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Immer wieder ist es so, dass bei Leitungstreffen in der Jugendarbeit viel Organisatorisches besprochen wird. Der Austausch über das persönliche oder das Gebet füreinander kommt da oft viel zu kurz. In meiner Jugend haben wir das so gemacht, dass wir für den Austausch das Buch Abenteuer Jugendarbeit behandeln.
Mein Bruder Alex (der leider nicht mehr selber zum bloggen kommt ;-) ) hat ein paar Fragen aufgeschrieben, die sich um das Persönliche drehen – Anregungen für einen Austausch.

  • Wie geht es dir allgemein?
  • Was hattest du in den vergangenen Monaten an erfolgreichen und ermutigenden Erlebnissen zu verbuchen?

  • Was macht dir in der Jugendarbeit am meisten Freude? Wo sind deine Gaben/Stärken? Kannst du sie einsetzen?

  • Wo hast du in deiner Ansicht nach in letzter Zeit dazugelernt (geistlich, persönlich, im Umgang mit dem Team, mit Jugendlichen)?

  • Was ist in den letzten Monaten nicht so gut gelungen? Womit bist du nicht zufrieden? Wo stehst du an? Wo hast du deiner Meinung nach versagt?

  • Was willst du anpacken oder wo willst du dazulernen und weiterabeiten, persönlich wie fachlich? Wie möchtest du konkret vorgehen? Wo hast du deiner Meinung nach versagt?

  • Wie kann dir geholfen werden?

  • Wofür können wir konkret beten?

Jugendarbeit an sich ist ein harter Job. Viele Jugendleiter, Jugendreferenten, Jugendpastoren oder Jugenddiakone – egal ob ehren- oder hauptamtlich, sind sehr beschäftige Leute mit tausenden von Ideen. Ideen, die sie liebend gerne umsetzten würden. Wie auch immer man das anstellen mag;ohne andere Personen geht es einfach nicht Ideen umzusetzen. Andere Leiter sind mehr als wichtig, aber das bringt nichts, wenn man sie nicht bevollmächtigt. Wenn es keinen Raum gibt, indem sie sich entfalten können. Dienst in der Gemeinde ist nie etwas, was man alleine tut.
Ich lerne immer mehr, dass ich mir immer wieder bewusst machen muss (auch wenn ich der Jugendleiter bin), Mitarbeiter zu bevollmächtigen und zu motivieren.

Auch wenn im Endeffekt alles vom Herrn kommt, gibt es einiges was man tun kann, um Mitarbeiter zu motivieren und bevollmächtigen:

