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Die letzten Tage und Wochen sind gefüllt mit vielen Gedanken und Fragen die einen beschäftigen. Es gibt nur zuwenig Zeit sich damit zu beschäftigen.
Ich frage mich angeregt durch das Buch “Unchristlich” -aus dem ich bisher nur ein paar Seiten gelesen habe, was mein Umfeld, meine Arbeitskollegen, Nichtchristen für ein Bild von mir haben. Prof. Michael Herbst schreibt direkt im Vorwort, dass bevor Nichtchristen mit dem Evangelium konfrontiert werden, sie mit dem Christen konfrontiert werden. Und diese Begegnung trägt einiges dazu bei, wie dann irgendwann die Begegnung mit dem Evangelium ausgeht.
Also wie lebe ich, wie rede ich, wie gebe ich mich? Wie sollte ich mich geben, angesichts dessen, dass ich als Christ heilig bin und weil Gott heilig ist, ich also auch heilig leben soll. Was heißt es Jesus mit allem was ich habe nachzufolgen? Mein Leben gestaltet sich also zu einem großen Maße darin, was für ein Bild ich von Gott habe. Was meint Petrus wenn er in 1. Petr. 14-18 schreibt:

14 Seid gehorsame Kinder und lasst euch nicht mehr von euren Begierden treiben wie früher, in der Zeit eurer Unwissenheit. 15 Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden. 16 Denn es heißt in der Schrift: Seid heilig, denn ich bin heilig. 17 Und wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht.

Gute Anregungen kriege ich auch durch das Buch “Jesus” von Klaus Berger, dass ich nur empfehlen kann.

Die nächste Frage ist, was ist geistliches Wachstum? Lässt sich Wachstum messen? Ist jemand geistlich reif und wächst sobald er mehrere Dienste in der Gemeinde übernimmt? Wie merke ich, ob ich nicht mehr wachse?

Viele Gedanken und viele Fragen, aber es geht weiter und ich denke ich werde immer mehr verstehen – hoffe ich zumindest…

Jugendarbeit an sich ist ein harter Job. Viele Jugendleiter, Jugendreferenten, Jugendpastoren oder Jugenddiakone – egal ob ehren- oder hauptamtlich, sind sehr beschäftige Leute mit tausenden von Ideen. Ideen, die sie liebend gerne umsetzten würden. Wie auch immer man das anstellen mag;ohne andere Personen geht es einfach nicht Ideen umzusetzen. Andere Leiter sind mehr als wichtig, aber das bringt nichts, wenn man sie nicht bevollmächtigt. Wenn es keinen Raum gibt, indem sie sich entfalten können. Dienst in der Gemeinde ist nie etwas, was man alleine tut.
Ich lerne immer mehr, dass ich mir immer wieder bewusst machen muss (auch wenn ich der Jugendleiter bin), Mitarbeiter zu bevollmächtigen und zu motivieren.

Auch wenn im Endeffekt alles vom Herrn kommt, gibt es einiges was man tun kann, um Mitarbeiter zu motivieren und bevollmächtigen:

