Archives for posts with tag: Abhängigkeit

Seit einiger Zeit habe ich ,motiviert durch meine Teamleiterin hier beim stoffi, angefangen jeden Tag zu versuchen eine “verrückte” Tat zu machen. Einiges ist wirklich verrückt, das Andere weniger – es klappt auch nicht wirklich jeden Tag.
Irgendwie kamen wir mit meinem WG Kollegen auf den Gedanken jeden Tag ein Wunder Gottes zu erwarten und aufzuschreiben. Ein Wunder, etwas wo wir Gottes Wirken sehen. Gott handelt nämlich jeden Tag, wirkt jeden Tag – doch viel zu oft sind meine Augen für das Wirken Gottes verschlossen und sehen die kleinen Dinge gar nicht mehr.
Ich habe das Ganze dann etwas abgewandelt und es “Jeden Tag eine verrückte Tat Gottes”, genannt. Verrückt muss es nicht sein – wie schon geschrieben, kommt es meistens auf die kleinen Dinge an. Auch hier gelingt es mir nicht jeden Tag etwas aufzuschreiben, oft auch weil ich nicht daran gedacht habe, nicht beobachtet habe und vieles selbstverständlich genommen habe.
Was ich bisher aber sagen kann, dass durch die Dinge, die ich aufgeschrieben habe, ich für eine Menge Dinge mehr dankbar bin und bewusster wahrnehme.
Denn Gott wirkt jeden Tag, ob verrückt in meinen Augen oder nicht – egal! Hauptsache meine Augen sehen das verrückte, wenns da ist.

Nach langem wieder mal ein GRC, das momentan total in meine Situation gesprochen hat!

GRC113 Extrem-Situationen

Seite 791 der Bibel
(Psalm 69)

radical relationship:.

David befindet sich in einer total schwierigen Situation. Das wird in diesem Psalm ganz deutlich. Er steckt in der Sch… – äh – im Schlamm (V.15). Das Schwierige daran: Zuerst fühlt er sich mitten in dieser Situation auch noch von Gott verlassen (V.4). Dann wird ihm bewusst, dass gerade sein Vertrauen, seine Beziehung zu Gott ihm Schwierigkeiten einbrockt. Er lebt, wie Gott es will, doch die Leute um ihn herum verspotten ihn deswegen. Er hat diese Sehnsucht nach Gott (siehe letzter GRC), doch sein Umfeld versteht seinen Eifer nicht (V.6-13). Und in all dem weiss David sehr wohl, dass er kein Sonder-Heiliger ist. Und jetzt – mitten aus der Tiefe – schreit David zu Gott. Nur Er kann ihm helfen. Nur Er kann etwas aus seiner misslichen Lage machen. Nur Er hat einen Ausweg (V.18)! David ist sich bewusst, dass er keine Chance mehr hat, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er weiss, dass er völlig abhängig ist…

Ist schon interessant… Es gibt doch auch in deinem und meinem Leben Situationen, wo wir völlig hilflos sind, ganz abhängig von Gott. Nach dem Motto: Wenn du nichts tust, gehe ich unter (V.16)! Wenn du nichts tust, habe ich keine Chance und es wird sich nichts ändern… Das können schwere Krankheiten sein, eigene, oder von Menschen die uns nah stehen. Wir können nichts tun – Gott muss eingreifen. Das können verworrene Beziehungen sein, bei denen wir nicht mehr durchblicken. Nur Gott kann noch helfen! Plötzlich sind wir abhängig.

Was aber ist, wenn wir nicht in Extremsituationen sind. Dann haben wir das Leben wieder selber im Griff. Ist ja das Normale, oder?! Die Frommen unter uns sagen dann vielleicht Dinge wie: “Ich möchte abhängiger von Gott sein!” Aber das ist ein Trugschluss. Ich bin immer genau gleich abhängig von Gott: nämlich völlig! Die Extremsituationen bringen genau diese Tatsache ans Licht, an die Oberfläche. Oft meinen wir einfach, dass das nur für diese spezielle Phase gilt, aber da täuschen wir uns! Abhängigkeit von Gott ist nichts, was von uns gesteuert wird – es ist schlicht und einfach eine Tatsache. Sogar Jesus Christus sagte von sich selbst: “Das steht fest: Von sich aus kann der Sohn gar nichts tun…” (Joh 5,19). Wenn das für den Sohn Gottes gilt, dann erst Recht für uns! Auch im ganz normalen Alltag, den wir eigentlich im Griff haben… “Du hast so viel Gutes für mich bereit!” (V.14) steht in unserem Psalm. Wenn wir einfach selbst “chnuschten” verpassen wir vielleicht all den Segen, den Gott uns gerne geben möchte. Das “gewisse Etwas”, das unser Leben besonders macht! Wenn unser Leben so sein soll, wie Gott sich das gedacht hat, wenn wir das volle Potenzial ausschöpfen und in unsere Berufung kommen wollen, dann brauchen wir Gott. Wir sind abhängig! Immer.

call:.

