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Die Gnade der Ungewissheit



“Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden.” (1.Joh. 3,2)

Von Natur aus neigen wir dazu, so berechnend und abwägend zu sein, dass wir die Ungewissheit als ein Übel betrachten. Wir stellen uns vor, dass wir irgendein Ziel erreichen müssen; doch entspricht dies nicht der Natur des geistlichen Lebens. Das Wesen des geistlichen Lebens besteht darin, dass es uns gewiss macht in unserer Ungewissheit, und infolgedessen bauen wir nirgends Nester. Der gewöhnliche Menschenverstand sagt: “Angenommen, ich wäre in dieser Lage…” Wir können uns nicht in eine Lage versetzen, in der wir uns nie befunden haben.
Sicherheit ist das Ziel einer vernunftgemässen Lebensführung; gnadenvolle Ungwissheit ist das Zeichen einer geistlichen Lebensführung. Mit Gewissheit auf Gott bauen bedeutet, auf all unseren Wegen ungewiss sein: wir können nicht wissen, was der heutige Tag bringen mag. Dies wird gewöhnlich mit einem Seufzer der Traurigkeit ausgesprochen; es sollte eher ein Ausdruck atemloser Erwartung sein. Wir sind im Ungewissen über unseren nächsten Schritt; doch sind wir sicher, dass Gott da ist. Sobald wir uns Gott überlassen und die nächstliegende Pflicht erfüllen, überhäuft Er unser Leben fortwährend mit Überraschungen. Wenn wir Verfechter einer bestimmten Glaubensrichtung werden, stirbt etwas in uns; dann glauben wir nicht mehr an Gott, sondern an unseren Glauben an Ihn. Jesus sagt: “So ihr nicht werdet wie die Kinder” (Matth.18,3) Das geistliche Leben ist das Leben eines Kindes: Wir sind nicht ungewiss im Bezug auf Gott, aber ungewiss in Bezug auf das, was Er als nächstes tun wird. Wenn wir uns nur in unseren Ansichten über den Glauben sicher fühlen, werden wir streng und würdevoll, und der Fluch endgültiger Abgeschlossenheit lieg auf unseren Anschauungen; doch wenn wir richtig mit Gott verbunden sind, dann ist unser Leben voller spontaner, freudiger Ungewissheit und Erwartung.
“Glaubet an mich” (Joh 14,1), sagt Jesus, nicht: “Glaubet gewisse Dinge über Mich.” Überlasse alles Ihm; du lebst in einer herrlichen Ungewissheit darüber, wie Er kommen wird; doch wird Er sicherlich kommen. Bleibe Ihm treu!!

Bin ich fleischlich gesinnt?

“Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind, ist das nicht fleischlich?” 1. Kor.3,3

Der natürliche Mensch weiss nichts von Fleischlichkeit. Das Fleisch, das wider den Geist ist, de durch die Wiedergeburt hineingekommen ist, und der Geist, der wider das Fleisch ist, erzeugen die fleischliche Gesinnung. “Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches sicherlich nicht vollbringen” (Gal. 5,16), sagt Paulus, und die Fleischlichkeit wird verschwinden.
Bist du streitsüchtig und leicht verstimmt wegen Kleinigkeiten? “O, das ist ein Christ nie!” Und dennoch sagt Paulus, dass die Christen so seien, und er bringt diese Dinge mit der fleischlichen Gesinnung im Zusammenhang. Gibt es in der Bibel ein Wahrheit, die augenblicklich deinen Verdruss erregt? Dies ist ein Zeichen, dass du noch fleischlich gesinnt bist. Wenn sich die Heiligung in dir auswirkt, bleibt keine Spur von diesem Geiste übrig.
Wenn der Geist Gottes etwas in dir aufdeckt, das unrichtig ist, fordert Er dich damit nicht auf, es in Ordnung zu bringen; Er fordert dich auf, sein Licht anzunehmen, und dann wird Er selbst es in Ordnung bringen. Ein Kind des Lichts bekennt augenblicklich und steht nackt vor Gott; ein Kind der Finsternis sagt: “Oh, ich kann mich herausreden.” Wenn das Licht hereinbricht und du von deinem Unrecht überzeugt bist, dann sei ein Kind des Lichts und bekenne, und Gott wird Sich der Sache annehmen; wenn du dich jedoch rechtfertigst, dann erweist du dich als ein Kind der Finsternis.
Welches ist der Beweis dafür, dass die Fleischlichkeit verschwunden ist? Täusche dich nicht; wenn die Fleischlichkeit verschwunden ist, ist dies die allerwirklichste Tatsache, die du dir vorstellen kannst. Gott wird dafür sorgen, dass dir unendliche Möglichkeiten gegeben werden, durch die du das Wunder Seiner Gnade zu erkennen vermagst. Der einzige Beweis hierfür ist der praktische Versuch. “Wie erstaunlich”, wirst du sagen, “wenn das früher geschehen wäre, dann wäre der Groll in mir aufgekommen.”
Du wirst immer wieder von neuem der erstaunteste Mensch auf der ganzen Welt sein dem gegenüber, was Gott in deinem Inneren für dich getan hat