  • Kommunikation
    Mit seinen Mitarbeitern zu kommunizieren, Ideen und die Vision zu teilen sind der Schlüssel für die Arbeit. Wenn man die Vision hinter der Arbeit gut, deutlich und immer wieder weitergibt hat man eine Menge geschafft. Das hat den Effekt, dass bei zukünftigen Aktionen und Projekten die Mitarbeiter automatisch nach dem Grund für das Projekt fragen. Warum machen wir das? Was ist die Vision?
    Vision teilen ist mit dem Team zu reden, Ideen zu teilen, zu zeigen worum es geht, wo die Arbeit hingeht. Dadurch weiß jeder wo es hingeht, wo ich folgen kann. Wenn keine Vision da ist, keine Richtung sichtbar ist, wohin die Arbeit geht, ist es schwierig zu folgen, schwierig Dinge zutun und Ideen zu entfalten.
    Jesus wusste worum es ging. Er teilte mit seinen Jüngern worum es ging. Die Jünger waren nach der Zeit mit Jesus bevollmächtigt, weil sie verstanden haben (zwar erst im Nachhinein, aber immerhin) worum es geht.
  • Motivation und Beeinflussung
    Nicht immer wenn du als Leiter eine Entscheidung triffst, heißt es, dass diese gut ankommt, gut aufgenommen wird. Manche Personen fühlen sich wertlos, wenn eine neue Idee eingeführt wird, weil sie denken, dass sie ihren Dienst nicht gut machen. Was du von Gott hörst kann das genaue Gegenteil sein, was dein Mitarbeiter rechts von dir von Gott gehört hat. Sei sensibel in diesem Bereich und richte dich nach der Vision. Motivier und hilf deinen Mitarbeitern ihre Gaben von Gott zu verstehen und für ihre Arbeit einzusetzen. Wir alle haben eine Rolle im Leib Christi, nur hin und wieder brauchen wir Ermutigung um das wirklich zu sehen.
    Du kannst deine Mitarbeiter beeinflussen und motivieren zu verstehen, dass sie ein Teil der Gruppe, des Teams sind. Es geht dabei in erster Linie um Ermutigung und Hervorheben der anderen Person.
  • Zuhören!
    Dein Team kennt dich oft besser als viele andere. Und weil sie dich kennen, kennen sie auch deine Stärken und Schwächen. Manchmal kann es weh tun, was dir dein Team sagt. Die Wahrheit schmerz halt. Sie also dafür bereit. Es kommt dabei darauf an, was du daraus machst. Wie gehst du mit dem Feedback der Mitarbeiter um. Arbeite an deinen Stärken und sei offen gegenüber deinen Schwächen. Lass dir von dem Team in diesen Bereichen helfen. Du kannst nicht alles machen, du brauchst dein Team.
  • Sei dabei!
    Arbeite mit deinem Team und nicht an ihnen. Wenn du nicht hin und wieder die gleichen Dinge tust, wie dein Team, dann gehörst du nicht zum Team. Du bist ein Außenseiter! Krempel deine Arme hoch und sei dabei wenn es darum geht sich im Dienst für den Herrn die Hände schmutzig zu machen.

[via: How to empower your leadership]

Ich bin gestern von dem Mitarbeiterwochenende meiner Gemeinde wiedergekommen. Mit 53 anderen Mitarbeitern ging es in ein Heim in die Nähe vom Edersee
Einige Mitarbeiter konnten krankheitsbedingt nicht mitkommen, was sehr schade war. Es wurden viele interessante Gespräche geführt.
Vom Ablauf war es so, dass am Samstag alle Mitarbeiter in 3 Gruppen aufgeteilt wurden. Aus jedem Bereich der Gemeinde sollte mindestens eine Person in der Gruppe sein. Das große Thema des Wochenende war “Gemeinde mit Perspektive”. In der einen Gruppe ging es um Leiterschaft, Mentoring. In der zweiten Gruppe um Evangelisation und in der dritten um den Gottesdienst, Lehre.
Am liebsten würde ich in allen Gruppen dabei sein. Habe mich aber dann für die Gottesdienstgruppe entschieden, da z.B. der Heino (er schreibt hier fleißig Kommentare ;-) ) in der Evangelisationsgruppe war und wir so ziemlich die gleichen Gedanken haben.

Das coole, was mich am meisten beeindruckt hat, war dass das man trotz der vielen ernsten Themen die man hatte, doch immer viel ziemlich viel lachen konnte.
Es gibt vieles, was in der Gemeinde läuft, aber auch viel woran man arbeiten kann. Ich bin motiviert :D

Doug Fields schreibt in dem Kapitel weiter und im zweiten Teil über das Thema “Wie kann ich geistlich fit bleiben”, will ich daraus ein paar Sachen weitergeben.

Die Frage die zuerst aufkommt ist, die, woran man überhaupt merkt, dass man zuviel macht, dass die Zeit mit Gott zu kurz kommt.
Doug schreibt über sich selber, dass er das objektiv ziemlich gut an seinem Auto merkt. Sein Auto spiegelt oft die Geschwindigkeit seines Lebens wieder. Wenn er zuviel zutun hat, schenkt er seinem Auto zuwenig Aufmerksamkeit und das ist dann voll mit schmutziger Wäsche, Müll, Bücher, der Sporttasche, Getränkedosen, Müll, CDs, Sachen der Kinder und noch mehr Müll.

