Archives for posts with tag: Jugendarbeit mit Vision
  1. Gib deine Definition für Jüngerschaftsschulung an!
  2. Kann man geistliches Wachstum messen? Wie?
  3. Wann hast du deine geistlichen Gewohnheiten entwickelt? Gibt es in deinem geistlichen Wachstum ein bestimmtes Muster?
  4. Definier dein Bild eines “aktiven” Christen.
    Was sind für dich die Gewohnheiten eines aktiven Christen?
  5. Welche Hilfsmittel können einen dabei unterstützen, Gewohnheiten für geistliches Wachstum zu entwickeln?
  6. Welche spezifischen Schritte kannst du unternehmen, um Jugendliche für geistliche Gewohnheiten zu begeistern?

Seit über einem Jahr habe ich nicht mehr an der Serie über das Buch: Jugendarbeit mit Vision geschrieben. Die Zeit und die Motivation war einfach nicht mehr da.
Ganz gestorben ist das Ganze weiter zu machen nicht, daher gehts jetzt einfach mal weiter.

Oft ist es so, dass Jugendliche sich nur über die Veranstaltungen und Programme der Jugendarbeit weiterentwickeln und wachsen. So lange ein Programm da ist, entwickelt er sich weiter und lernt Neues dazu. Die meisten kennen viele christliche Dogmen, wissen über Bibel und Theologie Bescheid, haben aber nie gelernt ihren Glauben zu leben und geistlich weiterzukommen.
Jüngerschaftsprogramme zu definieren und zu entwickeln ist schwierig und nicht pauschalierbar, da Jugendliche einzigartige Wachstumsmuster haben – sie reagieren auf geistlichen Input völlig unterschiedlich. Das Ziel bei Jüngerschaft ist es, den Jugendlich zu helfen Jesus immer ähnlicher zu werden. Bei einigen Jugendlichen dauert es sechs Monate bis man irgendwas Nennenswertes sieht, bei einigen dauert es mehrere Jahre.
Daher ist es wichtig eine Beziehung zu den Jugendlichen zu haben, das Vorgehen in der Jüngerschaft muss immer persönlich sein.
Jüngerschaft dann aber nicht an die Begleitperson (du z.B.) abhängig gemacht werden. Jesus bereitete seine Jünger kontinuierlich darauf, dass er sie verlassen würde.
Jugendliche müssen geistliche Gewohnheiten lernen, damit sie ab einen gewissen Zeitpunkt auf eigenen Füßen stehen können. Viel zu oft gibt es bibelfeste Jugendliche, die alle die richtige Antwort kennen, bringen aber keine Früchte + treffen fast täglich falsche Entscheidungen

Definiere hilfreiche geistliche Gewohnheiten

Bevor du die richtigen Hilfsmittel für das geistliche Wachstum entwickeln kannst, musst du die Gewohnheiten erst identifizieren, die deine Jugendlichen später besitzen und pflegen sollen.
Hier sind beispielhaft sechs Gewohnheiten aufgelistet:

  • Regelmäßig Zeit mit Gott verbringen, bei der sie beten und in der Bibel lesen
  • Verantwortliche Beziehungen zu anderen Christen haben und pflegen
  • Sich dem Leib Christi, also der Gemeinde, als Ganzes angliedern (nicht nur der Jugendarbeit)
  • Die Prinzipien des Gebens und des Zehnten verstehen
  • Sich Schlüsselstellen der Bibel einprägen
  • Die Bibel aus eigenem Antrieb lesen

Finde oder erfinde Hilfsmittel (Werkzeuge), um diese Gewohnheiten zu trainieren

Wenn die Gewohnheiten definiert sind, ist es wichtig zu fragen, wie können diese Gewohnheiten entwickelt werden. Was für Werkzeuge oder Hilfsmittel gibt es? Eine Garantie gibt es auch hierfür natürlich nicht, aber du kannst vermeiden, dass die Jugendlichen sich von einem Programm oder einen Leiter abhängig machen.
Es gibt viele Hilfsmittel die man kaufen kann, meistens ist es aber doch so, dass es bei den Jugendlichen besser ankommt, wenn sie selber erstellt wurden. Daran wird deutlich, dass es dir wirklich am Herzen liegt.
Zwar kannst du dann höchstwahrscheinlich mit einem Top gestaltendem Material eines Verlages mithalten, aber du hast ein brennendes Herz, das ist wichtiger!

Das Gute an Kleingruppen

Das Wort von Paulus an die Thessalonicher könnte ein Werbeslogan für Kleingruppen sein: „Ich hatte solch eine Zuneigung zu euch, dass ich bereit war, nicht nur Gottes Gute Nachricht mit euch zu teilen, sondern auch mein eigenes Leben. So lieb hatte ich euch gewonnen (1. Thess. 2,8)
In den Gruppenveranstaltungen teilen wir das Evangelium mit den Jugendlichen, in den Kleingruppen teilen wir unser Leben.

