Archives for posts with tag: Lehrplan

groschen.jpg

Lukas 15,8-10
V.8 Oder nehmt einmal an, eine Frau hätte zehn Drachmen und würde eine verlieren. Würde sie nicht eine Lampe anzünden und das ganze Haus auf den Kopf stellen, bis sie sie gefunden hätte?
V.9 Und wenn sie sie gefunden hätte, würde sie nicht ihre Freundinnen und Nachbarinnen rufen, damit sie sich mit ihr freuen, dass sie ihre verlorene Münze wiedergefunden hat?
V.10 Genauso herrscht Freude bei den Engeln Gottes, wenn auch nur ein einziger Sünder bereut und auf seinem Weg umkehrt.”

Das 15. Kapitel des Lukasevangeliums fängt damit an, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten darüber murren, dass Jesus mit Sündern und Zöllnern zusammen ist und sogar mit ihnen zusammen isst.
Darauf hin erzählt Jesus drei Gleichnisse; das Gleichnis vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlorenen Sohn.

Jesus will ihnen durch diese Gleichnisse verdeutlichen wofür Gottes Herz schlägt, nämlich für die verlorenen Schafe, Groschen oder Söhne, kurz gesagt für die verlorenen Menschen.

Gott will uns dabei benutzen. Im Gleichnis zündet die Frau ein Licht an und sucht anhand dieses Lichtes die ganze Wohnung ab. Jesus sagt in Matth. 5,14: “Ihr seid das Licht der Welt…” Was heißt das nun? Gott will uns benutzen um die Menschen in unserer Umgebung zu finden und sie zu Gott zu benutzen. Und wen du denkst, dass du nichts kannst und wie soll dich Gott überhaupt benutzen dann lies das hier!

Was aber auch noch dazu gehört, bevor wir uns so richtig von Gott benutzen lassen können, ist das wir die Sicht Gottes für diese Menschen kriegen. Denn erst dann werden wir uns richtig mit den Engeln im Himmel zusammen freuen können, wenn sich ein Mensch zu Gott umkehrt.

Die Sicht von Jesus, welches auch die Sicht Gottes ist, wird aus zwei Versen deutlich:

Matth. 9,36

Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Lukas 4, 18-19

Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Dies ist die Sicht Gottes, es schmerzt ihn wenn er seine Schöpfung verloren sieht.

Doch wie kann ich die Sicht Gottes bekommen? Ich denke in erster Linie, wenn je mehr Zeit ich mit Gott verbringen umso mehr wird er mein Herz durch seinen Geist erfüllen. Wenn dies geschieht, dann werde ich zunehmend die Sicht Gottes für die Menschen in meiner Nachbarschaft, in meinem Dorf, in meiner Stadt, in meinem Land und in der ganzen Welt bekommen.

Eine zweite Sache die ich noch kurz erwähnen möchte ist die Reaktion auf die Bekehrung eines Menschen. Die Engel im Himmel feiern ein riesiges Fest, wenn sich jemand zu Gott bekehrt, wieso sollten wir das nicht auch machen? Eine dicke Party feiern und sich für diese Person freuen, von ganzem Herzen!

Eine Sache, die mich schon seit einiger Zeit während dem Lesen der Evangelien beschäftigt, ist der oftmals direkte Umgang Jesu mit den Menschen. Wenn ich das so lese, dann denke ich nur heftig, dass Jesus denen das so direkt an den Kopf wirft.

Hier einige Bibelstellen:

Lukas 13,15:
Doch der Herr sagte: “Ihr Heuchler!

Lukas 11,39
Daraufhin sagte Jesus zu ihm: “Ihr Pharisäer achtet peinlich genau darauf, Becher und Teller äußerlich zu säubern, doch innerlich seid ihr alles andere als rein, sondern voller Habgier und Bosheit!

Lukas 11,45
“Meister”, sagte ein Mann, der sich besonders gut im Gesetz Moses auskannte, “damit beleidigst du auch uns.”

Markus 9,19
Jesus sagte zu ihnen: “Ihr Ungläubigen! Wie lange muss ich noch bei euch sein, bis ihr endlich glaubt? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir.”

Matthäus 14,31
Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Was mich halt bei dem Lesen dieser Stellen total verwundert war, war die Art wie Jesus in diesen Fällen kommuniziert hat. Er war ziemlich direkt und hat “das Kind beim Namen” genannt. Einige Leute brauchen das vllt., dass man sie direkt mit “Problemen” konfrontiert, aber einige werden dadurch auch beleidigt, wie z.B. der Gesetzeslehrer aus LK 11,45.
Der Konflikt Jesu mit den Pharisäern und der ganzen “oberen frommen Elite” war eine Sache für sich, aber ich habe mich gefragt wieso Jesus das gemacht.
Oder war es teilweise einfach nur Züge der menschlichen Seite Jesu wie z.B. in Mk 9,19, wo Jesus einfach total fertig mit den Leuten war?

Eine zweite Sache war die, dass ich mich gefragt habe was ich denn von diesem Umgang Jesu mit den Menschen lernen kann. Das ist für mich die schwierigste Frage, da ich glaube, dass es heute einer der schlechtesten Methoden ist Menschen direkt mit ihren Fehlern zu konfrontieren. Sei es in der Gemeinde (wo es auch “Kleingläubige” gibt, wahrscheinlich so gut wie jeder einen kleinen Glauben hat) oder auch im Bezug auf Nichtchristen.

