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Ich bin durch die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift dran ins Nachdenken zum Thema Buße und Vergebung gekommen. Jetzt steht in der Überschrift etwas von “Stolz”. Ich denke Stolz hat damit eine Menge zutun. Wenn ich stolz bin, hindert mich das oft daran ehrlich zu sein. Ehrlich zu mir selber, ehrlich vor anderen, ehrlich vor Gott zu sein.
Vergebung ist in meinem Leben als Christ super wichtig und wird viel zu oft unterschätzt, bzw. zuwenig betont. Jesus sagt auch nicht umsonst, dass wir einander vergeben sollen:

Wenn ihr euch aber weigert, anderen zu vergeben, wird euer Vater euch auch nicht vergeben.
Mt. 6,15

Stolz hinder mich oft daran selber zu vergeben und gerade auf andere zu zugehen, mich bei ihnen zu entschuldigen, um Vergebung zu bitten. Viel zu oft schaut man danach, was die anderen denken, wenn ich das machen würde, anstatt zu schauen, was Gott darüber denkt.

Der Herr ist groß, und doch sorgt er für die Demütigen, von den Stolzen aber hält er sich fern
Psalm 138,6

Mein Stolz hindert mich aber auch daran, mich komplett in Gottes Arme zu geben. In denke die Männer unter uns, haben damit noch das meiste Problem, gerade wenn man Familie und Kinder hat. Der Stolz steht in Widerspruch mit der Abhängigkeit. Wenn ich stolz bin, werde ich mich nie komplett von Gott abhängig machen können, ihm vertrauen, ihm alles überlassen. Ich werde immer ein stückweit versuchen, Dinge in meinem Leben selber hinzukriegen. Und das muss gar nicht sein, ich habe doch einen guten Gott. Einen Gott, der für mich sorgen will, sogar noch mehr, der Freude daran hat für mich zu sorgen und mich gerne beschenkt.

Genauso ist das auch mit dem Thema “Buße”. Wenn ich an Buße denke, und so denke ich wahrscheinlich nicht alleine, dann denke ich oft an etwas trauriges, düsteres und stilles. Etwas, was mit Schuldgefühlen und Klängen in Moll-Dur im Hintergrund zutun hat.
Doch kann das wirklich sein, ist das Buße? Ist es das worüber Jesus so oft spricht??

Jetzt denke ich nicht mehr an so etwas, wenn ich an Buße denke, sondern wenn ich das Wort Buße höre, dann denke ich an etwas wundervolles, an etwas gewohntes und warmes. Buße ist eine Neuausrichtung oder auch ein Abgleich mit dem was Gott von mir will. Wenn ich Buße tue, dann gebe ich mich in die Gegenwart Gottes und möchte bewusst von ihm prägen lassen, Zeit mit ihm prägen. Mein Herz immer mehr dafür schlagen zu lassen, wofür Gottes Herz schlägt. Einzige Voraussetzung dafür ist, “die grundsätzliche Erkenntnis, dass zwischen mir und Gott ein Unterschied besteht. Vereinfacht gesagt: Er ist gut, ich bin es nicht ganz.”
Deswegen ist Buße für mich auch etwas normales, etwas allgegenwärtiges. Ich will meinen Blick, mein Leben jeden Tag auf Gott ausrichten und nicht nur zu bestimmten Zeiten, oder bei bestimmten Gottesdiensten.

Wer noch mehr lesen will, hier gehts zum Artikel aus der dran: Lass dir mal wieder vergeben
Denn Buße ist Wellness-Programm und Peeling für die Seele

Folgender Text steht ganz im Bilde dessen, was ich zu Jona 2 geschrieben habe

Ein Ort, an dem ich ehrlich werden darf…



Eines der grossen Probleme des Menschen ist es zu meinen, anderen etwas vorspielen zu müssen. Die berühmten Masken, die wir hin und wieder aufsetzen. „Na, wie geht es dir?“ Zugegeben: eine floskelhafte Frage, die oft genug nicht von ehrlichem Interesse getrieben ist und eher einer allgemeinen Höflichkeit entstammt. Ebenso höflich wie bedeckt gibt man zur Antwort: „Danke, gut!“ Manchmal verbergen wir hinter dieser Formel unser wirkliches Ergehen wie hinter einer Maske – einer Maske des Lächelns, einer Maske der Distanz. „Ja nicht zu nahe kommen lassen“.

Hinter dieser Maske verbergen sich Sorgen, Schuld und innere Nöte. Der Grund dafür, dass wir eine solche Maske hin und wieder aufsetzen ist der, das „gute Bild“ zu wahren, das der andere von mir hat. Zur gleichen Zeit regt sich da in uns noch der andere Wunsch: endlich diese Maske ablegen zu dürfen. Da ist der Wunsch nach dem Ort, an dem wir endlich ehrlich werden dürfen, an dem ich einfach einmal sagen darf, was in mir vorgeht. Ein Ort, an dem ich auspacken darf. Endlich einmal jemandem von meinen Eheproblemen erzählen. Endlich einmal reden über die Probleme, die ich mit meiner Sexualität habe. Endlich rausrücken, dass ich in einer Glaubenskrise stecke. Einfach ehrlich werden.

Was hält uns eigentlich davon ab, diesen Schritt zu tun? Vielleicht ist es die Angst, das Gesicht zu verlieren. Oder die Angst, der andere könnte schockiert sein über mich. Vielleicht auch der Stolz, vor mir selbst oder auch vor einem Mitmenschen zuzugeben, dass ich Schuld, Sorgen oder innere Nöte mit mir herumschleppe. Natürlich: es kostet Mut und Demut. Es braucht beides, um die Angst und den Stolz zu überwinden. Aber diesen Mut und diese Demut segnet Gott „Gott widersteht dem Hochmütigen, aber dem Demütigen gibt er Gnade!“ Was für eine Verheissung! Schon Adam wollte sich vor Gott verstecken und meinte, seine Schuld mit einem Feigenblatt bedecken zu können. Als ob er vor Gott hätte fliehen könne. Und als ob er nicht sowieso schon alles gewusst hatte.

Gerade so wie damals den Adam ruft uns auch heute Gott zu, aus dem Versteck herauszutreten, die Maske abzulegen. Gott macht uns Mut, ehrlich zu werden vor ihm. Was passiert, wenn ich ehrlich werde und die Maske endlich ablege? Dieser Mut zur Ehrlichkeit entfaltet in unserem Leben eine unglaubliche Kraft, die uns und unser ganzes Umfeld verändert! Vor Jesus, der uns durch und durch kennt, und der gerade deswegen aus Liebe zu uns sein Leben für uns gelassen hat – vor ihm dürfen wir ehrlich werden. Vor ihm dürfen wir die Maske ablegen. Und mit der Maske die Schuld, die uns belastet, die Sorgen, die uns drücken und die inneren Nöte, die uns zu schaffen machen.

Lassen wir uns von Gott Mut machen und auch diese Demut schenken, damit wir ehrlich werden können vor ihm. Er schenke uns dazu seine Gnade!

Posted by RD