Es geht hierbei also um Warnsignale, die geistliche Missstände aufzeigen:

  • Verlust von Leidenschaft Gott, sein Wort oder der Dienst sind für dich nicht mehr spannend. Nichts kann dich motivieren.
  • körperliche Erschöpfung Tagsüber bist du oft ausgepowert und abends schläfst du sofort ein, wenn du dich hinlegst. Du bist so müde, dass du noch nicht einmal für ein paar Minuten wach bleiben kannst, um über den Tag nachzudenken
  • Gebetsvakuum Es ist schon lange her, dass du eine intensive Gebetszeit erlebt hast. Irgendwie schämst du dich, den ganzen Tag nicht mit Gott geredet zu haben. Aber wenn du betest, dann fühlt es sich seltsam und gezwungen an.
  • Zu einfaches Leben Unsere geistliche Reise beinhaltet normalerweise Spannungen und Versuchungen. Kampf ist eine notwendige Komponente für ein gesundes geistliches Leben. Wenn das Leben zu einfach ist, kann das ein Beweis dafür sein, dass du Überzeugungen ignorierst oder auf deine eigene Kraft und deine Gaben vertraust, anstatt Gott um die Kraft zu bitten, die du brauchst.
  • Pharisäertum Wenn dein persönliches geistliches Leben und deine Mitarbeit in der Gemeinde (Jugendstunden, Andachten) die gleiche geistliche Tiefe haben dann schöpfst du das Beste von deinem geistlichen Leben ab und bleibst fit. Wenn deine Predigten und Lehren tiefer sind als dein eigenes geistliches Leben, dann begibst du dich in die Gefahr in pharisäische Gewässer abzutreiben.
  • Verlust von Ehrfurcht Du kannst alles in deinem Leben rational erklären. Für Gottes Handeln ist kein Platz. Sein Wirken ist in einer kleinen Kiste nett verpackt

Sind dir diese Dinge bekannt? Hast du schon ähnliche Warnzeichen erlebt?
Wenn man die Warnzeichen erkannt hat, steht man vor einer Entscheidung: Entweder man leugnet sie, oder man arbeitet an ihnen.
Leugnen ist die praktischste Variante. Vor allem wenn man anfängt sich zu vergleichen (nach dem Motto: “Der ist noch viel schlimmer als ich…”)

Um an dem Warnzeichen zu arbeiten, muss man erst seinen Zustand eingestehen. Das ist oft mit Schmerz verbunden. Dabei kann es helfen, jemand anderen – einen anderen Christen zur Hilfe herbeizuziehen. Man muss da nicht alleine rauskommen.

Sich dieser ganzen Sache bewusst zu werden ist extrem wichtig. Das eigene Herz hat da hohe Priorität:

Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben
Sprüche 4,23

Gott geht es in erster Linie um dein Herz nicht darum, wie gut die Jugendarbeit gerade läuft.

Hier nun ein paar Ideen um aus einem geistlichen Tief herauszukommen bzw. wie man das geistliche Leben auch fit halten kann (Das ganze sind Ideen, von daher fühlt euch frei auch etwas hinzuzufügen)

  1. Strebe nach Regelmäßigkeit
    Prüfe zu erst wieviel Zeit du alleine mit Gott verbringst. Dazu zählt nicht irgendwelche Predigt- oder Andachtvorbereitungen. Nimm dir regelmäßig Zeit um in Gottes Gegenwart zu sein. Ich liebe diese Stelle:

    Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du alleine bist, schließ die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt belohnen
    Matth. 6,6 (Neues Leben)

    Ob du die Zeit mit Gott am Abend oder früh Morgens machst, ist dabei eigentlich unwesentlich. Du kannst dich fragen, wann die geringste Wahrscheinlichkeit besteht unterbrochen zu werden. Halte dir die beste Zeit des Tages frei für die beste Person in deinem Leben. Gott.

