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Nach langem wieder mal ein GRC, das momentan total in meine Situation gesprochen hat!

GRC113 Extrem-Situationen

Seite 791 der Bibel
(Psalm 69)

radical relationship:.

David befindet sich in einer total schwierigen Situation. Das wird in diesem Psalm ganz deutlich. Er steckt in der Sch… – äh – im Schlamm (V.15). Das Schwierige daran: Zuerst fühlt er sich mitten in dieser Situation auch noch von Gott verlassen (V.4). Dann wird ihm bewusst, dass gerade sein Vertrauen, seine Beziehung zu Gott ihm Schwierigkeiten einbrockt. Er lebt, wie Gott es will, doch die Leute um ihn herum verspotten ihn deswegen. Er hat diese Sehnsucht nach Gott (siehe letzter GRC), doch sein Umfeld versteht seinen Eifer nicht (V.6-13). Und in all dem weiss David sehr wohl, dass er kein Sonder-Heiliger ist. Und jetzt – mitten aus der Tiefe – schreit David zu Gott. Nur Er kann ihm helfen. Nur Er kann etwas aus seiner misslichen Lage machen. Nur Er hat einen Ausweg (V.18)! David ist sich bewusst, dass er keine Chance mehr hat, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er weiss, dass er völlig abhängig ist…

Ist schon interessant… Es gibt doch auch in deinem und meinem Leben Situationen, wo wir völlig hilflos sind, ganz abhängig von Gott. Nach dem Motto: Wenn du nichts tust, gehe ich unter (V.16)! Wenn du nichts tust, habe ich keine Chance und es wird sich nichts ändern… Das können schwere Krankheiten sein, eigene, oder von Menschen die uns nah stehen. Wir können nichts tun – Gott muss eingreifen. Das können verworrene Beziehungen sein, bei denen wir nicht mehr durchblicken. Nur Gott kann noch helfen! Plötzlich sind wir abhängig.

Was aber ist, wenn wir nicht in Extremsituationen sind. Dann haben wir das Leben wieder selber im Griff. Ist ja das Normale, oder?! Die Frommen unter uns sagen dann vielleicht Dinge wie: “Ich möchte abhängiger von Gott sein!” Aber das ist ein Trugschluss. Ich bin immer genau gleich abhängig von Gott: nämlich völlig! Die Extremsituationen bringen genau diese Tatsache ans Licht, an die Oberfläche. Oft meinen wir einfach, dass das nur für diese spezielle Phase gilt, aber da täuschen wir uns! Abhängigkeit von Gott ist nichts, was von uns gesteuert wird – es ist schlicht und einfach eine Tatsache. Sogar Jesus Christus sagte von sich selbst: “Das steht fest: Von sich aus kann der Sohn gar nichts tun…” (Joh 5,19). Wenn das für den Sohn Gottes gilt, dann erst Recht für uns! Auch im ganz normalen Alltag, den wir eigentlich im Griff haben… “Du hast so viel Gutes für mich bereit!” (V.14) steht in unserem Psalm. Wenn wir einfach selbst “chnuschten” verpassen wir vielleicht all den Segen, den Gott uns gerne geben möchte. Das “gewisse Etwas”, das unser Leben besonders macht! Wenn unser Leben so sein soll, wie Gott sich das gedacht hat, wenn wir das volle Potenzial ausschöpfen und in unsere Berufung kommen wollen, dann brauchen wir Gott. Wir sind abhängig! Immer.

call:.

Abhängigkeit von Gott ist eine Tatsache. Die Frage ist aber, ob wir das wirklich glauben. Ob wir unser Leben dementsprechend ausrichten. Das wäre ganz normal…
Nimm dir kurz Zeit und denk darüber nach, ob du Gottes Eingreifen vor allem in Extrem-Situationen erwartest oder auch im ganz normalen Alltag. Bekenne Gott, dass du von ihm abhängig bist. Mach das in dieser Woche zu deinem täglichen Gebet und lade Gott ein, deinen (All)Tag zu prägen und zu bestimmen.