Was meint ihr dazu? Ich bin mir da echt nicht schlüssig, könnt ihr mir da vllt. helfen? ;-)

Markus 2,27
Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Ich habe diese Stelle letztens gelesen und musste darüber länger nachdenken. Wozu gab es den Sabbat? Kurz gesagt, um einen Tag Ruhe zu finden. Besonders Ruhe in Gott zu finden! Doch damals wurden viele “Extragesetze” eingeführt, damit der Sabbat auch wirklich gehalten wurde. Im Endeffekt ging es dann fast gar nicht mehr um den wirklichen Sinn des Sabbat sondern um das stumpfe Einhalten der Regeln.

Mir ist da parallel auch eine Stelle aus Sacharja eingefallen, die dazu ganz gut passt:

Sacharja 7,3-6
V.3 und legten den Priestern am Tempel des Herrn, des Herrschers der Welt, und den Propheten dort die Frage vor: »Sollen wir auch künftig den Fast- und Trauertag im 5.Monat begehen, wie wir es schon so viele Jahre tun?«
V. 4 Da erging an mich das Wort des Herrn, des Herrschers der Welt, er sagte zu mir:
V. 5 »Richte dem Volk von Juda und den Priestern meine Antwort aus: Siebzig Jahre lang haltet ihr nun schon die Fast- und Trauertage im 5. und 7. Monat. Meint ihr, ihr hättet da für mich gefastet?
V. 6 Wenn ihr esst und trinkt, tut ihr es doch auch für euch selbst!

Mir geht es hier jetzt weniger um das Fasten im Allgemeinen, sondern darum, dass Gott zu Israel sagt:” Du machst das doch gar nicht mehr aus dem eigentlichen Grund; du machst das nur noch für dich!”

Gott klagt bei Israel an, dass sie den Sinn vom Fasten vergessen haben, genauso wie Jesus in gewisser Weise es im Bezug auf den Sabbat tut.
Genauso geht es mir ähnlich. Es gibt Dinge, die “ich schon seit vielen Jahre” tue, aber tue ich sie immer noch aus dem eigentlichen Grund, aus dem Sinn der dahinter steckt?

  • Gehe ich Sonntags zum Gottesdienst, weil ich wieder Input kriegen möchte, oder nur weil es dazugehört und ich es schon immer so gemacht habe?
  • Gehe ich Freitag Abends zum Jugendtreff, weil das schon lange der Fall war?
  • Arbeite ich in der Jugend/Gemeinde mit, weil es dazu gehört?
  • Lese ich die Bibel, weil ich einen Hunger danach habe, oder weil ich sonst vllt. ein schlechter Christ wäre wenn ich es nicht tun würde?

Ich möchte den Sinn meiner Taten, meiner Gewohnheiten hinterfragen und sie sein lassen, wenn ich den Sinn nicht kenne. Ich möchte die Dinge, die ich tue tun, weil sie mich begeistern, weil ich eine Leidenschaft für den Sinn dahinter habe!

Ich habe letztens das Kapitel 21 von Matthäus gelesen und mir sind dazu ein paar Gedanken gekommen.
Die Menschen erwarteten bei dem Einzug Jesu in Jerusalem das er demnächst sein Reich aufbauen, die Römer vertreiben und es allen Juden wieder gut gehen würde.
Sie erwarteten also, dass Jesus so richtig aktiv wird und auf eine gewisse Art und Weise wirkt.

Die Frage die mir aufgekommen ist, was erwarte ich von Jesus? Bin ich begeistert wenn er anfängt zu Wirken und aktiv zu werden?
Jesus hat den Tempel mal so richtig aufgeräumt (V.12-13), dort wo Gott gegenwärtig ist, musste so aufgeräumt, verändert werden.
Heutzutage bin ich als Christ selber der Tempel:

1.Kor. 6,19
Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt? Gott hat euch seinen Geist gegeben und ihr gehört nicht mehr euch selbst.

Als Jesus in mein Leben kam, hat sich einiges verändert, doch genauso denke ich, dass immer wieder die eine oder andere Sache verändert werden muss. Bin ich bereit dazu? Rechne ich damit, dass Jesus täglich irgendwo mein Leben verändert, aktiv wird und in mir wirkt?

In den Versen 23-27 geht es um die Vollmacht Jesu. Glaube ich an diese Vollmacht? Rechne ich damit, dass sich Jesus täglich in meinen Leben mit seiner Macht zeigt, vllt. mein Leben verändert, mich zum Segen für andere Menschen macht?
Ich glaube was mich von den Juden damals unterscheidet ist der Glaube. Irgendwo muss ich genauso wie die Juden erwarten das Jesus aktiv in meinem Leben ist und es immer wieder verändern will. Wenn ich keinen Glauben habe, dann kann ich noch soviel erwarten es bringt nichts. Was noch dazu kommt ist das Bild was ich von Jesus habe. Die Juden hatten ein falsches Bild von Jesus und daher hatten sie auch falsche Erwartungen an Jesus.

Wenn ich das richtige Bild von Jesus habe, dann muss ich damit rechnen das er täglich in mir wirkt, mich verändert und das geschieht nur wenn ich glaube. Ich würde sogar sagen, soviel ich glaube so stark zeigt sich Jesus mächtig in meinem Leben

V. 22
Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.