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1. Versuche nie, jemanden zu motivieren, den du nicht liebst
2. Sieh im Menschen nie nur ein Mittel, sondern immer den Zweck deiner Bemühungen
3. Respektiere die Würde, Einmaligkeit und Individualität jedes Menschen.
4. Sorge dafür, dass Menschen angstfrei mit dir kommunizieren können
5. Lobe, ermutige und fördere so viele Menschen, wie du nur kannst.
6. Sei in deinen motivatorischen Bemühungen ehrlich und transparent.
7. Habe immer das Beste für eine größtmögliche Anzahl von Menschen im Auge.

aus “Motivieren” von Klaus Douglass

1. Der Mut, Nein zu sagen

Mike Nappa sagte: “Chance ist nicht gleich Verpflichtung”. Das heißt man muss nicht jeder Chance, die anklopft “Herein!” rufen und willkommen heißen. Die Fähigkeit, die wenigen wirklich notwendigen Dinge auszumachen und sich darauf zu konzentrieren, ist das Kennzeichen exzellenter Führungsgestalten.
Aufgrund der vielen Chancen, geht die Konzentration oft verloren. Ein Mangel an Konzentration verwandelt sich schließlich in einen Verlust von Vision. Ist die Vision verschwommen, können Menschen ihr nicht folgen.

Es ist meine Erfahrung, dass große Führungspersönlichkeiten trotz vieler Ablenkungen den Fokus nicht aus den Augen verlieren. Sie wissen, wie man Menschen inspiriert und motiviert, auf die “eine große Chance” hinzuarbeiten. Sie lassen sich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken.

Der Mut, der aktuellen Realität ins Auge zu sehen

Leiter müssen auch bereit sein, der aktuellen Realität ins Auge zu sehen. Weigert er sich, so leidet er womöglich sogar an Wirklichkeitsverlust.
Wir wollen glauben, dass die Dinge gut stehen. Unser Ego und unsere Selbstachtung sind unerbittlich mit unser Führungsfähigkeit verbunden

Begeisternde Leiter sind bereit, die gegenwärtige Realität zu sehen und zu akzeptieren, ganz gleich wie entmutigend oder unangenehm sie sein mag.
Wenn wir nicht aufpassen, ignorieren wir die nackten Tatsachen und handeln stattdessen nach einer “Realität”, die wir uns nur eingebildet haben.

7 Gebote der gegenwärtigen Realität

  • Du sollst nicht heucheln
  • Du sollst dich den Tatsachen nicht verschließen
  • Du sollst nicht übertreiben
  • Du sollst den Überbringer schlechter Nachrichten nicht erschießen
  • Du sollst dich nicht hinter Zahlen verstecken
  • Du sollst konstruktive Kritik nicht ignorieren
  • Du sollst dich nicht isolieren

Mut zum Träumen

Als Leiter gibt es eine dritte Form des Mutes. Den Mut, von dem zu träumen, was sein könnte und sein sollte. Dabei muss man den Gedanken erlauben, die Grenzen des IST zu überschreiten und im Geist ein Bild dessen zu malen, was SEIN könnte. Großes erreicht nicht unbedingt der begabteste, oder der am besten Ausgebildete, sondern derjenige, der sich weigert, sein Denken in ein Korsett zu pressen.
Träumen fordert Mut. Denn jedem Traum ist der Dämon des Zweifels auf den Fersen. Oft schwirren einem sofort viele Gründe im Kopf rum, warum das nicht klappen wird, was wir uns erträumen.
Jemand sagte mal: “Träume keine kleinen Träume, denn sie berühren die Herzen der Menschen nicht”.
In großen Träumen zu träumen, in großen Maßstäben und ohne Angst, das ist herausfordernd und braucht Mut.

Führungspersönlichkeiten lieben den Fortschritt. Nichts ist entmutigender irgendwo gestrandet zu sein, wo es nicht mehr weitergeht. Fortschritt setzt aber Veränderung voraus.
Menschen in Organisationen, Firmen und Gemeinden wünschen sich Stabilität. Veränderung und Fortschritt wird da oft als Widerspruch angesehen.
Eine Führungspersönlichkeit kann das aber nicht akzeptieren. Den Status quo zu akzeptieren heißt ein Todesurteil anzunehmen. Der letzte Satz einer sterbenden Gemeinde ist: “Das haben wir schon immer so gemacht..”.

Führungspersönlichkeiten stellen in Fragen, was ist – im Interesse von etwas, das sein könnte und sein sollte. Das zu erkennen macht noch niemanden zu einer Führungspersönlichkeit. Die Führungsrolle fällt dem zu, der den Mut hat, nach seinen Erkenntnissen zu handeln. Mut ist eine unabdingbare Eigenschaft.

Derjenige der als Erster zu neuen Ufern aufbricht, ist ein Anführer und hat Mut. Mut ist die Grundlage für Führungsverantwortung.

Neben der Aufgabe den Status quo zu hinterfragen, hat die Führungsperson die Aufgabe die Menschen an Orte zu führen, an denen sie bisher noch nicht waren. Meistens müssen die Menschen sogar dorthin geführt werden, wo man selbst noch nicht war. Da ist es selbstverständlich, dass Menschen Angst haben. Genauso wie bei Betreten eines dunklen Zimmer, dass man bisher nicht kennt. Führen erfordert den Mut, im Dunkeln zu wandern.
Angst widersetzt sich der Logik, die Menschen um einen herum werden auf viele logische Informationen und Argumente nicht reagieren. Daher ist die Art, wie eine Führungsperson auf Dunkelheit reagiert, entscheidend ob die Menschen ihm auch die Führung anvertrauen oder nicht.

Mut ist nicht das Fehlen von Angst. Mut setzt Angst voraus. Hätten wir beispielsweise gewartet, bis die Angst verschwindet, bevor wir das erste Mal vom Sprungbrett ins Wasser tauchten, dann stünden wir heute noch da.

Mut hat auch etwas mit Risiko zu tun. Oft muss das Risiko eingegangen werden auch Fehlschläge zu machen. Führungspersonen leben leichter damit es versucht zu haben und gescheitert zu sein, als es gar nicht erst versucht zu haben.
Durschnittsmenschen haben Angst davor, eine neue Chance zu ergreifen. Führungspersonen haben Angst davor, sie zu verpassen.

Man kann nicht führen ohne Risiko einzugehen. Man geht kein Risiko ein, wenn man keinen Mut hat. Mut ist eine unverzichtbare Führungsqualität

Wer nicht weiß wohin er will, darf sich nicht wundern wenn er dort niemals ankommt

Zitat von Mark Twan in “Motiveren” von Klaus Douglass