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if you want to go fast – go alone. If you want to go far -go together

Ein afrikanisches Sprichwort – bei facebook gelesen.

Wir haben letztens bei uns in der WG bzw. mit den anderen Praktikanten über unser geistliches Zuhause geredet. Sind zu dem Schluss gekommen, dass wir unser geistliches Zuhause im stoffi (Abkürzung für den stoffwechsel) selber haben. Anfangs dachte ich noch mich bis Weihnachten auf eine Gemeinde festzulegen, zu der ich jeden Sonntag gehen werde, aber mittlerweile bin ich davon weggekommen. Der Stellenwert des sonntäglichen Gottesdienstes hat sich total verändert und einiges an Bedeutung verloren. Es ist nicht so, dass ich den sonntäglichen Gottesdienst für unnötig halte, aber bisher war es oft so, dass die Woche und das Gemeindeleben auf den Sonntag hinausgelaufen ist. Auf Predigt, Lobpreis und Gemeinschaft mit Christen.
Im stoffi fängt jedes Team mit einem Gebet, einer Andacht oder einer Lobpreiszeit an. Um 12 Uhr wird für 5 Minuten die Arbeit angehalten um für das zu beten, was man bisher gemacht hat, gerade macht oder noch machen möchte. Abends sitzen wir oft in der WG oder mit den anderen Praktikanten und reden mal mehr mal weniger auch über geistliche Dinge. Hier merke ich wirklich Gemeinde zu leben, die basics von Gemeinde deutlich zu sehen (Gebet, Gespräch, Gemeinschaft, Lobpreis, Input).

Ich habe heute 1. Korinther 12 gelesen. Ein sehr spannendes Kapitel, dass mich viel inspiriert und fröhlich macht. Menschen mit unterschiedlichen Begabungen, Persönlichkeiten in einer Gemeinschaft, die dann auch wieder dafür bestimmt sind, einander zu ergänzen. An sich Wunderbar!
Das Kapitel hat mich aber auch zum Nachdenken über einige Dinge gemacht:

1. Die Geistesgaben erhalte ich als Christ bei der Wiedergeburt. Was sind das für Gaben? Sind das ganz neue Seiten am Menschen, die vorher nicht da waren. Wie schnell kann man herausfinden welche Gaben man hat. Wo ist die Schnittstelle zwischen Gaben und Talenten? Oder eignet sich der Heilige Geist die Talente für Gaben ein?

2. Kann ich beeinflussen welche Gabe ich habe, oder welche ich nicht habe? Paulus spricht in 1. Kor. 14,1 darüber, “dass man sich um die Geistesgaben, besonders um die Gabe der prophetischen Rede bemühen soll”.

3. Was ist mit den “weniger edlen Körperteilen” am Leib Christ, der Gemeinde gemeint? Wieso sind die weniger anständig und was ist das für eine Ausstattung, von der Paulus in V. 23 spricht.

4.Der Geist Gottes gibt jedem Christen mindestens eine Gabe, was ist wenn man mehrere hat? Passen die immer zusammen oder können die im Widerspruch miteinander stehen. Soll man sich für eine bestimmte Richtung entscheiden, und wenn ja wie? Inwiefern spielt hierbei eine “Berufung” eine Rolle?

Mit Sicherheit gibt es noch viel Gedanken und Sachen zu diesem Text zusagen. Einige Fragen, die ich gestellt habe, sind vielleicht auch nicht nötig, aber ich habe erstmal die Dinge aufgeschrieben, die mir durch den Kopf fliegen.

Was denkt ihr dazu?

Nach langem gibt es heute wieder etwas aus dem Buch “Gemeinsames Leben” von Dietrich Bonhoeffer.

Ich lese gerade das Kapitel über Dienst in der Gemeinschaft.
Bonhoeffer schreibt darüber, dass oft die Neigung dazu besteht zu sagen, dass der einzig wahre Dienst, der Dienst am Wort Gottes sei.

Das stimmt so aber nicht ganz und daher schreibt Bonhoeffer folgendes:

Der erste Dienst, den einer dem anderen in der Gemeinschaft schuldet, bestehr darin, dass er ihn anhört. Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, dass wir sein Wort hören, so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder, dass wir lernen auf ihn zu hören.
Es ist Gottes Liebe zu uns, dass er uns nicht nur sein Wort gibt, sondern uns auch sein Ohr leiht. So ist es sein, Werk, dass wir an unserem Bruder tun, wenn wir lernen, im zuzuhören.
Christen, besonders Prediger, meinen so oft, sie müssten immer, wenn sie mit andern Menschen zusammen sind, etwas “bieten”, dass sei ihr einziger Dienst. Sie vergessen, dass Zuhören ein größerere Dienst sein kann als Reden. Viele Menschen suchen ein Ohr, dass ihnen zuhört und sie finden es unter den Christen nicht, weil diese auch dort reden, wo sie hören sollten.
Wer aber seinem Bruder nicht zuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören, sondern er wird auch vor Gott immer nur reden. Hier fängt der Tod des geistlichen Lebens an, und zuletzt bleibt nur noch das geistliche Geschwätz, die pfäffische Herablassung, die in frommen Worten erstickt.
Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Anderen immer vorbei reden und es selbst schließlich gar nicht merken.