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In den letzten Wochen ging es bei mir ziemlich heiß her. Viele Sachen die es einfach zutun gab, aber auch viel Zeit für Beziehungen die ich genießen konnte.
Ich lese zwischendurch immer wieder “Abenteuer Jugendarbeit” und werde durch dieses Buch inspirierend und oft auch ermahnt.

Früher war es kein Ding für mich, morgens um 5 Uhr aufzustehen und meine Zeit mit Gott dann zu verbringen. Diese Zeit war die beste Zeit am Tag, ich habe sie sowas von genossen. In letzter Zeit kriege ich das nicht mehr hin. Keine Ahnung warum. Ich stehe immer noch rechtzeitig auf, um zum Bus zu kommen, zu frühstücken, aber ich komme kaum noch dazu morgens Zeit mit Gott zu verbringen. Nach der Arbeit ist dafür meistens auch nicht die Zeit und Abends gehts auch nicht immer. Diese Zeit hat für mich aber die höchste Priorität und deswegen wurmt mich das alles gewaltig.

So kam der Teil aus dem Buch “Wie bleibe ich geistlich fit – ein gesundes Fundament legen” gerade recht. Eigentlich war nichts neu, habe schon vieles dazu gehört, lese das Buch mittlerweile auch schon zum zweiten Mal.
Hier aber ein paar Gedanken aus dem Buch:

Oft denken Leiter sie wachsen in ihrem geistlichen Leben, wenn sie anderen Jugendlichen helfen im Glauben zu wachsen. Das mag stimmen. Ist es aber so, dass ich die Zeit beim Vorbereiten von irgendwelchen Veranstaltungen, Kursen und Bibelarbeiten mit meiner persönlichen Zeit mit Gott ersetze, dann komme ich in der Beziehung zu Jesus nicht weiter. Und wenn ich nicht mit Jesus verbunden mit, dann habe ich kein Einfluss auf die Jugendlichen – dann kann ich ihnen nicht dauerhaft helfen in ihrer Beziehung zu Gott zu wachsen.

Viel zu oft, denken wir daran und sind damit beschäftigt, Gottes Arbeit zu tun, und vergessen, Gottes Kinder zu sein.. Aber das klappt nicht – die Rechnung wird nicht aufgehen.
Jesus selber sagt:

Joh. 15,4
Bleibt in mir und ich bleibe in euch, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Es kann schnell und oft auch unbewusst dazu kommen, dass meine Verbundenheit mit Gott, die eigene Spiritualität nur äußerlich lebt. Ähnlich wie die Pharisäer damals (Matth. 23,26) kommt man in die Gefahr nach außen hin die Spiritualität zu leben.
Aber was zeigt die eigene Spiritualität, woran sieht man, dass jemand geistlich gesund?

Drei Merkmale für eine rein äußerliche Spiritualität:

  1. Zur Gemeinde gehenMitarbeiter können einfach so zur Gemeinde gehen, mit Zweifel, Fragen, Unzufriedenheit und Sünde. Man wird gesehen, alles ist gut – keiner weiß wie es mir geht.
  2. In einer Kleingruppe sein / unter Freunden zu sein
    Es ist einfach in einer Kleingruppe zu sein, viele interessante Diskussionen zu führen, theologische Knackpunkte aufzubröseln. Dabei brauch niemand offen sein, erzählen wie es einem geht.
    Genau das gleiche kann in dem christlichen Freundeskre
    is geschehen. Wenn ich immer dabei bin wie immer – wer wird merken, dass es mir nicht gut geht? Wer weiß von meinem geistlichen Zustand?
  3. Stille Zeit

    Zwischendurch wird man ja dann doch gefragt, was man zuletzt in der “stillen Zeit” (man wie ich diese Wort nicht mag ;-) ) gelesen hat, wie die gelaufen ist. Standardantwort: “Super, habe eine Menge gelesen, vieles war interessant und ermutigend.” Fromme Antwort, super wenn es so ist. Aber sei mal ehrlich zu dir selbst und auch zu anderen Leuten. Es ist doch oft so, dass man gar nicht versteht, was man gelesen hat und noch mehr Fragen und Zweifel aufgekommen sind. Wieso nicht ehrlich sein und zugeben, ” dass ich nicht so leben kann, wie es da drinne steht, dass ich Jesus absolut in der Situation nicht verstehe…” Das hört sich nicht geistlich an, ist aber ehrlich und wird auf Dauer deinen Glauben vertiefen..

Wenn wir weiter darüber nachdenken, kommen wir auf die Frage was Gott möchte. Jesus zeigt dies ganz einfach:

Matth. 22,37-39
Jesus antwortete: »Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand! 38 Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39 Aber gleich wichtig ist ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!