  2. Such einen “Reisebegleiter
    Sei mutig und bitte einen Freund, dich auf deiner geistlichen Reise zu begleiten. Er kann dich fragen, wie es mit deiner Beziehung zu Gott aussieht, wieviel Zeit du mit ihm verbringst. Es hilft jemanden Rechenschaft darüber abzulegen. Wichtig dabei: Sei bereit dieser Person ehrlich antworten. Dass du dir vorher bewusst werden. Es wäre deinem Freund unfair gegenüber, wenn er dich dann fragt – du aber nie ehrlich bist.

  3. Zurück zu den Wurzeln
    Erinnerst du dich daran, was Johannes in der Offenbarung schreibt?

    Aber etwas habe ich an euch auszusetzen: Eure Liebe ist nicht mehr so wie am Anfang. Bedenkt von welcher Höhe ihr herabgestürzt seid! Kehrt um und handelt wieder so wie zu Beginn!
    Offb. 2,4-5 (GNB)

    Das was Johannes hier beschreibt ist an sich ganz einfach: Erinnere dich an die Dinge, die du getan hast, als du gläubig wurdest. Und handle danach. Kannst du dich an die Freude erinnern, die du (wahrscheinlich) am Anfang der Beziehung mit Gott hattest? An die Leidenschaft für ihn, sein Reich und das was er sagt?

  4. Suche Abwechslung
    Einige Christen haben maßgeschneiderte geistliche Disziplinen, die sie ihrer Persönlichkeit, ihrem Alter und ihrem Terminkalender angepasst haben.
    Das funktioniert aber lange nicht bei jedem. Was andere für eine bedeutungsvolle Zeit mit Gott halten, kann für dich langweilig und gezwungen sein. Vielleicht musst du einfach etwas neues ausprobieren. Probiers mit Abwechslung. Essen tust du auch nicht jeden Tag das gleiche.
    Da gibt es viele Möglichkeiten, hier ein paar Ideen

    • Mach dir Notizen zu Abschnitten aus der Bibel, die dich angesprochen haben. Was sind die Anwendungen für dein Leben?
    • Reflektiere über einen einzigen Bibelvers und überlege, was er für dich bedeutet.
    • Suche Einsamkeit. Bete nicht. Sei einfach still und schreibe auf, was dir durch den Kopf geht.
    • Bete einen Abschnitt der Bibel
    • Schreibe Tagebuch über dein Leben. Untersuch Dinge, die du gestern gemacht hast. Ist dir etwas entgangen, dass dir Gott klar machen wollte?
    • Lies zügig einen Abschnitt aus der Bibel. Mach keine Pausen, um über einzelne Verse nachzudenken. Behandle lange Abschnitte wie eine Geschichte
    • Sing.
    • Schreibe deine Gebete in dein Tagebuch
    • Schreibe die Dinge auf, die du im Leben gelernt hast, zum Beispiel in den letzten vier Wochen.
    • Höre christliche Musik und denke über den Text nach

Als Teil des Körpers Christ ist es schön zu sehen, wie andere Gläubige Gott erleben. Jeder ist unterschiedlich und die Abwechslung ist großartig. Um Jugendlichen dabei zu helfen musst du kein geistlicher Überflieger sein. Gott benutzt auch geistliche Waschlappen. Gott hat auch böse Babylonier, Lehrer mit falschen Motiven und sogar Esel benutzt um geistlich was zu bewegen.
Der heilige Geist ist nicht auf unsere Bemühungen angewiesen. Das sollte unsere Motivation für geistliche Gesundheit sein – und nicht die Jugendlichen. Geistliche Gesundheit brauchst du erst in zweiter Linie für deinen Dienst. In erster Linie brauchst du sie für eine intakte Beziehung zu deinem Schöpfer.