  • Kommunikation
    Mit seinen Mitarbeitern zu kommunizieren, Ideen und die Vision zu teilen sind der Schlüssel für die Arbeit. Wenn man die Vision hinter der Arbeit gut, deutlich und immer wieder weitergibt hat man eine Menge geschafft. Das hat den Effekt, dass bei zukünftigen Aktionen und Projekten die Mitarbeiter automatisch nach dem Grund für das Projekt fragen. Warum machen wir das? Was ist die Vision?
    Vision teilen ist mit dem Team zu reden, Ideen zu teilen, zu zeigen worum es geht, wo die Arbeit hingeht. Dadurch weiß jeder wo es hingeht, wo ich folgen kann. Wenn keine Vision da ist, keine Richtung sichtbar ist, wohin die Arbeit geht, ist es schwierig zu folgen, schwierig Dinge zutun und Ideen zu entfalten.
    Jesus wusste worum es ging. Er teilte mit seinen Jüngern worum es ging. Die Jünger waren nach der Zeit mit Jesus bevollmächtigt, weil sie verstanden haben (zwar erst im Nachhinein, aber immerhin) worum es geht.
  • Motivation und Beeinflussung
    Nicht immer wenn du als Leiter eine Entscheidung triffst, heißt es, dass diese gut ankommt, gut aufgenommen wird. Manche Personen fühlen sich wertlos, wenn eine neue Idee eingeführt wird, weil sie denken, dass sie ihren Dienst nicht gut machen. Was du von Gott hörst kann das genaue Gegenteil sein, was dein Mitarbeiter rechts von dir von Gott gehört hat. Sei sensibel in diesem Bereich und richte dich nach der Vision. Motivier und hilf deinen Mitarbeitern ihre Gaben von Gott zu verstehen und für ihre Arbeit einzusetzen. Wir alle haben eine Rolle im Leib Christi, nur hin und wieder brauchen wir Ermutigung um das wirklich zu sehen.
    Du kannst deine Mitarbeiter beeinflussen und motivieren zu verstehen, dass sie ein Teil der Gruppe, des Teams sind. Es geht dabei in erster Linie um Ermutigung und Hervorheben der anderen Person.
  • Zuhören!
    Dein Team kennt dich oft besser als viele andere. Und weil sie dich kennen, kennen sie auch deine Stärken und Schwächen. Manchmal kann es weh tun, was dir dein Team sagt. Die Wahrheit schmerz halt. Sie also dafür bereit. Es kommt dabei darauf an, was du daraus machst. Wie gehst du mit dem Feedback der Mitarbeiter um. Arbeite an deinen Stärken und sei offen gegenüber deinen Schwächen. Lass dir von dem Team in diesen Bereichen helfen. Du kannst nicht alles machen, du brauchst dein Team.
  • Sei dabei!
    Arbeite mit deinem Team und nicht an ihnen. Wenn du nicht hin und wieder die gleichen Dinge tust, wie dein Team, dann gehörst du nicht zum Team. Du bist ein Außenseiter! Krempel deine Arme hoch und sei dabei wenn es darum geht sich im Dienst für den Herrn die Hände schmutzig zu machen.

[via: How to empower your leadership]

In den letzten Wochen ging es bei mir ziemlich heiß her. Viele Sachen die es einfach zutun gab, aber auch viel Zeit für Beziehungen die ich genießen konnte.
Ich lese zwischendurch immer wieder “Abenteuer Jugendarbeit” und werde durch dieses Buch inspirierend und oft auch ermahnt.

Früher war es kein Ding für mich, morgens um 5 Uhr aufzustehen und meine Zeit mit Gott dann zu verbringen. Diese Zeit war die beste Zeit am Tag, ich habe sie sowas von genossen. In letzter Zeit kriege ich das nicht mehr hin. Keine Ahnung warum. Ich stehe immer noch rechtzeitig auf, um zum Bus zu kommen, zu frühstücken, aber ich komme kaum noch dazu morgens Zeit mit Gott zu verbringen. Nach der Arbeit ist dafür meistens auch nicht die Zeit und Abends gehts auch nicht immer. Diese Zeit hat für mich aber die höchste Priorität und deswegen wurmt mich das alles gewaltig.

So kam der Teil aus dem Buch “Wie bleibe ich geistlich fit – ein gesundes Fundament legen” gerade recht. Eigentlich war nichts neu, habe schon vieles dazu gehört, lese das Buch mittlerweile auch schon zum zweiten Mal.
Hier aber ein paar Gedanken aus dem Buch:

Oft denken Leiter sie wachsen in ihrem geistlichen Leben, wenn sie anderen Jugendlichen helfen im Glauben zu wachsen. Das mag stimmen. Ist es aber so, dass ich die Zeit beim Vorbereiten von irgendwelchen Veranstaltungen, Kursen und Bibelarbeiten mit meiner persönlichen Zeit mit Gott ersetze, dann komme ich in der Beziehung zu Jesus nicht weiter. Und wenn ich nicht mit Jesus verbunden mit, dann habe ich kein Einfluss auf die Jugendlichen – dann kann ich ihnen nicht dauerhaft helfen in ihrer Beziehung zu Gott zu wachsen.

Viel zu oft, denken wir daran und sind damit beschäftigt, Gottes Arbeit zu tun, und vergessen, Gottes Kinder zu sein.. Aber das klappt nicht – die Rechnung wird nicht aufgehen.
Jesus selber sagt:

Joh. 15,4
Bleibt in mir und ich bleibe in euch, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Es kann schnell und oft auch unbewusst dazu kommen, dass meine Verbundenheit mit Gott, die eigene Spiritualität nur äußerlich lebt. Ähnlich wie die Pharisäer damals (Matth. 23,26) kommt man in die Gefahr nach außen hin die Spiritualität zu leben.
Aber was zeigt die eigene Spiritualität, woran sieht man, dass jemand geistlich gesund?