Gott möchte zuerst, dass wir ihn lieben – das ist das wichtigste! Das zweitwichtigste ist der Dienst an den Mensche.
Der Dienst und die Liebe zu Menschen, darf nie wichtiger sein als die Liebe zu Gott.

Die wichtigste Frage lautet also: “Wie kann ich geistlich gesund bleiben und gleichzeitig den Jugendlichen dienen?”

An Weihnachten dreht sich alles um Geschenke. Die Einkaufsgassen in den Städten sind rappelvoll. In allen Läden gibt es meterlange Warteschlangen vor den Kassen. Geschenke, total wichtig an Weihnachten. Niemand darf vergessen werden, Namen werden aufgeschrieben und viele Personen überlegen sich schon 3 Monate vorher was sie kaufen sollen.

Woher kommt das eigentlich?
Die Waisen aus dem Morgenland kamen zu Jesus und haben ihm Geschenke (Gold, Weihrauch und Myrrhe) geschenkt.
Gott hat Elisabeth (Matth. 1,12ff.) die Fruchtbarkeit geschenkt und sie konnte Johannes den Täufer gebären.
Die Sache, an die eigentlich jeder denkt ist, dass Gott uns seinen Sohn geschenkt hat, wodurch wir Errettung haben:

Römer 6,23
Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod; aber das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn

Ich erinnere mich noch daran, was ich geantwortet habe, als ich als kleiner Junge gefragt wurde, worüber ich mich denn an Weihnachten freue:”Ich freue mich, dass Jesus geboren ist!”
Das war natürlich gelogen. Damals hatte ich nichts anderes im Sinn als die Geschenke…

Mittlerweile denke ich da etwas anders! Gott hat uns durch seinen Sohn Jesus wirklich etwas wunderbare, etwas einmaliges geschenkt: Die Beziehung zu ihm.
Und weil ich diese Beziehung zu ihm und er mein Freund ist, darf er an Weihnachten auch nicht zu kurz kommen. Das heißt, Gott steht auch auf meiner nicht vorhandenen Geschenkeliste.

Gott etwas zu schenke ist nicht einfach. Ich kann ihm meine Zeit, mein Geld, meine vllt. mehr oder auch weniger talentierten Hände schenken. Ich kann Gott meine Füße schenken, mein ganzes Leben.
Aber was viel heftiger ist, dass ich Gott auch noch andere Sachen schenken kann. Sachen die eigentlich gar nicht so toll sind… Ich kann Gott meine Ängste, meine Sorgen, meine Schwierigkeiten mit bestimmten Personen, meine Süchte, meine Sünden schenken.
Für Gott ist das kein komisches Geschenk, er freut sich total darüber und kann damit auch etwas anfangen. Das beste ist, dass das was er damit anfängt auch uns weiterhilft:

Matth. 11,28
Kommt her zu mir ihr alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: Ich will euch Ruhe schaffen!

Bild via deviantart

Das Gute an Kleingruppen

Das Wort von Paulus an die Thessalonicher könnte ein Werbeslogan für Kleingruppen sein: „Ich hatte solch eine Zuneigung zu euch, dass ich bereit war, nicht nur Gottes Gute Nachricht mit euch zu teilen, sondern auch mein eigenes Leben. So lieb hatte ich euch gewonnen (1. Thess. 2,8)
In den Gruppenveranstaltungen teilen wir das Evangelium mit den Jugendlichen, in den Kleingruppen teilen wir unser Leben.

Kleingruppen ermöglichen persönliche Beziehungen

Jugendliche mögen es ab und zu auch anonym irgendwo dabei zu sein. Wenn man sie aber vor die Wahl stellen würde, ein unbekanntes Gesicht oder ein wohl bekanntes Mitglied einer kleinen Gruppe zu sein, würden sie sich garantiert für das letztere entscheiden.
Als Jugendleiter kennt man wahrscheinlich viele Leute und auch alle Jugendlichen der Jugendgruppe, aber die Mitglieder der Kleingruppe kennt man wirklich, mit all den Schwächen und Stärken, Konflikten, Ängsten und was in deren Familien läuft. Diese Intimität ist der Grund, warum wir gleichzeitig größer und auch kleiner werden wollen – größer durch Wachstum und kleiner durch die Kleingruppe.
Gerade wenn die Jugendgruppe immer größer wird, brauchen die Jugendlichen umso dringender eine kleine ihnen wohlbekannte Gruppe

Kleingruppen ermöglichen Jugendlichen, sich mitzuteilen

Während einer größeren Veranstaltung werden die meisten Jugendlichen der Predigt zuhören und auch wenn sie Möglichkeit haben ihre Meinung weiterzugeben, so werden doch die meisten ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben.
In einer Kleingruppe ist dies anders. Dort herrscht eine Atmosphäre des Vertrauens, wo auch mal andere Fragen und Aussagen gefragt und gemacht werden können.

