6. multiplizieren statt konservieren

Entscheidend ist nicht, dass wir unsere Jugendlichen halten,
sondern wie sie sich multiplizieren können!

    “Denn Gott will, daß alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen.”
    (1. Timotheus 2,4)

  • Viele Jugendarbeiten existieren vor allem für sich selbst – das ist grundlegend falsch!
  • Evangelisation ist erste Priorität und oberster Auftrag. Wir leben noch auf dieser Welt, damit andere in eine Beziehung mit Jesus Christus hineinfinden!
  • Wenn in unserer Jugendarbeit oder durch unsere Jugendarbeit keine Menschen zum Glauben kommen, dann muss es diese Arbeit nicht geben – sie ist tot.
  • Evangelisation ist ein Wert und nicht primär ein Programm. Unsere Jugendlichen müssen in erster Linie evangelistisch sein und nicht unsere Jugendarbeit (obwohl es durchaus Sinn macht, wenn sie das ist…)!
  • Evangelisation ist ein Prozess, der von uns ständig und immer wieder gefördert werden muss. Als Leiter sind wir auf- und herausgefordert vorauszugehen, die Jugendlichen mitzunehmen und vorzuleben (siehe Prinzip 4).

5. mitarbeiten statt betreuen

Entscheidend ist nicht, dass wir die Jugendlichen gut betreuen,
sondern wie wir gemeinsam mit ihnen den Auftrag erfüllen!

    “Die Ernte ist so groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter!”
    (Jesus in Matthäus 9,37)

  • Viele Jugendarbeiten gleichen stärker einem Pflegeheim als einer Werkstatt – das ist grundlegend falsch!
  • Die Jugend ist nicht die Gemeinde von morgen, sondern sie ist bereits Teil der Gemeinde von heute! Wenn wir die Jugendlichen nur trainieren und sie auf die “richtigen Sachen” vorbereiten, dann werden wir dieser Tatsache nicht gerecht und bleiben bei blosser Beschäftigungstherapie stehen.
  • Als Leiter müssen wir mit den Jugendlichen gemeinsam Reich Gottes bauen und erleben – alles andere ist zu wenig! Wir arbeiten zusammen – das heisst Mitarbeit. Die Jugendlichen sind nicht weniger Mitarbeiter als wir und wir nicht mehr als sie.
  • Wenn Jugendliche ihren biblischen Auftrag in der Welt wahrnehmen, dann haben die Leiter ihren Auftrag ausgeführt. Die Jugendlichen sind also der einzige Massstab, an dem ein Leiter feststellen kann, ob er seinen “Job” erfüllt oder nicht.

4. prägen statt predigen

Entscheidend ist nicht in erster Linie was wir den Jugendlichen sagen,
sondern was sie von unserem Leben hören, sehen und erleben.

  • “Liebe Brüder, nehmt euch ein Beispiel an mir und an den Menschen, die so leben wie ich.”
    (Paulus in Philipper 3,17)
  • Viele Leiter predigen etwas, das sie selbst nicht leben – das ist grundlegend falsch!
  • Ein Leiter kann keinen geistlichen Prozess bei den Jugendlichen fördern und begleiten, wenn er selbst nicht in diesem Prozess steht oder einmal gestanden ist. Alles andere ist Heuchelei und zerstört statt aufzubauen.
  • Damit die Jugendlichen vom Leben des Leiters lernen können, müssen sie etwas von seinem Leben sehen. Das geht über das offizielle Programm hinaus. Als Leiter muss man bereit sein das Leben zu teilen und nicht bloss den „Samstag Abend”!
  • Ein Leiter, der nicht bereit ist sein Leben zu teilen, muss sich ernsthaft fragen, ob er am richtigen Platz ist.
  • Bei geistlichen Prozessen geht es um Menschen. Ein Mensch kann einen anderen Menschen nur prägen, wenn er ihm nahe ist. Diese Prägung kann durch den Leiter selbst oder auch durch eine andere reife Persönlichkeit geschehen. Der Leiter trägt jedoch in jedem Fall die Verantwortung, dass es geschieht.

3. weniger statt mehr

Entscheidend ist nicht wie viel wir den Jugendlichen (an)bieten,
sondern wie viel sie davon aufnehmen können.

  • “Ich hätte euch noch viel mehr zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht aufnehmen.”
    (Jesus in Johannes 16,12)
  • In den meisten Jugendarbeiten werden die Jugendlichen mit ständig wechselnden Themen und Programmen überfordert – das ist grundlegend falsch!
  • Ein Prozess, der im Leben eines Jugendlichen greifen und reifen soll, braucht Zeit. Wir als Leiter sind verpflichtet dem Rechnung zu tragen.
  • Das Grundprinzip lautet: Nichts Neues anfangen (lehren, umsetzen), bevor das Ziel nicht erreicht ist. Ein Schritt nach dem anderen! Wenn wir das nicht tun, beweisen wir damit, dass wir die Jugendlichen nicht wirklich fördern wollen.
  • Dieses eine Ziel wird mit unterschiedlichen Mitteln und auf immer wieder neue und kreative Art und Weise verfolgt. Das gesamte „Leben” der Jugendarbeit ist darauf ausgerichtet.
  • Falls das nicht durchgezogen werden kann (aus welchen Gründen auch immer) müssen die Leiter sich fragen ob das Ziel, der Weg zum Ziel oder die Leiter (siehe Prinzip 4) falsch sind.