Ps:.

Um was geht es beim GetReadyCall? Ich behaupte, dass es auf jeder Seite der Bibel um Beziehung geht. Die Sache mit Gott ist nichts Abstraktes…! Diese Beziehung zeigt sich in 3 Dimensionen: mit Gott, Christen und Nichtchristen. Diese Beziehungen sollen radikal gelebt werden – also von der Wurzel her stimmen (radikal=radix=Wurzel).
Aus diesem Grund machen wir eine Reise quer durch die Bibel. Jede Woche gehen wir 7 Seiten weiter (in der Hoffnung für alle) und ich werde ein paar Gedanken (“radical relationship”) dazu äussern. Am Schluss wird es im “Call” immer ganz praktisch – damit es auch Auswirkungen hat! Mal schauen, ob sich meine “Theorie” bewahrheitet. Ich bin gespannt! Kommst du mit? Dann abonniere den Newsletter…

Ehrfurcht

GRC102 Ehrfurcht

Seite 714 der Bibel
(Hiob 39,19-40,12)

radical relationship:.

Letzte Woche ging es um die Spannung, dass Gott oft nicht zu handeln scheint. Und wir dürfen – wie Hiob – fragen, vielleicht sogar anklagen… Die Sache ist einfach, dass wir die Antwort nicht scheuen sollten. Gott ist nicht irgendeine Theorie – er ist real! Er antwortet – und wie! Er begegnet Hiob im Sturm (zeigt auch etwas von Gottes Emotionen…: Hiob 38,1). Er redet nicht theoretisch. Er redet Beziehung. Was heisst das? Er zeigt Hiob wer er (Gott) ist und wer er (Hiob, Mensch) ist. Er stellt viele Fragen: Hast du dem Pferd die Stärke gegeben (V.19)? Fliegt der Adler auf deinen Befehl (V.27)? Gott gibt nicht einfach eine Antwort, sondern führt Hiob zur Antwort – zu sich selbst, als allmächtigem Gott.
Ein Stichwort, das mir in den Sinn kommt ist Ehrfurcht. ER ist Gott, wir sind Menschen. ER ist Schöpfer, wir sind seine Geschöpfe. Ob es uns passt oder nicht, das ist unser Platz, unsere Position. Wir können und dürfen ihm gegenüber ehrlich sein (das haben wir in den letzten GRCs genug betont), doch dürfen wir nicht überrascht sein, wenn Gott antwortet. Ehrfurcht bedeutet, dass wir Gott Gott sein lassen. Er ist nicht blosser Diskussionspartner, himmlischer Politiker, den man kritisiert, Kumpel, den man in die schranken weist. Er ist der allmächtige Gott, durch den diese Welt steht und fällt! Seien wir also trotz aller Ehrlichkeit, Transparenz und Freundschaft mit Gott nicht zu vorschnell mit unseren Worten. Das hat schon der Prediger geraten: “Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde – also sei sparsam mit deinen Worten!” (Prediger 5,1) Hiob hat das kapiert. Nicht, weil irgendjemand es ihm gesagt hat, sondern weil Gott ihm begegnet ist: “Herr, ich bin zu gering, ich kann dir nichts erwidern; darum lege ich jetzt die Hand auf den Mund.” (V.4). Wenn Gott kommt, haben Diskussionen ein Ende. Wenn Gott gesprochen hat (und seine Worte sind Begegnung pur!), dann werden wir wie Hiob sagen: “Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen!” (Hiob 42,5). Danach sehne ich mich!

call:.

Ehrfurcht. Ich denke, dass wir in unserer Zeit diesen Begriff wieder neu entdecken müssen. Das wird wohl nicht durch Tipps und viele Worte geschehen (auch nicht durch meine)… Deshalb mein Vorschlag. Nimm dir Zeit und lies Gottes Antwort an Hiob in Ruhe durch (Hiob 38-41). Bei Hiob machte die Begegnung mit dem Allmächtigen das Entscheidende aus – wer weiss, vielleicht wird Gott dir auch begegnen…!