Kleingruppen ermöglichen Jugendlichem, ihren Glauben für sich persönlich zu entdecken

Kleingruppen machen die persönliche Anwendung des Glaubens möglich. Viele Predigten gehen bei der Anwendung nicht genug in die Tiefe. In Kleingruppen können Anwendungen diskutiert, vertieft und im Nachhinein auch ausgewertet werden.
Der Inhalt der Bibel muss besprochen und auf das Leben übertragen werden. Viele persönliche Erlebnisse und Geschichten können gemeinsam dazu beitragen, dass dies gelingt

Kleingruppen ermöglichen verantwortliche Beziehungen

Das Teilen und Teilhaben öffnet in einer Kleingruppe die Tür zur Verantwortlichkeit. Wenn ein Jugendlicher ankündigt, er werde eine Anwendung ausprobieren, so kann er fast sicher sein, dass der Rest der Gruppe ihn nächste Woche danach fragen wird. Als Christ zu leben, ist zu schwierig um es alleine schaffen zu können. Hier bei ist wichtig, dass man einander die Sünden bekennt (Jak. 5,16)

  • dem anderen dient (Gal 5,13)
  • den anderen akzeptiert (Röm 15,7)
  • dem anderen vergeben (Kol 3,13)
  • den anderen grüßen (Röm 16,16)
  • die Lasten des anderen tragen (Gal 6,2)
  • sich um den anderen kümmern (Röm 12,10)
  • den anderen ehren (Röm 12,10)
  • den anderen unterrichten (Röm 15,14)
  • uns dem anderen unterordnen (Eph 5,21)
  • den anderen ermutigen (1 Thess 5,11)

In den nächsten Seiten von Jugendarbeit mit Vision geht es um das Thema Gemeinschaft und Kleingruppen. Vorab gibt es aber eine kleine Einleitung zum Thema:

Pflege der Gemeinde-Jugendlichen / Die Erfüllung von Gottes Auftrag der Gemeinschaft

Jugendliche zu betreuen und zu pflegen bedeutet, ihnen gewissenhaft bei ihrem Wachstum im Glauben zu helfen. Das gründlichste und messbarste Wachstum findet bei Jugendlichen statt, die vertrauensvolle, verlässliche und intakte Beziehung zu einem ihrer Jugendmitarbeiter haben. Die Beziehungen werden durch Gemeinschaft möglich.
In Jugendarbeitskreisen wurde das Wort Gemeinschaft bereits überstrapaziert und total auseinander gebogen, weil wir einfach alles unter den Begriff Gemeinschaft packen. Wir haben eine Gemeinschaftsstunde in einem Gemeinschaftsraum und die drei Jugendlichen, die dabei sind kapseln sich von der Gemeinschaft ab. Die Gemeinschaft wird überall gepflegt, auf Ausflügen, in großen und in kleinen Kreisen. Doch trifft unser „All-Inclusive-Wort“ nicht mehr wirklich, dass biblische Bild von Gemeinschaft.
In den ersten Gemeinden war Gemeinschaft mehr auf Beziehung zu als auf Unterhaltung bezogen. Sie beinhaltete sowohl Teilen (1.Joh. 1,7) und das Brechen des Brotes (Apg. 2,42) mit anderen Gläubigen als auch die Entwicklung einer engen Beziehung mit Christus (1. Kor.1,9) und mit anderen Gläubigen. Das ist doch ein ganz anderes Bild von als mit ein paar Jugendlichen herumzuhängen und Volleyball zu spielen.
Der effektivste Weg, biblische Gemeinschaft unter Jugendlichen zu schaffen, verläuft über Kleingruppen, denn sie bieten mehr Aufmerksamkeit als größere Veranstaltungen erlauben. Sie sind eine Möglichkeit für dauerhafte Beziehungen und was noch wichtiger ist, für die geistliche Reife der Jugendlichen. In den Kleingruppen kann etwas entstehen, ein Zugehörigkeitsgefühl, das keine Clique, keine Gangs und Kulte schaffen können.
Auch Jugendkreise mit 15 Jugendlichen haben es nötig, Kleingruppen zu schaffen. 15 Personen reichen, damit der eine oder andere Jugendliche abtauchen kann.
Gerade bei einer wachsenden Jugendarbeit wird es irgendwann nicht mehr möglich sein, jeden Jugendlichen einzeln zu betreuen und ein Auge auf ihn zu haben. Da helfen Kleingruppen ungemein.