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Ich habe so eben das Buch “Deutschlands große Chance – Was sich Kinder wünschen und warum wir sie unbedingt ernst nehmen müssen” von Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher gelesen.

Der Gründer und der Pressesprecher der Kinderarche haben damit ihr drittes Buch herausgegeben. 2007 wurde das Buch “Deutschlands vergessene Kinder” und 2008 “Deutschlands sexuelle Tragödie” veröffentlicht. Gerade das letztere wurde viel diskutiert und hat einiges in Bewegung gebracht. Es zeigt die sexuelle Verwahrlosung vieler Kinder in Deutschland.

In dem neuen Buch geht es um die Wünsche und Träume der Kinder. In einer Studie wurden im Sommer 2008 200 Kinder zwischen 6 und 13 Jahren befragt. Über diese Studie hinaus gab es noch weitere Befragungen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Dabei ließen sich vor Allem bei sozial benachteiligten Kindern vier Hauptwünsche herauskristallisieren:

  • das Gefühl, willkommen zu sein
  • Zeit und Zuneigung von Erwachsenen
  • Förderung und Forderung
  • eine Perspektive

Nach diesen Hauptwünschen ist auch das ganze Buch aufgeteilt. Erst wird der Wunsch in ein paar Seiten beschrieben und anschließend gibt es Porträts von Kindern (insgesamt 22 Geschichten).
Im 5 Kapitel gibt es Infos und Tipps was die Gesellschaft, aber vor Allem jeder Einzelne machen kann. Auch hier gibt es dann Porträts mit Geschichten von Kindern, die durch Anstrengung von Einzelpersonen, Vereinen, Werken und Gemeinden einen guten Weg gehen konnten.

Ziel des Buches ist es aufzuzeigen welchen Stellenwert Kinder heute in unserer Gesellschaft haben und gerade warum es so wichtig ist über diesen Stellenwert und die Haltung nachzudenken. 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen, die sichern sollen, dass in allen UN-Mitgliedsstaaten diese Rechte gesichert werden. In Deutschland herrschen diese Rechte – jedoch haben lange nicht alle Kinder die gleichen Chancen.

Die Autoren warnen davor, dass wenn die Haltung der Gesellschaft gegenüber den Kindern sich nicht in den nächsten Jahren nicht ändert, Deutschland vor einem sozialen GAU steht. Denn die meisten Kinder werden in Hartz IV-Familien geboren und viele dieser Kinder werden selber zu Hartz IV Empfängern, da sie keine Perspektive vorgelebt kriegen, keine Chancen sehen, die Schule früher abbrechen…

Das Buch finde ich sehr gut zu lesen, die Abwechslung zwischen Informativen Teilen und den lebensnahen Berichten macht das Ganze ansprechend und malt die Situation gut vor Augen. Es geht dabei aber nicht darum, dass das Buch gut zu lesen und interessant ist. Lesen und Weglegen ist da nicht. Dazu ist das Thema zu wichtig.
Ich sehe da eine riesige Verantwortung und Möglichkeit für Christen in Deutschland! Dazu muss man nicht sofort ein Werk gründen wie die Kinderarche – aber man kann klein anfangen, indem man erstmal die Augen aufmacht und schaut was mit den Kindern vor Ort los ist. Das Buch motiviert und fordert dazu heraus – und das ist gut so!

weitere Rezensionen

Zielsetzung der Initiative Hoffnung

„Hoffnung“ ist eine Initiative, die uns als christliche Teenager und Jugendliche dazu
herausfordert Menschen unseres Ortes zu dienen und dadurch Jesu Liebe zu
bezeugen.
Wie Jesus Christus Menschen mit Wort und Tat gedient hat, so beauftragt er auch
uns.
„Hoffnung“ entspringt unserer Sehnsucht, Jesus Christus ganzheitlich nachzufolgen,
indem wir die Bedeutung der Tat betonen und uns in der Umsetzung diakonischer
Projekte gegenseitig unterstützen.
Darum wird es 2011 ein Aktionsjahr geben, in dem Jugendgruppen deutschlandweit
diakonisch aktiv werden, um ganzheitliche Nachfolge einzuüben und zu leben.

Das interessante hierbei ist, dass die Organisation dieser Aktion als Netzwerk geschehen soll und bereits läuft. Es gibt Einzelpersonen, die Gemeinden, Werke und Verbände repräsentieren
Das Netzwerk wird von einem Leitungsteam koordiniert und die 1-2 jährlichen Netzwerktreffen organisiert.
Weitere Infos findet ihr in dem Grundsatzpapier und der Präsentation zur Historie.

Jeder kann also bei dieser Sache mitmachen -absolut cool und spannend. Das erste Netzwerktreffen findet am 26. November in Kassel statt.
Ich werde dabei sein – jeder ist eingeladen – Sei dabei und erzähl davon weiter. Das erleichtert am Ende um Einiges die Organisation

ZEIT ONLINE berichtet über die Ausstellung “Zwischen den Welten”.
In der Ausstellung “Auf dem Sprung” erklären zwölf Berliner Jugendliche, die mit verschiedenen Kulturen aufwachsen, in Bildern und Texten ihre Alltagswelt
Die Ausstellung Auf dem Sprung wird vom 6. Mai bis zum 6. Juni in den Räumen des Berliner Archivs der Jugendkulturen präsentiert.

