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Ab Mittwoch bis gestern Abend war ich vom stoffwechsel aus, auf Tour in Bayern und Österreich. Wir haben in Jugendgruppen bisschen was von der Arbeit erzählt, unsere Geschichte von Jesus weitergegeben und Fragen beantwortet.
Morgens war ich mit dem Kidsclub (das mobile kreative Straßenprojekt) in Schulen und Kindergärten.

Normalerweise bin ich nicht im Kidsclub und von daher war die Erfahrung ziemlich super und hilfreich, Kids mit Puppentheater, Zaubertricks, Spielen, Lieder über Gott und Inputs zu begeistern und ihnen Gott näher zu bringen.

Vieles lief spontan, das Grundgerüst des Programms stand, aber einzelne Elemente wurden immer am Tag vorher oder auch paar Minuten endgültig geklärt. Das war aber überhaupt kein Problem, Spontanität ist bei der Arbeit sehr wichtig.

Jeden Tag könnte ich nicht bei so einer Sache mitmachen, aber zwischendurch ist das echt bereichernd. Die ganzen Tage haben mir echt Spaß gemacht und Zeit zum Ausruhen gab es auch.

Die nächsten Tage werden auch spannend. Es gibt Unterrichtsstunden vorzubereiten, Freitag machen wir wieder eine Aktion mit den Jungs aus dem Schulclub, Samstag haben wir die Jungs aus der 9. Klasse eingeladen und über Ostern sind wir beim Jugendtag in Crivitz, wo wir einen Abend gestalten.

Also es gibt einiges zutun, aber das ist okay – alles Andere wäre auch sonst langweilig ;-)

Ich dachte ich schreibe mal extra etwas über die Klassenfahrt in England, einfach weil Gott diese Zeit so riesig gesegnet hat.

Mein Teamkollege und Ich waren mit einer 9. Klasse der Schule, wo wir auch die Fußball AG machen, und einer anderen 9. Klasse – die wir aber gar nicht kannten unterwegs. Vor letzten Sonntag ging es los und letzten Freitag sind wir zurückgekommen.

Während der Fahrt saßen wir als einzige Begleiter in dem Doppeldeckerbus oben bei den Schülern. Das Gute war, wir waren nicht dafür verantwortlich, dass jede Regel (z.B. Anschnallpflicht, Chips Essen verboten) genau gehalten wird. Wir waren für die Beziehung da, haben viel mit den Schülern geredet. Wenn es dann bisschen zu bunt wurde, haben wir etwas gesagt und dann war das Ganze auch kein Problem mehr.

Durch die Beziehungen haben wir wirklich sehr viel Einblick in das Leben der Schüler bekommen. Vor allem in das Beziehungsleben zwischen den Jungs und Mädchen haben wir eine Menge mitgekriegt und konnten so nach und nach das Beziehungsgeflecht durchblicken. Einiges war wirklich irgendwie neu für mich, bzw. vorher nicht so bewusst.
Beispiel: Wenn ein Junge und ein Mädchen Händchen halten, heißt das noch lange nicht, dass sie zusammen sind. Manchmal hat ein Mädchen auch an beiden Händen jemanden gehabt.

Ich denke, dass zeigt einfach eine wirklich Sehnsucht nach Liebe bein den Schülern.

Während der ganzen Tage hatte ich mit einem Schüler sehr viel zutun. Er ist dabei etwas in die rechte Szene abzudriften und so haben wir viel über seinen Umgang mit Gewalt, seiner Wut und auch über seine politische Ansichten gesprochen. Vieles worüber wir geredet haben, hat er grundsätzlich verstanden. Dafür bin ich total dankbar.
Auch mit den anderen Jungs konnten wir super Beziehungen pflegen und viel reden. Trotzdem haben sie Respekt vor uns und sehen, dass was wir ihnen sagen nicht als plumpes Gelabere.

Da ich immer mit einem Holzkreuz als Halskette rumlaufe hat mich ein Junge aus der anderen Schule, beim Rausgehen aus einer Kathedrale gefragt, ob ich denn an Gott glaube. “Sicher!” sagte ich ihm.
Er konnte, dass gar nicht verstehen (worauf ich ihm gesagt habe, dass ich es andersrum nicht verstehen kann ;-) ) und wollte anfangen zu diskutieren (Schöpfung, Evolution etc..).
Aus Zeitgründen ging das leider nicht, da wir direkt weiter mussten. Während der weiteren Tage hat er oft noch nachgehackt und etwas provoziert.

Zuletzt kamen wir auf der Fähre nochmal ins Gespräch. Er stellte Fragen über die Kreuzzüge, warum Gott das Leid zulassen kann und weiteres. Ich habe die Fragen beantwortet, habe ihm aber dann weiter eher erzählt warum ich an das glaube, was ich glaube. Diskussionen über das woran ich glaube hätten in dem Moment wenig gebracht, da jeder auf seinen Standpunkt geblieben wäre.
So kam es dann, dass ich einfach von mir erzählen konnte, wie es kam, dass ich an Gott glaube, warum ich glaube.
Interessant war, dass auf einmal eine ganze Menge Schüler aufmerksam wurden und sich dazu gesellt haben.

Das herrlichste war, dass dieser Junge am Ende sagte: “Jetzt kann ich das Alles etwas mehr verstehen, ganz immer noch nicht, aber etwas mehr.” Dafür bin ich Gott so dankbar und bete, dass er noch weitere Schritte gehen wird, bis er das ganz versteht.

Die nächsten Tage bin ich bisschen Unterwegs. Zuerst gehts nach Kassel zur One Heart Konferenz für christliche Schuljugendarbeit, von der ich hier schon geschrieben hatte. Bin echt gespannt und freue mich schon auf die Themen, auf die Redner und die über 100 Teilnehmer.

Danach gehts erstmal für ein paar Tage nach Hause und dann gehts für eine Woche nach Österreich snowboarden.

Seit einiger Zeit habe ich ,motiviert durch meine Teamleiterin hier beim stoffi, angefangen jeden Tag zu versuchen eine “verrückte” Tat zu machen. Einiges ist wirklich verrückt, das Andere weniger – es klappt auch nicht wirklich jeden Tag.
Irgendwie kamen wir mit meinem WG Kollegen auf den Gedanken jeden Tag ein Wunder Gottes zu erwarten und aufzuschreiben. Ein Wunder, etwas wo wir Gottes Wirken sehen. Gott handelt nämlich jeden Tag, wirkt jeden Tag – doch viel zu oft sind meine Augen für das Wirken Gottes verschlossen und sehen die kleinen Dinge gar nicht mehr.
Ich habe das Ganze dann etwas abgewandelt und es “Jeden Tag eine verrückte Tat Gottes”, genannt. Verrückt muss es nicht sein – wie schon geschrieben, kommt es meistens auf die kleinen Dinge an. Auch hier gelingt es mir nicht jeden Tag etwas aufzuschreiben, oft auch weil ich nicht daran gedacht habe, nicht beobachtet habe und vieles selbstverständlich genommen habe.
Was ich bisher aber sagen kann, dass durch die Dinge, die ich aufgeschrieben habe, ich für eine Menge Dinge mehr dankbar bin und bewusster wahrnehme.
Denn Gott wirkt jeden Tag, ob verrückt in meinen Augen oder nicht – egal! Hauptsache meine Augen sehen das verrückte, wenns da ist.