Kleingruppen ermöglichen persönliche Beziehungen

Jugendliche mögen es ab und zu auch anonym irgendwo dabei zu sein. Wenn man sie aber vor die Wahl stellen würde, ein unbekanntes Gesicht oder ein wohl bekanntes Mitglied einer kleinen Gruppe zu sein, würden sie sich garantiert für das letztere entscheiden.
Als Jugendleiter kennt man wahrscheinlich viele Leute und auch alle Jugendlichen der Jugendgruppe, aber die Mitglieder der Kleingruppe kennt man wirklich, mit all den Schwächen und Stärken, Konflikten, Ängsten und was in deren Familien läuft. Diese Intimität ist der Grund, warum wir gleichzeitig größer und auch kleiner werden wollen – größer durch Wachstum und kleiner durch die Kleingruppe.
Gerade wenn die Jugendgruppe immer größer wird, brauchen die Jugendlichen umso dringender eine kleine ihnen wohlbekannte Gruppe

Kleingruppen ermöglichen Jugendlichen, sich mitzuteilen

Während einer größeren Veranstaltung werden die meisten Jugendlichen der Predigt zuhören und auch wenn sie Möglichkeit haben ihre Meinung weiterzugeben, so werden doch die meisten ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben.
In einer Kleingruppe ist dies anders. Dort herrscht eine Atmosphäre des Vertrauens, wo auch mal andere Fragen und Aussagen gefragt und gemacht werden können.

Kleingruppen ermöglichen Jugendlichem, ihren Glauben für sich persönlich zu entdecken

Kleingruppen machen die persönliche Anwendung des Glaubens möglich. Viele Predigten gehen bei der Anwendung nicht genug in die Tiefe. In Kleingruppen können Anwendungen diskutiert, vertieft und im Nachhinein auch ausgewertet werden.
Der Inhalt der Bibel muss besprochen und auf das Leben übertragen werden. Viele persönliche Erlebnisse und Geschichten können gemeinsam dazu beitragen, dass dies gelingt

Kleingruppen ermöglichen verantwortliche Beziehungen

Das Teilen und Teilhaben öffnet in einer Kleingruppe die Tür zur Verantwortlichkeit. Wenn ein Jugendlicher ankündigt, er werde eine Anwendung ausprobieren, so kann er fast sicher sein, dass der Rest der Gruppe ihn nächste Woche danach fragen wird. Als Christ zu leben, ist zu schwierig um es alleine schaffen zu können. Hier bei ist wichtig, dass man einander die Sünden bekennt (Jak. 5,16)

  • dem anderen dient (Gal 5,13)
  • den anderen akzeptiert (Röm 15,7)
  • dem anderen vergeben (Kol 3,13)
  • den anderen grüßen (Röm 16,16)
  • die Lasten des anderen tragen (Gal 6,2)
  • sich um den anderen kümmern (Röm 12,10)
  • den anderen ehren (Röm 12,10)
  • den anderen unterrichten (Röm 15,14)
  • uns dem anderen unterordnen (Eph 5,21)
  • den anderen ermutigen (1 Thess 5,11)

In den nächsten Seiten von Jugendarbeit mit Vision geht es um das Thema Gemeinschaft und Kleingruppen. Vorab gibt es aber eine kleine Einleitung zum Thema:

Pflege der Gemeinde-Jugendlichen / Die Erfüllung von Gottes Auftrag der Gemeinschaft

Jugendliche zu betreuen und zu pflegen bedeutet, ihnen gewissenhaft bei ihrem Wachstum im Glauben zu helfen. Das gründlichste und messbarste Wachstum findet bei Jugendlichen statt, die vertrauensvolle, verlässliche und intakte Beziehung zu einem ihrer Jugendmitarbeiter haben. Die Beziehungen werden durch Gemeinschaft möglich.
In Jugendarbeitskreisen wurde das Wort Gemeinschaft bereits überstrapaziert und total auseinander gebogen, weil wir einfach alles unter den Begriff Gemeinschaft packen. Wir haben eine Gemeinschaftsstunde in einem Gemeinschaftsraum und die drei Jugendlichen, die dabei sind kapseln sich von der Gemeinschaft ab. Die Gemeinschaft wird überall gepflegt, auf Ausflügen, in großen und in kleinen Kreisen. Doch trifft unser „All-Inclusive-Wort“ nicht mehr wirklich, dass biblische Bild von Gemeinschaft.
In den ersten Gemeinden war Gemeinschaft mehr auf Beziehung zu als auf Unterhaltung bezogen. Sie beinhaltete sowohl Teilen (1.Joh. 1,7) und das Brechen des Brotes (Apg. 2,42) mit anderen Gläubigen als auch die Entwicklung einer engen Beziehung mit Christus (1. Kor.1,9) und mit anderen Gläubigen. Das ist doch ein ganz anderes Bild von als mit ein paar Jugendlichen herumzuhängen und Volleyball zu spielen.
Der effektivste Weg, biblische Gemeinschaft unter Jugendlichen zu schaffen, verläuft über Kleingruppen, denn sie bieten mehr Aufmerksamkeit als größere Veranstaltungen erlauben. Sie sind eine Möglichkeit für dauerhafte Beziehungen und was noch wichtiger ist, für die geistliche Reife der Jugendlichen. In den Kleingruppen kann etwas entstehen, ein Zugehörigkeitsgefühl, das keine Clique, keine Gangs und Kulte schaffen können.
Auch Jugendkreise mit 15 Jugendlichen haben es nötig, Kleingruppen zu schaffen. 15 Personen reichen, damit der eine oder andere Jugendliche abtauchen kann.
Gerade bei einer wachsenden Jugendarbeit wird es irgendwann nicht mehr möglich sein, jeden Jugendlichen einzeln zu betreuen und ein Auge auf ihn zu haben. Da helfen Kleingruppen ungemein.