Hier ein Auszug:

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Birkan Düz hat türkische Wurzeln, wurde aber in Berlin geboren. Der Zehntklässler ist Teil zweier Kulturen und beschreibt seine Zerrissenheit.

Ich bin in Berlin geboren und bin 16 Jahre alt.
Manchmal bin ich Deutscher.
Manchmal bin ich Türke.
Manchmal bin ich Kurde.
Manchmal bin ich Alevite.
Manchmal bin ich Zaza.
Wenn ich in der Türkei bin, sage ich den Menschen dort, dass ich ein Deutscher bin,
Wenn ich in Deutschland bin, sagen die Menschen zu mir, dass ich ein Türke bin.
Oder ich sage, dass ich ein Türke bin.

(…)

Wenn ich alleine bin, fühle ich mich als Birkan.
Wenn ich unter Deutschen, Türken, Kurden, Aleviten, Zazas bin, fühle ich mich wie ich.

Ich bin Birkan.

Ich dachte ich schreibe mal extra etwas über die Klassenfahrt in England, einfach weil Gott diese Zeit so riesig gesegnet hat.

Mein Teamkollege und Ich waren mit einer 9. Klasse der Schule, wo wir auch die Fußball AG machen, und einer anderen 9. Klasse – die wir aber gar nicht kannten unterwegs. Vor letzten Sonntag ging es los und letzten Freitag sind wir zurückgekommen.

Während der Fahrt saßen wir als einzige Begleiter in dem Doppeldeckerbus oben bei den Schülern. Das Gute war, wir waren nicht dafür verantwortlich, dass jede Regel (z.B. Anschnallpflicht, Chips Essen verboten) genau gehalten wird. Wir waren für die Beziehung da, haben viel mit den Schülern geredet. Wenn es dann bisschen zu bunt wurde, haben wir etwas gesagt und dann war das Ganze auch kein Problem mehr.

Durch die Beziehungen haben wir wirklich sehr viel Einblick in das Leben der Schüler bekommen. Vor allem in das Beziehungsleben zwischen den Jungs und Mädchen haben wir eine Menge mitgekriegt und konnten so nach und nach das Beziehungsgeflecht durchblicken. Einiges war wirklich irgendwie neu für mich, bzw. vorher nicht so bewusst.
Beispiel: Wenn ein Junge und ein Mädchen Händchen halten, heißt das noch lange nicht, dass sie zusammen sind. Manchmal hat ein Mädchen auch an beiden Händen jemanden gehabt.

Ich denke, dass zeigt einfach eine wirklich Sehnsucht nach Liebe bein den Schülern.

Während der ganzen Tage hatte ich mit einem Schüler sehr viel zutun. Er ist dabei etwas in die rechte Szene abzudriften und so haben wir viel über seinen Umgang mit Gewalt, seiner Wut und auch über seine politische Ansichten gesprochen. Vieles worüber wir geredet haben, hat er grundsätzlich verstanden. Dafür bin ich total dankbar.
Auch mit den anderen Jungs konnten wir super Beziehungen pflegen und viel reden. Trotzdem haben sie Respekt vor uns und sehen, dass was wir ihnen sagen nicht als plumpes Gelabere.

Da ich immer mit einem Holzkreuz als Halskette rumlaufe hat mich ein Junge aus der anderen Schule, beim Rausgehen aus einer Kathedrale gefragt, ob ich denn an Gott glaube. “Sicher!” sagte ich ihm.
Er konnte, dass gar nicht verstehen (worauf ich ihm gesagt habe, dass ich es andersrum nicht verstehen kann ;-) ) und wollte anfangen zu diskutieren (Schöpfung, Evolution etc..).
Aus Zeitgründen ging das leider nicht, da wir direkt weiter mussten. Während der weiteren Tage hat er oft noch nachgehackt und etwas provoziert.

Zuletzt kamen wir auf der Fähre nochmal ins Gespräch. Er stellte Fragen über die Kreuzzüge, warum Gott das Leid zulassen kann und weiteres. Ich habe die Fragen beantwortet, habe ihm aber dann weiter eher erzählt warum ich an das glaube, was ich glaube. Diskussionen über das woran ich glaube hätten in dem Moment wenig gebracht, da jeder auf seinen Standpunkt geblieben wäre.
So kam es dann, dass ich einfach von mir erzählen konnte, wie es kam, dass ich an Gott glaube, warum ich glaube.
Interessant war, dass auf einmal eine ganze Menge Schüler aufmerksam wurden und sich dazu gesellt haben.

Das herrlichste war, dass dieser Junge am Ende sagte: “Jetzt kann ich das Alles etwas mehr verstehen, ganz immer noch nicht, aber etwas mehr.” Dafür bin ich Gott so dankbar und bete, dass er noch weitere Schritte gehen wird, bis er das ganz versteht.