergebnisse zu vervielfältigen.
    Wenn eine Führungsperson niemanden findet, an den etwas delegiert werden kann, ist sie selber schuld. Die Menschen die wir führen und die uns folgen stehen genau da, wohin sie geführt wurden.

Doug Fields schreibt in dem Kapitel weiter und im zweiten Teil über das Thema “Wie kann ich geistlich fit bleiben”, will ich daraus ein paar Sachen weitergeben.

Die Frage die zuerst aufkommt ist, die, woran man überhaupt merkt, dass man zuviel macht, dass die Zeit mit Gott zu kurz kommt.
Doug schreibt über sich selber, dass er das objektiv ziemlich gut an seinem Auto merkt. Sein Auto spiegelt oft die Geschwindigkeit seines Lebens wieder. Wenn er zuviel zutun hat, schenkt er seinem Auto zuwenig Aufmerksamkeit und das ist dann voll mit schmutziger Wäsche, Müll, Bücher, der Sporttasche, Getränkedosen, Müll, CDs, Sachen der Kinder und noch mehr Müll.

Es geht hierbei also um Warnsignale, die geistliche Missstände aufzeigen:

  • Verlust von Leidenschaft Gott, sein Wort oder der Dienst sind für dich nicht mehr spannend. Nichts kann dich motivieren.
  • körperliche Erschöpfung Tagsüber bist du oft ausgepowert und abends schläfst du sofort ein, wenn du dich hinlegst. Du bist so müde, dass du noch nicht einmal für ein paar Minuten wach bleiben kannst, um über den Tag nachzudenken
  • Gebetsvakuum Es ist schon lange her, dass du eine intensive Gebetszeit erlebt hast. Irgendwie schämst du dich, den ganzen Tag nicht mit Gott geredet zu haben. Aber wenn du betest, dann fühlt es sich seltsam und gezwungen an.
  • Zu einfaches Leben Unsere geistliche Reise beinhaltet normalerweise Spannungen und Versuchungen. Kampf ist eine notwendige Komponente für ein gesundes geistliches Leben. Wenn das Leben zu einfach ist, kann das ein Beweis dafür sein, dass du Überzeugungen ignorierst oder auf deine eigene Kraft und deine Gaben vertraust, anstatt Gott um die Kraft zu bitten, die du brauchst.
  • Pharisäertum Wenn dein persönliches geistliches Leben und deine Mitarbeit in der Gemeinde (Jugendstunden, Andachten) die gleiche geistliche Tiefe haben dann schöpfst du das Beste von deinem geistlichen Leben ab und bleibst fit. Wenn deine Predigten und Lehren tiefer sind als dein eigenes geistliches Leben, dann begibst du dich in die Gefahr in pharisäische Gewässer abzutreiben.
  • Verlust von Ehrfurcht Du kannst alles in deinem Leben rational erklären. Für Gottes Handeln ist kein Platz. Sein Wirken ist in einer kleinen Kiste nett verpackt

Sind dir diese Dinge bekannt? Hast du schon ähnliche Warnzeichen erlebt?
Wenn man die Warnzeichen erkannt hat, steht man vor einer Entscheidung: Entweder man leugnet sie, oder man arbeitet an ihnen.
Leugnen ist die praktischste Variante. Vor allem wenn man anfängt sich zu vergleichen (nach dem Motto: “Der ist noch viel schlimmer als ich…”)

Um an dem Warnzeichen zu arbeiten, muss man erst seinen Zustand eingestehen. Das ist oft mit Schmerz verbunden. Dabei kann es helfen, jemand anderen – einen anderen Christen zur Hilfe herbeizuziehen. Man muss da nicht alleine rauskommen.

Sich dieser ganzen Sache bewusst zu werden ist extrem wichtig. Das eigene Herz hat da hohe Priorität:

Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben
Sprüche 4,23

Gott geht es in erster Linie um dein Herz nicht darum, wie gut die Jugendarbeit gerade läuft.

Hier nun ein paar Ideen um aus einem geistlichen Tief herauszukommen bzw. wie man das geistliche Leben auch fit halten kann (Das ganze sind Ideen, von daher fühlt euch frei auch etwas hinzuzufügen)

  1. Strebe nach Regelmäßigkeit
    Prüfe zu erst wieviel Zeit du alleine mit Gott verbringst. Dazu zählt nicht irgendwelche Predigt- oder Andachtvorbereitungen. Nimm dir regelmäßig Zeit um in Gottes Gegenwart zu sein. Ich liebe diese Stelle:

    Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du alleine bist, schließ die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt belohnen
    Matth. 6,6 (Neues Leben)

    Ob du die Zeit mit Gott am Abend oder früh Morgens machst, ist dabei eigentlich unwesentlich. Du kannst dich fragen, wann die geringste Wahrscheinlichkeit besteht unterbrochen zu werden. Halte dir die beste Zeit des Tages frei für die beste Person in deinem Leben. Gott.