Drei Merkmale für eine rein äußerliche Spiritualität:

  1. Zur Gemeinde gehenMitarbeiter können einfach so zur Gemeinde gehen, mit Zweifel, Fragen, Unzufriedenheit und Sünde. Man wird gesehen, alles ist gut – keiner weiß wie es mir geht.
  2. In einer Kleingruppe sein / unter Freunden zu sein
    Es ist einfach in einer Kleingruppe zu sein, viele interessante Diskussionen zu führen, theologische Knackpunkte aufzubröseln. Dabei brauch niemand offen sein, erzählen wie es einem geht.
    Genau das gleiche kann in dem christlichen Freundeskre
    is geschehen. Wenn ich immer dabei bin wie immer – wer wird merken, dass es mir nicht gut geht? Wer weiß von meinem geistlichen Zustand?
  3. Stille Zeit

    Zwischendurch wird man ja dann doch gefragt, was man zuletzt in der “stillen Zeit” (man wie ich diese Wort nicht mag ;-) ) gelesen hat, wie die gelaufen ist. Standardantwort: “Super, habe eine Menge gelesen, vieles war interessant und ermutigend.” Fromme Antwort, super wenn es so ist. Aber sei mal ehrlich zu dir selbst und auch zu anderen Leuten. Es ist doch oft so, dass man gar nicht versteht, was man gelesen hat und noch mehr Fragen und Zweifel aufgekommen sind. Wieso nicht ehrlich sein und zugeben, ” dass ich nicht so leben kann, wie es da drinne steht, dass ich Jesus absolut in der Situation nicht verstehe…” Das hört sich nicht geistlich an, ist aber ehrlich und wird auf Dauer deinen Glauben vertiefen..

Wenn wir weiter darüber nachdenken, kommen wir auf die Frage was Gott möchte. Jesus zeigt dies ganz einfach:

Matth. 22,37-39
Jesus antwortete: »Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand! 38 Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39 Aber gleich wichtig ist ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!

Gott möchte zuerst, dass wir ihn lieben – das ist das wichtigste! Das zweitwichtigste ist der Dienst an den Mensche.
Der Dienst und die Liebe zu Menschen, darf nie wichtiger sein als die Liebe zu Gott.

Die wichtigste Frage lautet also: “Wie kann ich geistlich gesund bleiben und gleichzeitig den Jugendlichen dienen?”

Nach langem gibt es heute wieder etwas aus dem Buch “Gemeinsames Leben” von Dietrich Bonhoeffer.

Ich lese gerade das Kapitel über Dienst in der Gemeinschaft.
Bonhoeffer schreibt darüber, dass oft die Neigung dazu besteht zu sagen, dass der einzig wahre Dienst, der Dienst am Wort Gottes sei.

Das stimmt so aber nicht ganz und daher schreibt Bonhoeffer folgendes:

Der erste Dienst, den einer dem anderen in der Gemeinschaft schuldet, bestehr darin, dass er ihn anhört. Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, dass wir sein Wort hören, so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder, dass wir lernen auf ihn zu hören.
Es ist Gottes Liebe zu uns, dass er uns nicht nur sein Wort gibt, sondern uns auch sein Ohr leiht. So ist es sein, Werk, dass wir an unserem Bruder tun, wenn wir lernen, im zuzuhören.
Christen, besonders Prediger, meinen so oft, sie müssten immer, wenn sie mit andern Menschen zusammen sind, etwas “bieten”, dass sei ihr einziger Dienst. Sie vergessen, dass Zuhören ein größerere Dienst sein kann als Reden. Viele Menschen suchen ein Ohr, dass ihnen zuhört und sie finden es unter den Christen nicht, weil diese auch dort reden, wo sie hören sollten.
Wer aber seinem Bruder nicht zuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören, sondern er wird auch vor Gott immer nur reden. Hier fängt der Tod des geistlichen Lebens an, und zuletzt bleibt nur noch das geistliche Geschwätz, die pfäffische Herablassung, die in frommen Worten erstickt.
Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Anderen immer vorbei reden und es selbst schließlich gar nicht merken.