[via: GRC 102 Ehrfurcht]

GRC101 gottgerecht

Seite 707 der Bibel
(Hiob 34,15-37)

radical relationship:.

Elihu – der jüngste der Freunde von Hiob – ergreift das Wort. Und wie! Er redet und redet… Ganze sechs (!) Kapitel lang! Auch er gibt viele Richtigkeiten von sich (siehe GRC99). In unserem Abschnitt spricht er von Gott, wie wenn alles klar wäre. Er hebt hervor, dass Gott gerecht ist (V.17) und dass er auch für das Recht sorgt (V.18). Er redet davon, dass Gott jeden bestraft, der unrecht tut. Er prangert Hiobs Selbstgerechtigkeit an, mit der er Gottes Gerechtigkeit in Frage stellt (V.33ff).

Mir fällt eines dabei auf: Für Elihu ist alles klar und einfach. Und genauso kommt es mir oft auch unter Christen vor: Alles ist klar und einfach. Simpel. Man weiss auf alles die richtige Antwort. Es ist klar, dass Gott gerecht ist – die Realität, das echte Leben hat sich zu fügen. Und wenn es mal nicht passt (auf unsere Vorstellungen wer Gott ist und was er tut), dann macht man die Augen zu, beschönigt, überpinselt, argumentiert – jedenfalls: auch darauf hat man eine Antwort. Muss man ja, denn: Alles (die Bibel, Gott, der Glaube, das Leben) ist klar und einfach!
Ich weiss, ich übertreibe. Aber nur ein Bisschen. So kommt es mir oft vor und erschreckenderweise entdecke ich immer wieder etwas davon auch bei mir.

Spannend: In der Bibel sehen wir, dass diese Spannung ausgehalten wird. Ja – Gott ist gerecht! Das stimmt. Ja – oft ist es in dieser Welt alles andere als gerecht und Gott scheint nichts dagegen zu tun (entgegen V.30). Schon die Leute, die die Psalmen geschrieben haben hielten diese Spannung aus. Allen voran Asaf: “Ich aber hätte beinahe an ihm gezweifelt, fast hätte ich den Glauben aufgegeben. Denn ich beneidete die überheblichen Menschen: Ihnen geht es gut, obwohl Gott ihnen völlig gleichgültig ist…” (Psalm 73,2ff). Diesen Dingen in die Augen zu schauen, das ist gernauso Gott-gerecht wie ihm völlig zu vertrauen: “Selbst wenn alle meine Kräfte schwinden und ich umkomme, so bist du doch, Gott, allezeit meine Stärke – ja, du bist alles, was ich habe!” (Psalm 73,26) Beides entspricht Gott. Das ist nicht einfach. Diese Spannung auszuhalten ist nicht leicht. Damit hat man nicht alle Antworten. Aber man bleibt trotz allem nah bei Gott. Vielleicht ist da eine neue Wortschöpfung angebracht: Das ist gottgerecht.

call:.

Wie ist das bei dir? Kannst du Gott Gott sein lassen? Oder neigst du dazu alles zu vereinfachen, obwohl es nicht so einfach ist? Bist du “gottgerecht” und kannst diese Spannung aushalten und trotz allem oder erst recht nah bei Gott sein? Nimm dir doch kurz Zeit und drück Gott gegenüber aus, was dir jetzt durch den Kopf und durchs Herz geht… Vielleicht kommen dir Ungerechtigkeiten, Ungereimtheiten und Fragen ohne Antworten in den Sinn. Sag es Ihm! Dank ihm auch dafür, dass Gott zwar nicht leicht verständlich aber auf jeden Fall gut ist.

[via GRC101 gottgerecht]

grc_inkarnation.jpg

GRC100 Inkarnation

Seite 700 der Bibel
(Hiob 29,9-30,1)

radical relationship:.