Abrahams Glaubensweg

“…. und ging aus und wusste nicht, wo er hinkäme” Hebr. 11,8

Im Alten Testament tat sich die persönliche Verbundenheit mit Gott durch Trennung kund; dies ist im Leben Abrahams versinnbildlicht durch die Trennung von seinem Lande, von seinem Stamme und von seinen Verwandten. Heutzutage besteht die Trennung eher in einer geistigen und seelischen Trennung von der Lebensanschauung derjenigen, die uns am liebsten sind, d.h. wenn sie ncht eine persönliche Verbundenheit mit Gott haben. Jesus Christus legte eine starke Betonung auf diesen Punkt (Lukas 14,26)
Der Glaube weiß nie, wohin er geführt wird; doch liebt und kennt er denjenigen, Der ihn führt. Der Glaube ist eine LEBEN im Glauben — nicht ein Vernunfts- und Verstandesleben, sondern ein Leben, in dem wir wissen, Wer es ist, Der uns “gehen” heisst. Das Wissen um eine Person ist die Wurzel des Glaubens. Eine der verfänglichsten Täuschungen ist die Annahme, dass Gott uns sicher zum Erfolg führt.
Diese letzte Stufe des Lebens im Glauben ist das Erlangen eines Charakters. Es gibt viele vorübergehende Wandlungen des Charakters. Wenn wir beten, fühlen wir, wie wir vom Segen Gottes umhüllt werden, und sind während dieser Zeit umgewandelt; dan kehren wir zurück zu unserem gewöhnlichen Tun und Trachten, und der Glanz verschwindet. Das Leben im Glauben ist nicht ein Sichemporschwingen auf Flügeln, sondern ein Gehen und nicht müde werden. Es handelt sich dabei nicht um Heiligung, sondern um eine unendlich viel höhere Stufe — um einen Glauben, der versucht und geprüft worden ist und der die Prüfung bestanden hat. Abraham ist nicht ein Vorbild für die Heiligung, sondern ein Vorbild für das Leben im Glauben, in einem Glauben, der geprüft wurde un der auf einem lebendigen Gott begründet war. “Abraham hat Gott geglaubt” (Gal. 3,6)

Dieses Buch zu jeden Tag von Oswald Chambers ist nur der Hammer!!!
werde bei Gelegenheit zu einzelnen Tagen was schreiben:

16. Februar

“Stehe auf von den Toten” Eph. 5,14
Dies ist die gewöhnliche menschliche Iniative. Wenn aber der Geist Gottes hinzukommt und in der Tat sagt:"Mache dich auf", dann merken wir, dass diese Initiative eine Eingebung ist.
Wir alle haben, wenn wir jung sind, unzählige Zukunfstbilder und Ideale, doch sehen wir früher oder später, dass wir nicht die Macht haben, sie zu verwirklichen. Wir können die Dingen nicht vollbrigen, nach denen wir uns sehnten, und sind geneigt, mit unseren Träumen und Idealen abzuschliessen, als ob wir tot wären.
Und dann muss Gott kommen und sagen: “Stehe auf von den Toten!”.
Wenn diese Eingebung von Gott kommt, dann kommt sie mit einer so wundertätigen Macht, dass sie uns befähigt, von den Toten aufzustehen und das Unmögliche zu vollbringen.
Es ist bezeichnend für die geistgewirkte Iniative, dass wir durch sie erst dann Leben erhalten, wenn wir uns aufgerafft haben. Gott gibt uns kein überwindelndes Leben; er gibt uns Leben, i n d e m w i r ü b e r w i n d e n. Wenn Gottes Eingebung kommt und Er uns sagt: “Stehe auf von den Toten”, dann müssen wir aufstehen; Gott stellt uns nicht auf. Der Herr sprach zu dem Mann mit der verdorrten Hand” “Strecke deine Hand aus” (Matth. 12,13), und sobald der Mann dies tat, war seine Hand geheilt; doch musste er selbst die Initiative ergreifen.
Sobald wir uns aufraffen, werden wir sehen, dass wir von Gott inspiriert werden; denn dann gibt Er uns augenblickliches Leben.