Archives for posts with tag: Beziehung

Ich habe letztens überlegt in welchen Beziehungen Jugendleiter oder auch Jugendmitarbeiter stehen und wie unterschiedlich die Herausforderungen im Umgang mit den Personen sind:

  • andere Mitarbeiter
  • Eltern (spezieller auch vllt. die Eltern von kirchendistanzierten Jugendlichen
  • Gemeindeleitung
  • Gemeindemitglieder
  • Außenstehende Jugendliche
  • Gemeindenahe Jugendliche
  • “neue” Jugendliche
  • Öffentlichkeit
  • Behörden (z.B. Jugendamt)
  • Freunde, Familie

Ergänzungen?

Ich dachte ich schreibe mal extra etwas über die Klassenfahrt in England, einfach weil Gott diese Zeit so riesig gesegnet hat.

Mein Teamkollege und Ich waren mit einer 9. Klasse der Schule, wo wir auch die Fußball AG machen, und einer anderen 9. Klasse – die wir aber gar nicht kannten unterwegs. Vor letzten Sonntag ging es los und letzten Freitag sind wir zurückgekommen.

Während der Fahrt saßen wir als einzige Begleiter in dem Doppeldeckerbus oben bei den Schülern. Das Gute war, wir waren nicht dafür verantwortlich, dass jede Regel (z.B. Anschnallpflicht, Chips Essen verboten) genau gehalten wird. Wir waren für die Beziehung da, haben viel mit den Schülern geredet. Wenn es dann bisschen zu bunt wurde, haben wir etwas gesagt und dann war das Ganze auch kein Problem mehr.

Durch die Beziehungen haben wir wirklich sehr viel Einblick in das Leben der Schüler bekommen. Vor allem in das Beziehungsleben zwischen den Jungs und Mädchen haben wir eine Menge mitgekriegt und konnten so nach und nach das Beziehungsgeflecht durchblicken. Einiges war wirklich irgendwie neu für mich, bzw. vorher nicht so bewusst.
Beispiel: Wenn ein Junge und ein Mädchen Händchen halten, heißt das noch lange nicht, dass sie zusammen sind. Manchmal hat ein Mädchen auch an beiden Händen jemanden gehabt.

Ich denke, dass zeigt einfach eine wirklich Sehnsucht nach Liebe bein den Schülern.

Während der ganzen Tage hatte ich mit einem Schüler sehr viel zutun. Er ist dabei etwas in die rechte Szene abzudriften und so haben wir viel über seinen Umgang mit Gewalt, seiner Wut und auch über seine politische Ansichten gesprochen. Vieles worüber wir geredet haben, hat er grundsätzlich verstanden. Dafür bin ich total dankbar.
Auch mit den anderen Jungs konnten wir super Beziehungen pflegen und viel reden. Trotzdem haben sie Respekt vor uns und sehen, dass was wir ihnen sagen nicht als plumpes Gelabere.

Da ich immer mit einem Holzkreuz als Halskette rumlaufe hat mich ein Junge aus der anderen Schule, beim Rausgehen aus einer Kathedrale gefragt, ob ich denn an Gott glaube. “Sicher!” sagte ich ihm.
Er konnte, dass gar nicht verstehen (worauf ich ihm gesagt habe, dass ich es andersrum nicht verstehen kann ;-) ) und wollte anfangen zu diskutieren (Schöpfung, Evolution etc..).
Aus Zeitgründen ging das leider nicht, da wir direkt weiter mussten. Während der weiteren Tage hat er oft noch nachgehackt und etwas provoziert.

Zuletzt kamen wir auf der Fähre nochmal ins Gespräch. Er stellte Fragen über die Kreuzzüge, warum Gott das Leid zulassen kann und weiteres. Ich habe die Fragen beantwortet, habe ihm aber dann weiter eher erzählt warum ich an das glaube, was ich glaube. Diskussionen über das woran ich glaube hätten in dem Moment wenig gebracht, da jeder auf seinen Standpunkt geblieben wäre.
So kam es dann, dass ich einfach von mir erzählen konnte, wie es kam, dass ich an Gott glaube, warum ich glaube.
Interessant war, dass auf einmal eine ganze Menge Schüler aufmerksam wurden und sich dazu gesellt haben.

Das herrlichste war, dass dieser Junge am Ende sagte: “Jetzt kann ich das Alles etwas mehr verstehen, ganz immer noch nicht, aber etwas mehr.” Dafür bin ich Gott so dankbar und bete, dass er noch weitere Schritte gehen wird, bis er das ganz versteht.

radical-relationship-logo.jpgIch möchte euch hier ein Konzept, eine Art Kurs für die Jugendarbeit vorstellen. Leider konnte ich es bisher selber noch nicht ausprobieren (was aber evtl. dieses Jahr noch kommt), kann es aber auch so schon direkt empfehlen, weil es sehr viele Themen abdeckt.
Hier gibts ein kleines Einführungsvideo, die die Idee hinter r3 ziemlich gut zeigt.




