Archives for posts with tag: Jugendarbeit

Ich habe eben beim Jugendhilfeportal gelesen, alle fünf Minuten in Deutschland ein Jugendlicher zwischen 15 und 25 wegen Cannabis- oder Alkoholkonsums ins Krankenhaus kommt.

weitere Infos:

  • beim Alkohol handelt es sich in vier von fünf Fällen um akute Vergiftungen (Komsaufen) und nur bei knapp jedem Patienten wurde eine Abhängigkeit diagonstiziert
  • Anders bei Cannabis: Hier wurde bei fast 60% der Fälle Abhängigkeit diagnostiziert
  • In den meisten Fällen handelt es sich um männliche Patienten. Beim Komasaufen sind es knapp ein Drittel Mädchen, bei Cannabis ca. 21%
  • Informationen zum Thema Sucht, Formen und Folgen der Abhängigkeit sowie Lösungsmöglichkeiten bietet die TK-Internetseite www.tk.de unter dem webcode 035134.

[via Jugendhilfeportal]

Das pro medienmagazin , bringt 6x im Jahr eine Zeitschrift heraus. In der letzten Ausgabe (die man hier auch als PDF angucken kann), bin ich beim Artikel “Inländerfeindlichkeit” auf 2 Sendungen gestoßen.

In der einen Sendung geht es um eine Schule in Essen (einen Schüler kannte ich sogar) und die dortige Entwicklung. Er heißt “Kampf im Klassenzimmer”.

Die zweite Sendung heißt “Heldenkult am Stadtrand” und hier geht es um einen Rapper, der in einem Bonner Stadtteil als Held gefeiert wurde, obwohl er einige zwielichtige Dinge getan hat und zuletzt wegen eines Goldraubes international gesucht wurde.

Die beiden Sendungen sind schon etwas älter und sagen im Prinzip auch nichts Neues aus. Ich finde sie als Quelle sehr interessant. Gerade der Film “Kampf im Klassenzimmer”, erschien bereits vor der ganzen Sarrazin-Diskussion.

Den Film “Kampf im Klassenzimmer” kann man in der ARD Mediathek anschauen.

“Heldenkult am Stadtrand” kann man über youtube angucken:
Teil1

Teil2

Teil 3

Angeregt durch den Beitrag “Von der Kunst zu brennen ohne zu kochen” von Stefan Hänsch habe ich wieder über die Beziehung zwischen Berufung und Hobby nachgedacht. In dem Beitrag empfiehlt er sich über vier Lebensbereiche Gedanken zu machen und zu schauen ob diese Lebensbereiche in einer Balance zueinander stehen.
Die Lebensbereiche sind:

  1. Familie, Beziehungen, Partnerschaf
  2. Beruf, Karriere, Ausbildung.
  3. Geistliches Leben, Sinn, Gemeinde.
  4. Hobby, Sport, Gesundheit.

Ziel ist bei dieser Überlegung herauszufinden welcher dieser Lebensbereiche auf “Sparflamme” brennt bzw. welcher dieser Lebensbereiche schon fast am überkochen ist. Eine Ausgewogenheit sollte herrschen.

In anderen Büchern habe ich das auch schon gelesen und finde das sehr wichtig und sehr gut!

Ich habe mir aber gerade bei den letzten beiden Lebensbereichen, Geistliches Leben, Sinn, Gemeinde und Hobby, Sport, Gesundheit, etwas schwer getan. Diese beiden Lebensbereiche kann ich sehr schwer voneinander trennen. Wenn ich über Hobbys nachdenke, dann weiß ich, dass ich gerne lese, mit Leuten rede und gerne Sport mache. Alle drei Sachen habe ich durch die Jugendarbeit. Ich lese Bücher dafür, einfach weil mich bestimmte Dinge interessieren und das vom Gefühl her auch keine Arbeit ist. Gespräche auf verschiedener Ebene führe ich auch durch die Jugendarbeit und gerade mit den Jungs mache ich regelmäßig Sport.

Also ist Jugendarbeit irgendwo mein Hobby. Die Jugendarbeit umfasst viele Dinge, die ich sehr gerne mache. Auf der anderen Seite weiß ich aber, dass ich trotzdem etwas Ausgleich brauche. So genieße ich es z.B. wenn ich mit ein paar Freunden einfach nur einen Abend zusammen sind und Themen, die irgendetwas mit Jugendarbeit zutun haben, überhaupt nicht zur Sprache kommen.

