Markus 2,27
Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Ich habe diese Stelle letztens gelesen und musste darüber länger nachdenken. Wozu gab es den Sabbat? Kurz gesagt, um einen Tag Ruhe zu finden. Besonders Ruhe in Gott zu finden! Doch damals wurden viele “Extragesetze” eingeführt, damit der Sabbat auch wirklich gehalten wurde. Im Endeffekt ging es dann fast gar nicht mehr um den wirklichen Sinn des Sabbat sondern um das stumpfe Einhalten der Regeln.

Mir ist da parallel auch eine Stelle aus Sacharja eingefallen, die dazu ganz gut passt:

Sacharja 7,3-6
V.3 und legten den Priestern am Tempel des Herrn, des Herrschers der Welt, und den Propheten dort die Frage vor: »Sollen wir auch künftig den Fast- und Trauertag im 5.Monat begehen, wie wir es schon so viele Jahre tun?«
V. 4 Da erging an mich das Wort des Herrn, des Herrschers der Welt, er sagte zu mir:
V. 5 »Richte dem Volk von Juda und den Priestern meine Antwort aus: Siebzig Jahre lang haltet ihr nun schon die Fast- und Trauertage im 5. und 7. Monat. Meint ihr, ihr hättet da für mich gefastet?
V. 6 Wenn ihr esst und trinkt, tut ihr es doch auch für euch selbst!

Mir geht es hier jetzt weniger um das Fasten im Allgemeinen, sondern darum, dass Gott zu Israel sagt:” Du machst das doch gar nicht mehr aus dem eigentlichen Grund; du machst das nur noch für dich!”

Gott klagt bei Israel an, dass sie den Sinn vom Fasten vergessen haben, genauso wie Jesus in gewisser Weise es im Bezug auf den Sabbat tut.
Genauso geht es mir ähnlich. Es gibt Dinge, die “ich schon seit vielen Jahre” tue, aber tue ich sie immer noch aus dem eigentlichen Grund, aus dem Sinn der dahinter steckt?

  • Gehe ich Sonntags zum Gottesdienst, weil ich wieder Input kriegen möchte, oder nur weil es dazugehört und ich es schon immer so gemacht habe?
  • Gehe ich Freitag Abends zum Jugendtreff, weil das schon lange der Fall war?
  • Arbeite ich in der Jugend/Gemeinde mit, weil es dazu gehört?
  • Lese ich die Bibel, weil ich einen Hunger danach habe, oder weil ich sonst vllt. ein schlechter Christ wäre wenn ich es nicht tun würde?

Ich möchte den Sinn meiner Taten, meiner Gewohnheiten hinterfragen und sie sein lassen, wenn ich den Sinn nicht kenne. Ich möchte die Dinge, die ich tue tun, weil sie mich begeistern, weil ich eine Leidenschaft für den Sinn dahinter habe!