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Normalerweise mag ich den Sido nicht wirklich. Aber der hat ein paar Tracks die wirklich interessant sind. So das Lied von ihm “Augen auf”.
Das Lied beinhaltet einen ziemlich deutlichen Appell an Eltern sich mehr um ihre Kinder zu kümmern. Es behandelt eine oft verbreitete Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland mit tiefen Wahrheiten. Ich finds klasse!

Hier das Video und unten gibts noch den Songtext.

Songtext: Sido – Augen auf
– Hey, hallo Kinder!
– Hallo Sido!
– Hi Anna, Hi Thorsten und die andern.
– Levelt, leg das Handy weg!
– Ok… soll ich euch mal ‘ne Geschichte erzählen?
– Jaaaaaa!
– Dann hört zu jetzt.

[Strophe 1:]
Die kleine Jenny war so niedlich als sie 6 war,
doch dann bekam Mama ihre kleine Schwester.
Jetzt war sie nicht mehr der Mittelpunkt, sie stand hinten an
und dann mit 12 fing sie hemmungslos zu trinken an.
Das war sowas wie ein Hilfeschrei den keiner hört,
bei jedem Schluck hat sie gedacht: Bitte Mama, sei empört!
Doch Mama war nur selten da, keiner hat aufgepasst,
Papa hat lieber mit Kollegen einen drauf gemacht.
Jenny war draußen mit der Clique, hier war sie beliebt,
hier wird man verstanden, wenn man oft zu Hause Krise schiebt.
Sie ging mit 13 auf Partys ab 18,
schminken wie ‘ne Nutte und dann rein in das Nachtleben.
Extasy, Kokain, ficken aufm Weiberklo,
Flatrate saufen, 56 Tequila Shots einfach so
Wieviel mehr kann dieses Mädchen vertragen
und ich sag: Kinder kommt, wir müssen den Eltern was sagen – und das geht..

[Refrain:]
Hey… Mama mach die Augen auf.
Treib mir meine Flausen aus.
Ich will so gern erwachsen werden und nicht schon mit 18 sterben.
Hey… Papa mach die Augen auf.
Noch bin ich nicht aus’m Haus.
Du musst trotz all der Schwierigkeiten Zuneigung und Liebe zeigen.

[Strophe 2:]
Der kleine Justin war nicht gerade ein Wunschkind,
doch seine Mama ist der Meinung: Abtreiben gleich Umbringen.
Das Problem war nur, dass Papa was dagegen hatte,
deshalb fand man Justin nachts in der Babyklappe. (oh scheisse)
Er wuchs von klein auf im Heim auf,
doch wenn der Betreuer was sagte gab er ein’ Scheiß drauf!
Er hat schnell gemerkt, dass das nicht sein Zuhause ist,
hier gibt man dir das Gefühl, dass du nicht zu gebrauchen bist.
Dass er jemals 18 wird kann man nur wenig hoffen,
denn er raucht mit 6, kifft mit 8 und ist mit 10 besoffen.
Sag, wieviel mehr kann dieser Junge vertragen?
Und ich sag: Kinder kommt, wir müssen den Eltern was sagen, und das geht..

[Refrain:]
Hey… Mama mach die Augen auf.
Treib mir meine Flausen aus.
Ich will so gern erwachsen werden und nicht schon mit 18 sterben.
Hey… Papa mach die Augen auf.
Noch bin ich nicht aus’m Haus.
Du musst trotz all der Schwierigkeiten Zuneigung und Liebe zeigen.

[Strophe 3:]

Ein Kind zu erziehen ist nicht einfach, ich weiß das.
So hast du immer was zu tun, auch wenn du frei hast.
Pass immer auf, du musst ein Auge auf dein Balg haben,
am besten lässt du’s eine Glocke um den Hals tragen.
Kinder sind teuer, also musst du Geld machen,
du musst Probleme erkennen,(CHOR:und) sie aus der Welt schaffen.
Du musst zuhören, in guten und in miesen Zeiten,
du musst da sein,(CHOR:und) du musst Liebe zeigen
Wer Kinder macht, der hat das so gewollt,
doch sobald es ernst wird mit der Erziehung, habt ihr die Hosen voll.
Wieviel mehr kann die Jugend in Deutschland vertragen, (wie viel?)
hört hin, wenn eure Kinder euch jetzt was sagen
und das geht..

[Refrain:]
Hey… Mama mach die Augen auf.
Treib mir meine Flausen aus.
Ich will so gern erwachsen werden und nicht schon mit 18 sterben.
Hey… Papa mach die Augen auf.
Noch bin ich nicht aus’m Haus.
Du musst trotz all der Schwierigkeiten Zuneigung und Liebe zeigen.

[via lyrics.de]
Video [via youtube]

Jugendämter nehmen immer mehr Kinder auf

Täglich werden 77 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen.
W i e s b a d en (idea) – Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind so gefährdet, dass die Jugendämter sie in Obhut nehmen müssen. Im vorigen Jahr waren es jeden Tag durchschnittlich 77 Kinder und Jugendliche, im Vorjahr 71.

Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) am 15. Juli veröffentlicht hat. Im Jahr 2007 die deutschen Jugendämter für insgesamt 28.200 Kinder und Jugendliche „Erste Hilfe“ in für sie gefährlichen Situationen; das waren rund 2.200 (plus 8,4 Prozent) mehr als 2006. In 435 Fällen wurden die Kinder gegen den erklärten Willen der Sorgeberechtigten in Obhut genommen. Im Jahr 2006 hatte es 151 Herausnahmen gegeben. Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, wenn sie sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer, etwa der Polizei oder Erzieher, in Obhut und bringen sie – meist für Stunden oder einige Tage – in einer geeigneten Einrichtung unter, etwa in einem Heim. 7.000 Kinder und Jugendliche – etwa jeder vierte – wurden 2007 auf eigenen Wunsch in Obhut genommen; bei den Übrigen veranlassten andere Personen oder Stellen diese Maßnahme. 16.500 (58 Prozent) der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen waren älter als 14 Jahre. Mit einem Anteil von 55 Prozent (15.400) waren Mädchen wie in den Vorjahren in der Überzahl.

Viele Eltern sind überfordert

Der mit Abstand am meisten genannte Anlass war in 44 Prozent der Fälle die Überforderung der Eltern. Bei 6.500 der Kinder und Jugendlichen (23 Prozent) waren Vernachlässigung beziehungsweise Anzeichen für Misshandlung oder für sexuellen Missbrauch festgestellt worden. An einem jugendgefährdenden Ort, zum Beispiel in Straßen mit Bordellbetrieb oder an Treffpunkten von Drogenhändlern, wurden rund 11 Prozent (3.000) der in Obhut Genommenen aufgegriffen.

Für mich ein Indiz dafür, dass Gemeinden immer mehr sozial unter Kindern und Jugendlichen arbeiten müssen…

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