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Das Buch “Jesus” von Klaus Berger, dass ich vor knapp einem Jahr zu meinen aktuellen Büchern zählte, gehört immer noch zu meinen aktuellen Büchern. Es ist echt ein Buch, das in vielen Bereichen zum Nachdenken bringt, ermutigt, hinterfragt – manchmal auch provoziert.

Ein Kapitel in dem Buch befasst sich mit dem Märchen vom liebenden Gott.

Wer den Leuten verkündet, Gott ist die Liebe und nichts als die Liebe, der muss sich nicht wundern, wenn es entweder mit dem Evangelium oder mit der Welt hinten und vorne nicht stimmt. Dann muss man die Wirklichkeit der Welt oder den lieben Gott so lange zurechtreden, bis die Fragen aufhören – oder man hüllt das Absurde gleich in Schweigen und verkauft seine Hilflosigkeit als Kraft des Glaubens.

Ausgangspunkt ist das Leid, die Katastrophen in der Welt und das damit verbundene Verständnis des liebenden Gottes.

Ist in der Bibel wirklich nur von Liebe die rede? Ich denke nein, das Alte Testament ist voll von Geschichten, dass Gott ist heilig.

Heilig, das heißt erschütternd, befremdlich, gefährlich, in die Knie zwingend, groß und unfassbar

Gott ist heilig und ein vor ihm treten ist eigentlich unmöglich. Das wird durch das “heilige erschrecken” z.B. in der Geschichte des Moses vor dem brennenden Dornenbusch deutlich. Dieses Erschrecken hat aber absolut gar nichts mit einer panischen krankmachenden Angst zutun, die es aber auch zu oft gab.

Wie also soll ich mit Gott umgehen, in dieser Spannung des lieben und doch heiligen und erschreckenden Gottes leben?

Berger schreibt dazu:

  • Gott so liebem, dass man nichts anderes zu viel liebt.
  • Gott so fürchten, dass man vor nichts anderem zu viel Angst hat.

Nach längerer Zeit gibt es hier wieder einen GRC aus dem hause young-people.ch

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Seite 679 der Bibel
(Hiob 10,7-11,3)

radical relationship:.

“Ja, du hast mir das Leben geschenkt und mir deine Güte erwiesen: deine Fürsorge hat mich stets bewahrt.” (V.12) Amen dazu, oder?! Das würden wohl die meisten von uns unterschreiben. Wir wissen, dass es stimmt. Wir glauben es. Auch Hiob tut das. Er redet aber noch weiter: “Aber tief in deinem Herzen denkst du anders; in Wirklichkeit hast du dies beschlossen: Auf jedes Vergehen willst du mich festnageln und mich von meiner Schuld nicht mehr freisprechen.” (V.13-14) Krasse Aussage.
Vielleicht spricht aber Hiob in seinem Elend etwas aus, das auch tief in uns drin verwurzelt ist. Wir würden es wohl Gott nie so an den Kopf werfen (liegt darin eine von Hiobs Stärken?!)… Nein. Vielleicht wagen wir es nicht mal zu denken, denn wir wissen ja, was stimmt: Vers 12. Aber ich behaupte, dass viele Christen damit unterschwellig leben und es ihr Leben, ihr Verhalten, ihre Beziehungen prägt. Furcht, etwas falsch zu machen und dann von Gott dafür bestraft zu werden. Misstrauen, ob dieser Gott es WIRKLICH gut mit uns meint (es könnte ja auch sein, dass Gott uns damit lockt, um uns dann in die Pfanne zu hauen). Viele von uns meinen zu Wissen, was Gnade und Liebe bedeutet, aber steuern und antreiben tut uns das Bild vom strafenden Gott.
Ein paar Fragen dazu:
Wieso will ich heilig und rein leben. Aus Angst oder aus Liebe?
Wieso lese ich die Bibel und bete ich? Aus Pflichtgefühl oder Bedürfnis?
Wieso tue ich Gutes und will Menschen zu Jesus führen? Weil ich beschenkt wurde, oder weil es von mir gefordert wird?

Unser Gottesbild (bewusst oder unbewusst) prägt unsere Beziehung zu ihm zutiefst. Ich glaube, dass hier ein wesentlicher Grund liegt, wieso uns das Leben als Christen oft so schwer fällt: Wenn wir Gott so sehen, dann ist es nur natürlich, dass wir uns überwinden müssen, Gemeinschaft mit ihm zu haben und zu tun, was er sagt. Wer will denn schon mit so jemandem zusammen sein?!
Tatsache ist aber, dass wir in Jesus Gottes wirkliches Wesen sehen: Voller Liebe – und doch heilig. Barmherzig, weil er versucht wurde, wie wir (Hebr 4,15). Gnädig, ohne die Augen zu verschliessen (Joh. 8 ). Vergebend, weil er in Beziehung mit uns leben will. Mich motiviert das!

call:.

Diese Tatsachen sind wahr, das heisst aber noch nicht, dass wir sie im Herzen tragen und damit leben, dass sie uns prägen… Das kann ich mit diesem GRC auch nicht bewirken. Aber Gott kann es!
Vielleicht musst du wie Hiob anfangen und deine Vorurteile gegenüber Gott formulieren. Sprich aus, was du wirklich glaubst, fühlst, denkst. Er kann damit umgehen. Er kann noch viel mehr: Er will sich dir zeigen – so wie er wirklich ist. Bitte ihn diese Woche jeden Tag, dass er es tut: “Herr, zeige mir, wie du wirklich bist!” Bei Hiob hat Gott es am Schluss getan, so dass er sagte: “Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen!” (Hiob 42,5)