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Was ist Ruhe, was ist Stille?
Das beschäftigt mich schon länger und dass dies das Thema für 2010 passt einfach.

Gott hat sich nachdem er die Erde geschaffen hat am 7. Tag ausgeruht (1.Mo 2,1-3). Musste sich Gott von einer körperlichen Arbeit ausruhen? War Gott erschöpft? Oder was heißt es dann, dass Gott ruhte?

Wie sollen sich dann die Menschen ausruhen, oder wozu? Wie ruht man sich denn am besten aus?

Dem Volk Israel sagt er immer wieder, dass sie still sein sollen, das sie vor Gott ruhig werden sollen:

Jesaja 30,15
Denn so spricht Gott, der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillesein und im Vertrauen läge eure Stärke.

Also was heißt das – irgendwelche Ideen?

Ich bin via context21 auf ein super Video über Gemeinde gestoßen: “What is the Church?”

Er erwiderte: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. Lk 18,27

Das Jahr 2009 ist zwar voll im Gange, die Jahreslosung können vielleicht viele gar nicht mehr hören. Ich finde sie auf jedenfall klasse und total motivierend!
Letztens habe ich mir erstmal mit ein paar Leuten angeguckt in welchem Zusammenhang die Jahreslosung steht. Und das hat mich dann noch mehr motiviert.
Die Jahreslosung ist nämlich eine Antwort von Jesus auf eine Frage der Leute um ihn herum. Die Frage lautet:

Wer kann dann noch gerettet werden?

Vorher kommt das bekannte Zitat von Jesus: “Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Denn eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt”

Also die Menschen um ihn herum fragen Jesus, wer kann zu Gott kommen, wer kann gerettet werden? Der reiche Jüngling der vorher mit Jesus war nach außen gesehen für viele Menschen vielleicht ein anerkannter Mann. Er hatte Geld, was oft als Segen Gottes gesehen wurde, hielt angeblich die Gebote. An für sich – ein frommer Mann.

Und dieser Mann soll es schwer haben ins Reich Gottes zu kommen, fragen die Menschen. Wenn der es nicht schafft, wer dann?
Da kommt dann die Antwort Jesus, die Jahreslosung: Bei Gott ist es möglich! Auch wenn wir uns das nicht vorstellen können.
Also jeder kann zu Gott kommen, jeder hat die Möglichkeit gerettet zu werden. Vom äußerlich oberfrommen Menschen zu dem normalen Familienvater oder der Hausfrau, bis zu den Leuten am Rand der Gesellschaft. Menschen die keiner haben will, Leute von der Straße, Alkoholiker, Drogenabhängige.

Jeder kann zu Gott kommen, jeder kann gerettet werden! Weil bei Gott nichts unmöglich ist!

Das Buch “Jesus” von Klaus Berger, dass ich vor knapp einem Jahr zu meinen aktuellen Büchern zählte, gehört immer noch zu meinen aktuellen Büchern. Es ist echt ein Buch, das in vielen Bereichen zum Nachdenken bringt, ermutigt, hinterfragt – manchmal auch provoziert.

Ein Kapitel in dem Buch befasst sich mit dem Märchen vom liebenden Gott.

Wer den Leuten verkündet, Gott ist die Liebe und nichts als die Liebe, der muss sich nicht wundern, wenn es entweder mit dem Evangelium oder mit der Welt hinten und vorne nicht stimmt. Dann muss man die Wirklichkeit der Welt oder den lieben Gott so lange zurechtreden, bis die Fragen aufhören – oder man hüllt das Absurde gleich in Schweigen und verkauft seine Hilflosigkeit als Kraft des Glaubens.

Ausgangspunkt ist das Leid, die Katastrophen in der Welt und das damit verbundene Verständnis des liebenden Gottes.

Ist in der Bibel wirklich nur von Liebe die rede? Ich denke nein, das Alte Testament ist voll von Geschichten, dass Gott ist heilig.

Heilig, das heißt erschütternd, befremdlich, gefährlich, in die Knie zwingend, groß und unfassbar

Gott ist heilig und ein vor ihm treten ist eigentlich unmöglich. Das wird durch das “heilige erschrecken” z.B. in der Geschichte des Moses vor dem brennenden Dornenbusch deutlich. Dieses Erschrecken hat aber absolut gar nichts mit einer panischen krankmachenden Angst zutun, die es aber auch zu oft gab.

Wie also soll ich mit Gott umgehen, in dieser Spannung des lieben und doch heiligen und erschreckenden Gottes leben?

Berger schreibt dazu:

  • Gott so liebem, dass man nichts anderes zu viel liebt.
  • Gott so fürchten, dass man vor nichts anderem zu viel Angst hat.