Archives for posts with tag: Familie

In den letzten Tagen habe ich mich etwas mit dem Bereich der Beziehungen zu den Eltern der Jugendlichen aus der Jugendarbeit beschäftigt.
Zu den Gedanken hat das Kapitel in dem Buch “Abenteuer Jugendarbeit” beigetragen.

Während des Buches und noch stärker in dem Buch “Jugendarbeit mit Vision” , plädiert Doug dafür, dass ältere Menschen, Eltern mit in die Jugendarbeit eingebunden werden.
Hört sich für meine Verhältnisse sehr amerikanisch an. Jugendmitarbeiter sind doch in der Regel fast immer Jugendliche selber.

Aber warum eigentlich? Geht es in Deutschland auch, dass Eltern in der Jugendarbeit mitmischen?
Ich denke JA!

Die Jugendarbeit umfasst mehr als nur die Zeit einer Veranstaltung oder eines Programms. Jugendarbeit läuft über Beziehungen, über Jugendliche in ihrem Leben prägen. Auch wenn man der beste Jugendleiter sein mag, die meiste Zeit verbringen die Jugendlichen aber trotzdem zu Hause. Mit ihren Geschwistern, in einem Haus oder einer Wohnung, mit ihren Eltern – in einer Familie.

Wie können wir also die Zusammenarbeit mit den Eltern verstärken? Wie können Eltern auch aktiv an der Jugendarbeit in der Gemeinde mitwirken?

Ein Schritt wäre auf die Eltern zu zugehen, Aufmerksamkeit zu zeigen. Doug schreibt dazu in seinem Buch einige Ideen auf

  • Pünktliches Ankommen nach einer Freizeit/Jugendstunde
  • Lächeln, ehrliche Worte
  • Ideen für Themen sammeln
  • Namen der Eltern und ihrer Kinder, gut sogar noch die Berufe
  • Mache den Eltern Komplimente, bestätige und bekräftige sie in ihrem Elternsein
  • Frage Eltern nach ihrer Meinung, hör zu
  • Plane ein jährliches Abendessen mit allen Eltern

In der FAZ habe ich heute ein sehr gutes Interview mit einem Hirnforscher gelesen.

Es geht um die Entwicklung von Jungs und was für eine wichtige Rolle ältere Männer, vor allem der Vater für die Entwicklung der Jungs spielt.

Hier einige Zitate:

Jungs brauchen weder Puppen noch Panzer, sondern stabile Bindungen und Aufgaben, an denen sie wachsen können. Und wir müssen sie vor ungünstigen Rahmenbedingungen schützen.

Was braucht ein kleiner Junge?

Das Wichtigste wären ein richtig guter Vater und noch ein paar andere Männer im Verwandten- und Freundeskreis, die selbst gern Männer sind, die mit diesem Jungen was unternehmen und ihn so mögen, wie er ist. Liebe heißt ja nicht, dass man den ganzen Tag schmust. Man muss den Kindern eine Chance geben, ihre Potentiale zu entfalten.

Deshalb wünsche ich mir viel mehr erwachsene Männer, die sich für diese Jungs einsetzen. Die sich zur Verfügung stellen. Die diese Jungs einladen, ermutigen und inspirieren, mit ihnen gemeinsam zu entdecken, was Mannsein bedeuten kann. Die mit ihnen auf Berge steigen, in Flüssen angeln, mit modernen Medien irgendetwas Großartiges gestalten, in den Zirkus gehen, was auch immer. Die Hauptsache ist das gemeinsame Erlebnis, dass es Spaß macht, ein authentischer Mensch zu werden.