  2. Such einen “Reisebegleiter
    Sei mutig und bitte einen Freund, dich auf deiner geistlichen Reise zu begleiten. Er kann dich fragen, wie es mit deiner Beziehung zu Gott aussieht, wieviel Zeit du mit ihm verbringst. Es hilft jemanden Rechenschaft darüber abzulegen. Wichtig dabei: Sei bereit dieser Person ehrlich antworten. Dass du dir vorher bewusst werden. Es wäre deinem Freund unfair gegenüber, wenn er dich dann fragt – du aber nie ehrlich bist.

  3. Zurück zu den Wurzeln
    Erinnerst du dich daran, was Johannes in der Offenbarung schreibt?

    Aber etwas habe ich an euch auszusetzen: Eure Liebe ist nicht mehr so wie am Anfang. Bedenkt von welcher Höhe ihr herabgestürzt seid! Kehrt um und handelt wieder so wie zu Beginn!
    Offb. 2,4-5 (GNB)

    Das was Johannes hier beschreibt ist an sich ganz einfach: Erinnere dich an die Dinge, die du getan hast, als du gläubig wurdest. Und handle danach. Kannst du dich an die Freude erinnern, die du (wahrscheinlich) am Anfang der Beziehung mit Gott hattest? An die Leidenschaft für ihn, sein Reich und das was er sagt?

  4. Suche Abwechslung
    Einige Christen haben maßgeschneiderte geistliche Disziplinen, die sie ihrer Persönlichkeit, ihrem Alter und ihrem Terminkalender angepasst haben.
    Das funktioniert aber lange nicht bei jedem. Was andere für eine bedeutungsvolle Zeit mit Gott halten, kann für dich langweilig und gezwungen sein. Vielleicht musst du einfach etwas neues ausprobieren. Probiers mit Abwechslung. Essen tust du auch nicht jeden Tag das gleiche.
    Da gibt es viele Möglichkeiten, hier ein paar Ideen

    • Mach dir Notizen zu Abschnitten aus der Bibel, die dich angesprochen haben. Was sind die Anwendungen für dein Leben?
    • Reflektiere über einen einzigen Bibelvers und überlege, was er für dich bedeutet.
    • Suche Einsamkeit. Bete nicht. Sei einfach still und schreibe auf, was dir durch den Kopf geht.
    • Bete einen Abschnitt der Bibel
    • Schreibe Tagebuch über dein Leben. Untersuch Dinge, die du gestern gemacht hast. Ist dir etwas entgangen, dass dir Gott klar machen wollte?
    • Lies zügig einen Abschnitt aus der Bibel. Mach keine Pausen, um über einzelne Verse nachzudenken. Behandle lange Abschnitte wie eine Geschichte
    • Sing.
    • Schreibe deine Gebete in dein Tagebuch
    • Schreibe die Dinge auf, die du im Leben gelernt hast, zum Beispiel in den letzten vier Wochen.
    • Höre christliche Musik und denke über den Text nach

Als Teil des Körpers Christ ist es schön zu sehen, wie andere Gläubige Gott erleben. Jeder ist unterschiedlich und die Abwechslung ist großartig. Um Jugendlichen dabei zu helfen musst du kein geistlicher Überflieger sein. Gott benutzt auch geistliche Waschlappen. Gott hat auch böse Babylonier, Lehrer mit falschen Motiven und sogar Esel benutzt um geistlich was zu bewegen.
Der heilige Geist ist nicht auf unsere Bemühungen angewiesen. Das sollte unsere Motivation für geistliche Gesundheit sein – und nicht die Jugendlichen. Geistliche Gesundheit brauchst du erst in zweiter Linie für deinen Dienst. In erster Linie brauchst du sie für eine intakte Beziehung zu deinem Schöpfer.

Nach langem gibt es heute wieder etwas aus dem Buch “Gemeinsames Leben” von Dietrich Bonhoeffer.

Ich lese gerade das Kapitel über Dienst in der Gemeinschaft.
Bonhoeffer schreibt darüber, dass oft die Neigung dazu besteht zu sagen, dass der einzig wahre Dienst, der Dienst am Wort Gottes sei.

Das stimmt so aber nicht ganz und daher schreibt Bonhoeffer folgendes:

Der erste Dienst, den einer dem anderen in der Gemeinschaft schuldet, bestehr darin, dass er ihn anhört. Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, dass wir sein Wort hören, so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder, dass wir lernen auf ihn zu hören.
Es ist Gottes Liebe zu uns, dass er uns nicht nur sein Wort gibt, sondern uns auch sein Ohr leiht. So ist es sein, Werk, dass wir an unserem Bruder tun, wenn wir lernen, im zuzuhören.
Christen, besonders Prediger, meinen so oft, sie müssten immer, wenn sie mit andern Menschen zusammen sind, etwas “bieten”, dass sei ihr einziger Dienst. Sie vergessen, dass Zuhören ein größerere Dienst sein kann als Reden. Viele Menschen suchen ein Ohr, dass ihnen zuhört und sie finden es unter den Christen nicht, weil diese auch dort reden, wo sie hören sollten.
Wer aber seinem Bruder nicht zuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören, sondern er wird auch vor Gott immer nur reden. Hier fängt der Tod des geistlichen Lebens an, und zuletzt bleibt nur noch das geistliche Geschwätz, die pfäffische Herablassung, die in frommen Worten erstickt.
Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Anderen immer vorbei reden und es selbst schließlich gar nicht merken.