Abhängigkeit von Gott ist eine Tatsache. Die Frage ist aber, ob wir das wirklich glauben. Ob wir unser Leben dementsprechend ausrichten. Das wäre ganz normal…
Nimm dir kurz Zeit und denk darüber nach, ob du Gottes Eingreifen vor allem in Extrem-Situationen erwartest oder auch im ganz normalen Alltag. Bekenne Gott, dass du von ihm abhängig bist. Mach das in dieser Woche zu deinem täglichen Gebet und lade Gott ein, deinen (All)Tag zu prägen und zu bestimmen.

Ps:.

Um was geht es beim GetReadyCall? Ich behaupte, dass es auf jeder Seite der Bibel um Beziehung geht. Die Sache mit Gott ist nichts Abstraktes…! Diese Beziehung zeigt sich in 3 Dimensionen: mit Gott, Christen und Nichtchristen. Diese Beziehungen sollen radikal gelebt werden – also von der Wurzel her stimmen (radikal=radix=Wurzel).
Aus diesem Grund machen wir eine Reise quer durch die Bibel. Jede Woche gehen wir 7 Seiten weiter (in der Hoffnung für alle) und ich werde ein paar Gedanken (“radical relationship”) dazu äussern. Am Schluss wird es im “Call” immer ganz praktisch – damit es auch Auswirkungen hat! Mal schauen, ob sich meine “Theorie” bewahrheitet. Ich bin gespannt! Kommst du mit? Dann abonniere den Newsletter…

Fromme Sucht



Gedankenanstoss von Jörg Dechertjorg_dechert.jpg
Eine Sucht ist die Jagd nach einer Befriedigung, die mich nicht wirklich erfüllt. Kann man eigentlich nach geistlichen Dingen süchtig werden? Kann man so abhängig werden von frommen Formen, theologischen Themen oder geistlicher Gemeinschaft, dass wesentliche Teile der eigenen Persönlichkeit vernachlässigt werden?

Darf man überhaupt so fragen? Lehrt nicht das Neue Testament, dass alle wahren Nachfolger Christi sich selbst verleugnen (Lukas 9,23), ohne Pause beten (1.Thessalonicher 5,17) und ihre Versammlungen nicht verlassen (Hebräer 10,25)?

Solche Dinge wie Gebet oder Gemeinschaft sind von Gott als Hilfe für das neue Leben seiner Kinder gedacht: Sie sollten uns stützen, um an der Beziehung zu Gott drazubleiben – selbst dann, wenn wir uns innerlich leer fühlen oder schwach undoder ausgebrannt. Aber wir machen manchmal aus der Stütze eine Statue, aus der Gehhilfe einen Kultgegenstand. Fast unmerklich driftet Gott aus dem Mittelpunkt meines Lebens, fast unmerklich werden Gottesdienst, “Stille Zeit” oder Bibelstunde zur leeren Hülle, fast unmerklich wird das Gute zum Feind des Besten.

Was Gott wirklich für seine Kinder will, formuliert Paulus einmal so:

[Wir können] die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel sehen[...] und der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln.
2.Korinther 3,18

Das ist die Wachstumsrichtung des neuen Lebens, das jeder Christ von Gott eingepflanzt bekommen hat. Dazu schenkt Gott Wachstumsförderung durch Gebet, Bibellesen und christliche Gemeinschaft. Diese Dinge sind Gott wichtig – aber sie sind niemals Selbstzweck. Die Abhängigkeit von äußeren Formen kann Wachstum hindern – die Abhängigkeit von Gott selber niemals.

Pflanzen streben immer nach dem Licht – und nicht nach der Gießkanne oder der Packung mit dem Düngemittel. Genauso ist es mit meinem Wachstum als Kind Gottes: Je stärker ich die Begegnung mit Gott, dem Licht meines Lebens suche und seine Herrlichkeit widerspiegele, desto mehr wird meine eigene Persönlichkeit entfaltet, desto mehr lebe ich in meiner tatsächlichen Bestimmung. Es gibt nichts Erfüllenderes.

Wie viel bleibt von meinem Glauben eigentlich übrig, wenn ich alle äußeren Formen einmal wegdenke?

Quelle: Nikodemus.net