Ich habe aber auch gemerkt, dass ich den Ausgleich bewusst planen muss. Sonst plant das keiner für mich und ich habe das immer wieder beobachtet, dass ich dann insgesamt mehr reagiere, als dass ich agiere. Ich versuche deshalb demnächst bestimmte Abende bewusst zu blocken um Zeit alleine zu haben oder um Zeit zu haben, mich mit bestimmte Personen zu treffen. In der Vergangenheit hatte ich das immer wieder, dass sonst Zeiten mit irgendwelchen noch so wichtigen Treffen gefüllt wurden. “Ich bin da verplant” oder “Nein, ich kann nicht”, sind Sätze, die ich dafür üben muss.

Karlsruhe (DW EKD) – Die Diakonische Konferenz hat auf ihrer Tagung in Karlsruhe ein „Wort der Konferenz“ zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung verabschiedet

  1. Nach dem Rettungspaket für die Finanzwirtschaft ist es nun an der Zeit, den Sozialstaat zu stärken, so dass alle Menschen an der Gesellschaft und ihrem Wohlstand teilhaben können, statt seinem Abbau und wachsenden Finanzierungslücken zuzusehen. Ein Runder Tisch gegen Armut muss Politik, Wirtschaft, Beschäftigte, Kirchen und Wohlfahrtsverbände zusammenführen, um gemeinsam engagierte Schritte zur Armutsbekämpfung zu beraten und dabei Kinder und Jugendliche besonders in den Blick zu nehmen. Eine solche Initiative findet auch Unterstützung durch die EU-Strategie 2020, in der sich die Mitgliedsstaaten geeinigt haben, das Engagement gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu fördern und konkrete Maßnahmen im Rahmen einer Europäischen Plattform zur Bekämpfung der Armut zu ergreifen.
  2. Kinder brauchen ausreichende Möglichkeiten zur Teilhabe und Bildungschancen durch gute Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten und pädagogische Angebote von Anfang an, damit sie gar nicht erst in den Kreislauf von Armut und Ausgrenzung geraten.
  3. Die soziale Infrastruktur muss verlässliche Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien bieten. Der Ausbau einer weitgehend beitragsfreien Sozial- und Bildungs-Infrastruktur ist eine Hauptforderung der Diakonie und ein wesentlicher Beitrag zur Teilhabe von allen Familien mit geringem oder ohne Einkommen. Weitere Steuersenkungen auf Kosten der sozialen Infrastruktur und der Kommunen, die diese anbieten, darf es nicht geben. Die Finanzierung der kommunalen Daseinsvorsorge muss dauerhaft gesichert werden.
  4. Ein personenbezogenes Bildungspaket für Familien, Kinder und Jugendliche muss zur Verbesserung der sozialen und kulturellen Teilhabe beitragen, wenn es an Geld und Chancen mangelt. Eine solche Leistung darf Kinder im Hartz-IV-Bezug nicht stigmatisieren. Auch der schulische Bedarf von Kindern und Jugendlichen muss abgedeckt sein.
  5. Besondere Hilfen müssen bereit stehen, wenn größere Anschaffungen wie z.B. eine Waschmaschine, ein Kinderfahrrad oder neue Kleidung für Familien eine unüberwindbare Hürde darstellen.
  6. Das Recht auf Wohnen und auf Sicherung des sozialen und kulturellen Existenzminimums muss angemessen und ohne Abschläge umgesetzt werden. Hilfen zum Wohnen müssen so ausgestaltet sein, dass sich die Wohngebiete mischen können und Kinder nicht in Gegenden aufwachsen müssen, in denen Perspektivlosigkeit zur Normalität wird.
  7. Zu einer gerechten Gesellschaft gehört auch der wohnortnahe und barrierefreie Zugang zu einer bedarfsgerechten und erschwinglichen gesundheitlichen Versorgung. Unser Gesundheitswesen muss sich besser auf Kinder und Erwachsene mit Behinderungen einstellen. Besonders chronisch kranke Menschen mit niedrigem Einkommen müssen durch eine erweiterte Härtefallregelung vor finanzieller Überlastung geschützt werden.
  8. Für Flüchtlinge muss dasselbe Recht auf Grundsicherung und soziale Unterstützung gelten. Kinder haben ein Recht auf Integration und Perspektiven von Anfang an.
  9. Die Integration in existenzsichernde Arbeit bleibt die wichtigste Aufgabe. Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit dürfen nicht gekürzt werden. Soziale Hilfen müssen durch Regelungen flankiert werden, die Lohndumping verhindern und ein Einkommen ermöglichen, von dem Familien leben können.
  10. Wer Hilfe braucht, muss mit Respekt und Würde behandelt, ermutigt und nicht durch Sanktionen unter Druck gesetzt werden. Gerade Kinder und Jugendliche lernen so, Hilfe anzunehmen, statt sich zu verweigern.

[via Fachkräfteportal für Jugendhilfe]

UPDATE
Ein Bündnis aus verschiedenen Organisationen und Wissenschaftler hat ebenfalls einige Ideen aufgeschrieben: 5-Punkte-Plan