Das Thema Umwelt- bzw. Klimaschutz war ja zuletzt, und ist es glaub ich immer noch, in aller Munde. Mein Bruder Alex hat letztens für die Zeitschrift dennoch einen kurzen Artikel zu dem Thema geschrieben, den ich hier einfach mal posten wollte.
Was wir von Greenpeace lernen können
Sie ketten sich an Bahngleise, kreuzen mit kleinen Schlauchboten die Bugwelle von riesigen Tankern, verteilen kostenlose Tickets als Hinweis für umweltfreundlichere Reisealternativen, schleppen einen toten, 17 Meter langen und 20 Tonnen schweren Finnwal vor die japanische Botschaft in Berlin. Greenpeace: Eine internationale Umweltorganisation. Ihre Taten sprechen für sich. Ihr Anliegen ist Programm.
Umweltschutz ist bei Greenpeace keine Modeerscheinung unserer Tage. Greenpeace wurde 1971 in Vancouver (Kanada) gegründet. Lange bevor in unseren Tagen das Thema Umweltschutz angesagt ist. Ihr Motto: „Taten start warten!“ Man kann es ihnen abspüren.
Ihre Methode: „Bearing Witness“ (Zeugnis ablegen). Hört sich christlich an. Ist auch so. Greenpeace hat ihre Methode, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken, von den Quäkern abgeleitet (eine christliche Glaubensgemeinschaft, entstanden im 17. Jh. in England). Greenpeace geht es darum „Zeugnis abzulegen“ über Unrecht, das ihrer Meinung nach geschieht. Greenpeace hat von Christen gelernt. Es ist an der Zeit zu fragen: Was können wir von Greenpeace lernen?
Mission: Planet Erde
„(1) Zweck des Vereins ist es, …, die globalen Probleme der Umwelt bewusst zu machen, und die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verhindern;“ (Auszug aus der Satzung von Greenpeace Deutschland e.V.).
Ihre Mission gilt dem Planeten Erde. Wertschätzung und Verbundenheit mit der Natur bewegen sie zum Handeln. Damit gehen sie ans Werk. Sie kennen ihren Auftrag und setzen ihn um. Ohne Wenn und Aber.
Als Gott die Erde schuf, hat er dem Menschen einen Auftrag gegeben. Er lautete: „Machet euch die Erde untertan, herrschet über sie!“ (1Mo 1,28). Herrschen hat nichts mit beherrschen, ausbeuten und unterdrücken zu tun. Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der „Ebenbildlichkeit“ des Menschen (1Mo 1,27). Der Mensch ist Gottes Repräsentant auf Erden. Man kann auch Stellvertreter sagen. Und als solcher überträgt Gott ihm die Verwaltung der Erde. Ich habe den Eindruck, dass wir Christen unseren Auftrag vergessen haben: Gottes Planeten Erde verantwortlich zu verwalten. Umweltschutz ist nicht gepachtet von den Grünen oder irgendwelchen Öko-Freaks. Es ist auch nicht nur Trendthema unserer Politiker. Umweltschutz findet seine Begründung in der Bibel! Wir müssen unseren Planeten neu lieben lernen, weil Gott ihn liebt.
Operation: Mobilisation
„(2) Der Verein verfolgt seinen Zweck insbesondere durch gewaltfreie Aktionen, durch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit sowie durch Aufklärung und Beratung.“
Im Zentrum steht die Aktion. Sie operieren weltweit. Mobilisieren. Sind handlungsorientiert. Greenpeace Deutschland hat 90 ehrenamtliche Ortsgruppen mit über 2000 Mitarbeitern. Eins muss man ihnen zugestehen: Einsatz und Kreativität. Teilweise grenzwertig und doch nicht unüberlegt. “Keine Kampagne sollte ohne klare Ziele begonnen werden; keine Kampagne sollte begonnen werden; ohne dass die Möglichkeit auf Erfolg besteht, keine Kampagne sollte begonnen werden, ohne dass man beabsichtigt, sie konsequent zuende zu führen.” (McTaggart, 1994). Sie geben alles, um die Öffentlichkeit für ihr Anliegen zu gewinnen. Und dafür scheint ihnen keine Idee zu dumm zu sein.
Mit Einsatz und Kreativität den Auftrag umsetzen. Es gibt nicht viele, die das in diesem Maß für das Reich Gottes über haben. Geschweige denn für das Thema Umweltschutz. Und dabei muss der Einsatz gar nicht so hoch sein: Keinen Müll in die Natur schmeißen, kurze Strecken mit dem Fahrrad fahren, Wasser beim Geschirrspülen nicht laufen lassen, die Rückseite eines bedruckten Blattes Papier benutzen, den Müll trennen. Und wenn man dem ganzen noch Kreativität hinzu gibt, können dabei Waldsäuberungsaktionen mit der Jugendgruppe entstehen, Beratungsabende in der Gemeinde für umweltfreundliche Sanierung von Wohnhäusern angeboten oder Zentren für Fahrgemeinschaften im Ort eingerichtet werden. Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Vorausgesetzt der Einsatz stimmt.
Was können wir von Greenpeace lernen? Leidenschaft. Einsatz. Motivation. Kreativität. Immer mit Blick auf den Auftrag. Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn wir uns mit gleichem Einsatz für die Sache Jesu einsetzen. Um sein Reich dadurch nach vorne zu bringen. Menschen für ihn zu gewinnen. Einsatz und Kreativität braucht man nicht nur beim Thema Umweltschutz. Jedoch ist der Motor überall derselbe: Begeisterung. Ohne geht es auch nicht im Reich Gottes.
Greenpeace macht uns Christen neu für unseren Auftrag sensibel. Gott hat uns die Erde zum verantwortlichen Umgang hinterlassen. Die Frage ist: Was machen wir daraus? „Taten statt warten!“, so das Motto von Greenpeace. Vielleicht sollte unser Motto lauten: „Jeder Christ ein Umweltaktivist“?!
Quellen:
Tags: Artikel, Greenpeace, Umweltschutz
Ich habe schon lange kein Stöckchen mehr gemacht (bzw. habe ich bisher überhaupt eins gemacht?
Ich denke, dass es in jedem Leben eines Christen den Tag, oder eine Zeit gibt, wo er anfängt zu fragen: “Was kann ich überhaupt? Wo kann ich mich einsetzen?” Es gibt einige glückliche Christen, die das herausfinden und sich in dem Bereich oft auch fast von alleine weiterentwickeln.
Dies ist eigentlich der eigentliche Grund, warum ich das hier alles schreibe. Ich glaube manchmal versuchen wir in Gemeinden und auch in der Jugendarbeit, dass im Grunde genommen, jeder in gewisser Weise fast alles machen muss, bzw. mal gemacht hat.