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Durch die letzten Ausgabe der dran musste ich über die Gnade Gottes nachdenken. In den verschiedenen Artikel (z.B. Begnadigt, nicht berechtigt) geht es immer wieder darum, dass Gnade nicht die Voraussetzung der Buße und des Bekenntnisses hat. Gnade ist einfach da. Das sehen wir in Geschichten von der Ehebrecherin in Joh. 8 oder bei dem Mann, der von seinen Freunden über das Dach zu Jesus gebracht wird. Jesus vergibt.
Und wir lesen nicht, dass diese Menschen in irgendeiner Weise vorher ihr bisheriges Leben bereut und bekannt haben.

Gnade überrascht. Gnade kommt immer als erstes.

Gestern habe ich dann noch Römer 2,4 gelesen:

Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Nachsicht und erkennst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Buße führen will?

Gnade überrascht. Sie ist einfach da. Sie kommt als erstes.

Gott ist derjenige, der seine Hand uns als erstes entgegenstreckt. Und der Mensch kann zu packen. Sich helfen lassen. Aufhelfen und weitergehen.
Das ist der Schritt der Buße/Umkehr. Umkehr und Sinnesänderung ist der Schritt zu dem Gott uns führen möchte. Es ist der Moment, in dem wir gestärkt durch Gottes Hand aufstehen und weitergehen.

Zu erst die Gnade. Einfach so. Ohne Voraussetzung. Sie ist einfach da. Gott ist einfach da. Immer.

Einige wenige Worte zu Weihnachten…

“Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.” Joh 1.14

In Jesus Christus hat Gott uns zu Weihnachten “Gnade” und “Wahrheit” gebracht. Was genau steckt hinter diesen Worten?

Die Hoffnung für alle übersetzt an dieser Stelle: “In ihm sind Gottes vergebende Liebe und Treue zu uns gekommen.” Während die Gute Nachricht von “Güte und Treue” spricht.

Ehrlich gesagt finde ich beide Übersetzungen schwach. Andere morderne Übersetzungen wie Neues Leben oder Neue Genfer Übersetzung haben Gnade und Wahrheit stehen lassen und nicht versucht, durch eine Interpretation zu ersetzten.

Hier nun kurze Gedanken zu den beiden Wörtern, die die Herrlichkeit Jesu ausgemacht. Es war die Herrlichkeit, der Menschen begegnet sind und ihr Leben verändern ließen (oder eben auch nicht!). Jesus hat es geschafft, Gnade und Wahrheit zusammen zu bringen, was uns Menschen sooft schwer fällt.

Wahrheit ohne Gnade ist brutal: Wir können jemanden die Wahrheit vor den Kopf hauen (zB: seine Schwächen und Fehler), doch ohne Gnade bringt das den Menschen nicht weiter. Er wird erschlagen mit der Wahrheit.

Gnade ohne Wahrheit ist billig: Wenn wir jemanden seine Schuld an uns immer wieder vergeben und sagen: “War ja nicht so schlimm. Ist okay.”, ist das eine billige Gnade, ohne Konsequenzen, ohne Veränderung und somit kraftlos.

Mit der “Gnade und Wahrheit” wünsche ich euch ein frohes Fest!

Ich finde es gibt einen Vers, den Jesus selbst in der Synagoge ausgelegt hat, der sehr gut beschreibt, warum er auf die Erde gekommen ist:

Lukas 4,18+19

Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist.”

Über thinkchristian.net bin ich auf diesen Post mit einem sehr coolen Zitat gekommen. Das krasse ist, dass das Zitat von einem Kind kommt:

wasser.jpgi think water is like grace. i mean, you can’t hurt water. you can boil it — which would hurt most stuff — but it just turns water into a different form. it’s still there. it’s like, water is adaptable. it never goes away, and adapts to the situation in order to stay there.

Ich habs versucht ins deutsche zu übersetzen, muss aber sagen, dass ich nie wirklich gut in englisch war. Von daher könnt und sollt ihr mich ruhig verbessern:

Ich denke Wasser ist wie Gnade. Ich meine, man kann Wasser nicht verletzen. Du kannst es kochen – was eigentlich am meisten verletzen würde – aber es verwandelt wasser nur in eine andere Form. Es ist immer noch da. Es ist als ob Wasser anpassungsfähig ist. Es verschwindet nie und passt sich der Situation an um dort zu bleiben.