Das besondere ist:

  • Es gibt eine Community in der man Ressourcen und Ideen mit anderen Leitern austauscht (r3-online.net)
  • Das Ganze ist in 12 Einheiten eingeteilt in denen es um die Beziehung zu Gott, zu Christen und zu Nichtchristen geht.
  • Auf der DVD, die beim Leiterheft dabei ist, gibt es eine Menge an Ressourcen z.B. Ideen für die Themengestaltung und Vorschläge für die Kleingruppenarbeit. So dass man direkt mit dem Konzept beginnen kann
  • Auf der Website gibt es eine Menge an sogenannten “Goddies”, d.h. Schlüsselbänder, Tassen etc. zur Erinnerung an die 3 Beziehungsebenen im Leben

Wer von euch sich das direkt bestellen möchte, den Link gibts hier:

Doug Fields schreibt in dem Kapitel weiter und im zweiten Teil über das Thema “Wie kann ich geistlich fit bleiben”, will ich daraus ein paar Sachen weitergeben.

Die Frage die zuerst aufkommt ist, die, woran man überhaupt merkt, dass man zuviel macht, dass die Zeit mit Gott zu kurz kommt.
Doug schreibt über sich selber, dass er das objektiv ziemlich gut an seinem Auto merkt. Sein Auto spiegelt oft die Geschwindigkeit seines Lebens wieder. Wenn er zuviel zutun hat, schenkt er seinem Auto zuwenig Aufmerksamkeit und das ist dann voll mit schmutziger Wäsche, Müll, Bücher, der Sporttasche, Getränkedosen, Müll, CDs, Sachen der Kinder und noch mehr Müll.

Es geht hierbei also um Warnsignale, die geistliche Missstände aufzeigen:

  • Verlust von Leidenschaft Gott, sein Wort oder der Dienst sind für dich nicht mehr spannend. Nichts kann dich motivieren.
  • körperliche Erschöpfung Tagsüber bist du oft ausgepowert und abends schläfst du sofort ein, wenn du dich hinlegst. Du bist so müde, dass du noch nicht einmal für ein paar Minuten wach bleiben kannst, um über den Tag nachzudenken
  • Gebetsvakuum Es ist schon lange her, dass du eine intensive Gebetszeit erlebt hast. Irgendwie schämst du dich, den ganzen Tag nicht mit Gott geredet zu haben. Aber wenn du betest, dann fühlt es sich seltsam und gezwungen an.
  • Zu einfaches Leben Unsere geistliche Reise beinhaltet normalerweise Spannungen und Versuchungen. Kampf ist eine notwendige Komponente für ein gesundes geistliches Leben. Wenn das Leben zu einfach ist, kann das ein Beweis dafür sein, dass du Überzeugungen ignorierst oder auf deine eigene Kraft und deine Gaben vertraust, anstatt Gott um die Kraft zu bitten, die du brauchst.
  • Pharisäertum Wenn dein persönliches geistliches Leben und deine Mitarbeit in der Gemeinde (Jugendstunden, Andachten) die gleiche geistliche Tiefe haben dann schöpfst du das Beste von deinem geistlichen Leben ab und bleibst fit. Wenn deine Predigten und Lehren tiefer sind als dein eigenes geistliches Leben, dann begibst du dich in die Gefahr in pharisäische Gewässer abzutreiben.
  • Verlust von Ehrfurcht Du kannst alles in deinem Leben rational erklären. Für Gottes Handeln ist kein Platz. Sein Wirken ist in einer kleinen Kiste nett verpackt

Sind dir diese Dinge bekannt? Hast du schon ähnliche Warnzeichen erlebt?
Wenn man die Warnzeichen erkannt hat, steht man vor einer Entscheidung: Entweder man leugnet sie, oder man arbeitet an ihnen.
Leugnen ist die praktischste Variante. Vor allem wenn man anfängt sich zu vergleichen (nach dem Motto: “Der ist noch viel schlimmer als ich…”)

Um an dem Warnzeichen zu arbeiten, muss man erst seinen Zustand eingestehen. Das ist oft mit Schmerz verbunden. Dabei kann es helfen, jemand anderen – einen anderen Christen zur Hilfe herbeizuziehen. Man muss da nicht alleine rauskommen.

Sich dieser ganzen Sache bewusst zu werden ist extrem wichtig. Das eigene Herz hat da hohe Priorität:

Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben
Sprüche 4,23

Gott geht es in erster Linie um dein Herz nicht darum, wie gut die Jugendarbeit gerade läuft.