Wow! Jubiläum… Der 100. GetReadyCall. Zu diesem Jubiläum befinden wir uns genau auf Seite 700 der Bibel – das gefällt mir :-) . Die Zahl Sieben steht ja für Vollkommenheit usw. Vollkommen ist der GRC auf jeden Fall nicht (genau so wenig wie ich selbst), aber ich hoffe, dass es bei vielen Lesern Wesentliches in Gang gebracht hat. Ob du nun schon alle 100 gelesen hast (wohl kaum jemand ;-) , oder erst seit kurzem zum Leserkreis gehörst. Aber genug des Vorgeplänkels… Wenden wir uns dem Text zu!

Mitten im Buch Hiob kann man mal aufatmen. Hiob beschreibt hier, wie es war, bevor das Unglück über ihn hereinbrach. Da kann ich das “Wow!” von vorhin nur wiederholen… Ein frommer Mann wie er im Buche steht – gesegnet von Gott! Ein Vers stach mir besonders ins Auge. Hiob war nicht nur einer, der ein bisschen spendete, ein bisschen für die Armen sorgte, ein bisschen Nächstenliebe zeigte. Nein, er ging viel weiter! Er lebte das, was auch Jesus uns viele hundert Jahre später vorlebte: Er identifizierte sich mit anderen Menschen – besonders mit denen, die es schwer hatten: “Meine Augen sahen für den Blinden, meine Füsse gingen für den Lahmen.” (V.15). Das ist nicht nur wunderschön poetisch ausgedrückt, sondern zeigt wie nah Hiob diesen Menschen war. Er blieb nicht auf Distanz. Half ihnen nicht aus sicherem Abstand. Er wurde in Person zu dem, was diesen Menschen fehlte. Das nenne ich radikale Beziehung!
Wenn wir nun behaupten, dass Jesus in uns lebt, dann hat all das etwas mit uns zu tun! Hiob war nur eine Art Vorgeschmack auf den menschgewordenen Sohn Gottes. Jesus gab sich ganz und gar hinein. Er gab sich ganz und gar hin für uns – im Leben und im Tod. Er hat alles gegeben – nicht aus sicherem Abstand, sondern sich selbst.
Das nennt man Inkarnation (Fleischwerdung). Man gibt etwas konkrete Gestalt, das sonst nicht greif-, fühl- und erlebbar wäre… Wenn dieser Jesus in uns lebt (Gal 2,20!), dann wäre es ganz natürlich, dass etwas davon in unserem Leben sichtbar wird. Wir werden dann zur Hilfe für die Hilflosen. Wir werden zur Liebe für die Ungeliebten. Wir werden zur Schulter für die Einsamen. Wir werden zum Trost für die Verzweifelten. Nicht aus sicherem Abstand als Wohltäter, sondern als Menschen die von der Liebe des lebendigen Gottes getrieben werden. Als Menschen in denen Jesus LEBT! Inkarnation.

call:.

Überleg dir mal wie du lebst. Drehst du dich vor allem um dich selbst? Schaust du vor allem, dass es dir gut geht und dass du zum Zug kommst? Oder bist du jemand, der auch anderen hilft und sich um andere kümmert?
Die Frage ist: Bleibst du auf Abstand? Egal ob dieser Abstand gross oder klein ist. Was könnte das für dich konkret heissen, dich ganz hinein zu geben? Für wen könntest du “Fleisch”, greif- und erlebbar werden?
Nimm dir Jesus nicht nur zum Vorbild – er ist viel mehr… Er lebt in dir und will durch dich leben! Frage ihn diese Woche permanent, wo er dich benutzen will etwas für jemand anderes zu sein, das dieser Person fehlt. Zur Erinnerung kannst du ja in fetten Buchstaben das Wort “FLEISCH” auf einen Zettel schreiben :-) . In deiner Hosentasche z.B. wird dich das womöglich immer wieder im richtigen Moment stören…

[via GRC 100 Inkarnation]