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Das Buch “Jesus” von Klaus Berger, dass ich vor knapp einem Jahr zu meinen aktuellen Büchern zählte, gehört immer noch zu meinen aktuellen Büchern. Es ist echt ein Buch, das in vielen Bereichen zum Nachdenken bringt, ermutigt, hinterfragt – manchmal auch provoziert.

Ein Kapitel in dem Buch befasst sich mit dem Märchen vom liebenden Gott.

Wer den Leuten verkündet, Gott ist die Liebe und nichts als die Liebe, der muss sich nicht wundern, wenn es entweder mit dem Evangelium oder mit der Welt hinten und vorne nicht stimmt. Dann muss man die Wirklichkeit der Welt oder den lieben Gott so lange zurechtreden, bis die Fragen aufhören – oder man hüllt das Absurde gleich in Schweigen und verkauft seine Hilflosigkeit als Kraft des Glaubens.

Ausgangspunkt ist das Leid, die Katastrophen in der Welt und das damit verbundene Verständnis des liebenden Gottes.

Ist in der Bibel wirklich nur von Liebe die rede? Ich denke nein, das Alte Testament ist voll von Geschichten, dass Gott ist heilig.

Heilig, das heißt erschütternd, befremdlich, gefährlich, in die Knie zwingend, groß und unfassbar

Gott ist heilig und ein vor ihm treten ist eigentlich unmöglich. Das wird durch das “heilige erschrecken” z.B. in der Geschichte des Moses vor dem brennenden Dornenbusch deutlich. Dieses Erschrecken hat aber absolut gar nichts mit einer panischen krankmachenden Angst zutun, die es aber auch zu oft gab.

Wie also soll ich mit Gott umgehen, in dieser Spannung des lieben und doch heiligen und erschreckenden Gottes leben?

Berger schreibt dazu:

  • Gott so liebem, dass man nichts anderes zu viel liebt.
  • Gott so fürchten, dass man vor nichts anderem zu viel Angst hat.

Habe heute was aus Hosea 13 gelesen und mir sind im Wesen Gottes ein paar Tatsachen aufgefallen:

V.4 …einen Gott außer mir kennst du nicht, und einen Helfer außer mir gibt es nicht.

Dieser Vers ist eigentlich für Israel gedacht, jedoch kann man ihn auch sehr gut auf den Christen heute übertragen.

1. Wenn es nur einen Gott gibt, dann sollte ich auch versuchen diesen Gott so gut wie möglich kennenzulernen, mich an ihn hängen und ihm vertrauen.

2. Wenn in allem eigentlich nur Gott helfen kann, dann sollte ich mich auch in allen Situtationen an ihn wenden und ihm um Hilfe bitten.

Inwieweit kenne ich Gott überhaupt? Was habe ich bisher mit ihm erlebt und worin habe ich ihn als Helfer kennengelernt?

Ich lese grad den Propheten Hosea und wollte euch einfach mal was aus einem Kapitel mitteilen…

Und zwar werden im Kapitel 4 drei Gründe für den Fall des Nordreiches Israel beschrieben:

V.1Hört das Wort des Herrn, ihr Söhne Israels! Denn der Herr erhebt Klage gegen die Bewohner des Landes: Es gibt keine Treue und keine Liebe und keine Gotteserkenntnis im Land.

1. Keine Treue , dies hat sich durch Götzendienst und Ehebruch ausgewirkt (V.2+V13-14)
2. Keine Liebe, dies hat sich durch Mord, Diebstahl, Gewalttaten (V.2) ausgewirkt
3. Keine Gotteserkenntnis, dies ist eigentlich die Hauptursache für den Fall und die beiden oben genannten Vergehen. (V.6; 5,4)

Hosea nennt diese drei Punkte, die zum Gericht über Israel führen. Diese drei Punkte hängen aber wie folgt miteinander zusammen:
Man kann keine Treue halten, wenn man man diejenige Person nicht kennt bzw. liebt. Du würdest ja auch nicht einer wildfremden Person z.B. am Jahnplatz dein Portemonnaie in die Hand drücken und sagen: „Hey ich vertrau dir mein Portemonnaie an, du wirst doch bestimmt treu drauf aufpassen, ich bin gleich wieder da…“
Bei den meisten Personen wäre ich mir sicher, bräuchtest du dich nur einmal umdrehen und die Person mit dem Portemonnaie wäre schon über alle Berge.
Ja also es gilt, dass Treue Vertrauen beinhaltet und dies besteht nur bei demjenigen denn man kennt, den man liebt.
Treue beinhaltet aber auch, dass ich mich für diejenige Person einsetze und versuche in schwierigen Zeiten ihr zu helfen.

Zum zweiten kann ich eine Person nur lieben, wenn ich diese kenne. Es gibt zwar, dass verliebt sein, doch dies kann evtl. schnell vergehen, wenn man diejenige Person näher kennenlernt.
Ich muss also zu der Person, um sie wirklich zu lieben, eine Beziehung aufbauen, mich mit ihr beschäftigen und sie näher kennenlernen.

So und nun denke ich, dass man das Problem Israels, gegenüber Gott sehr gut auch auf unsere Beziehung übertragen kann.

1. Wie kann ich die Treue zu Gott halten? Bzw. wie wirkt sich die Untreue gegenüber Gott in meinem Leben aus?

Untreue kann sich ähnlich wie bei Israel dadurch zeigen, dass wir einfach nicht mehr das tun, was Gott will, in dem wir seine Gebote missachten
Treue hingegen kann sich dadurch auswirken, dass wir für Gott leben, ihm in den verschiedensten Bereichen des Lebens vertrauen und vor allem, dass wir uns für ihn einsetzen

2. Wie kann ich Gott liebe erweisen?

Ich kann Gott liebe darin erweisen, dass ich ihm die Treue halte und mich mit ihm mehr beschäftige, ihn kennenlernen möchte, die Beziehung zu ihm tiefer wird, also einfach eine tiefere „Gotteserkenntnis“ entsteht

3. Wie kann ich mehr „Gotteserkenntnis“ bekommen?
Um Gott zu lieben, muss ich ihn natürlich kennen etc. (hatte ich ja oben schon genannt). Dies passiert einfach dadurch, dass ich Zeit ihm Gebet und im studieren der Bibel verbringen.

Die drei Punkte hängen also ganz stark damit zusammen: Man kann Gott nicht die Treue halten, wenn man ihn nicht liebt. Und lieben kann man ihn auch nicht, wenn man ihn nicht kennt. Treue halten und lieben kann man Gott nur wenn man eine Beziehung zu ihm hat.