Hier nun ein paar Ideen um aus einem geistlichen Tief herauszukommen bzw. wie man das geistliche Leben auch fit halten kann (Das ganze sind Ideen, von daher fühlt euch frei auch etwas hinzuzufügen)

  1. Strebe nach Regelmäßigkeit
    Prüfe zu erst wieviel Zeit du alleine mit Gott verbringst. Dazu zählt nicht irgendwelche Predigt- oder Andachtvorbereitungen. Nimm dir regelmäßig Zeit um in Gottes Gegenwart zu sein. Ich liebe diese Stelle:

    Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du alleine bist, schließ die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt belohnen
    Matth. 6,6 (Neues Leben)

    Ob du die Zeit mit Gott am Abend oder früh Morgens machst, ist dabei eigentlich unwesentlich. Du kannst dich fragen, wann die geringste Wahrscheinlichkeit besteht unterbrochen zu werden. Halte dir die beste Zeit des Tages frei für die beste Person in deinem Leben. Gott.

  2. Such einen “Reisebegleiter
    Sei mutig und bitte einen Freund, dich auf deiner geistlichen Reise zu begleiten. Er kann dich fragen, wie es mit deiner Beziehung zu Gott aussieht, wieviel Zeit du mit ihm verbringst. Es hilft jemanden Rechenschaft darüber abzulegen. Wichtig dabei: Sei bereit dieser Person ehrlich antworten. Dass du dir vorher bewusst werden. Es wäre deinem Freund unfair gegenüber, wenn er dich dann fragt – du aber nie ehrlich bist.

  3. Zurück zu den Wurzeln
    Erinnerst du dich daran, was Johannes in der Offenbarung schreibt?

    Aber etwas habe ich an euch auszusetzen: Eure Liebe ist nicht mehr so wie am Anfang. Bedenkt von welcher Höhe ihr herabgestürzt seid! Kehrt um und handelt wieder so wie zu Beginn!
    Offb. 2,4-5 (GNB)

    Das was Johannes hier beschreibt ist an sich ganz einfach: Erinnere dich an die Dinge, die du getan hast, als du gläubig wurdest. Und handle danach. Kannst du dich an die Freude erinnern, die du (wahrscheinlich) am Anfang der Beziehung mit Gott hattest? An die Leidenschaft für ihn, sein Reich und das was er sagt?

  4. Suche Abwechslung
    Einige Christen haben maßgeschneiderte geistliche Disziplinen, die sie ihrer Persönlichkeit, ihrem Alter und ihrem Terminkalender angepasst haben.
    Das funktioniert aber lange nicht bei jedem. Was andere für eine bedeutungsvolle Zeit mit Gott halten, kann für dich langweilig und gezwungen sein. Vielleicht musst du einfach etwas neues ausprobieren. Probiers mit Abwechslung. Essen tust du auch nicht jeden Tag das gleiche.
    Da gibt es viele Möglichkeiten, hier ein paar Ideen

    • Mach dir Notizen zu Abschnitten aus der Bibel, die dich angesprochen haben. Was sind die Anwendungen für dein Leben?
    • Reflektiere über einen einzigen Bibelvers und überlege, was er für dich bedeutet.
    • Suche Einsamkeit. Bete nicht. Sei einfach still und schreibe auf, was dir durch den Kopf geht.
    • Bete einen Abschnitt der Bibel
    • Schreibe Tagebuch über dein Leben. Untersuch Dinge, die du gestern gemacht hast. Ist dir etwas entgangen, dass dir Gott klar machen wollte?
    • Lies zügig einen Abschnitt aus der Bibel. Mach keine Pausen, um über einzelne Verse nachzudenken. Behandle lange Abschnitte wie eine Geschichte
    • Sing.
    • Schreibe deine Gebete in dein Tagebuch
    • Schreibe die Dinge auf, die du im Leben gelernt hast, zum Beispiel in den letzten vier Wochen.
    • Höre christliche Musik und denke über den Text nach

Als Teil des Körpers Christ ist es schön zu sehen, wie andere Gläubige Gott erleben. Jeder ist unterschiedlich und die Abwechslung ist großartig. Um Jugendlichen dabei zu helfen musst du kein geistlicher Überflieger sein. Gott benutzt auch geistliche Waschlappen. Gott hat auch böse Babylonier, Lehrer mit falschen Motiven und sogar Esel benutzt um geistlich was zu bewegen.
Der heilige Geist ist nicht auf unsere Bemühungen angewiesen. Das sollte unsere Motivation für geistliche Gesundheit sein – und nicht die Jugendlichen. Geistliche Gesundheit brauchst du erst in zweiter Linie für deinen Dienst. In erster Linie brauchst du sie für eine intakte Beziehung zu deinem Schöpfer.