active-zone Bielefeld heißt jetzt festpunkt.
Gegen Juni haben wir uns mit dem Team hier in Bielefeld überlegt das Projekt in active-zone Bielefeld vom Namen her zu ändern. Inspiriert wurden wir vom dem Projekt active-zone in Köln und anfangs wollten wir einfach erstmal anfangen und keine großartige Mühe in einen Namen investieren, zumal wir auch gar nicht wussten wie sich die Arbeit entwickelt.
Mittlerweile sind zwei Jahre her, wir sind immer noch dabei, machen jede Ferien etwas, treffen uns jeden Sonntag mit den Teens und haben auch eine Hausaufgabenhilfe gestartet. Zwischendurch wurden wir schon mal mit der Arbeit in Köln verwechselt und so musste ein neuer Name her. Auch weil jede Arbeit ihr eigenes Ding, mit einem eigenen Hintergrund, anderen Teens und anderen Mitarbeitern ist.
Die Kids und Teens haben die Ferienaktionen oft ein “fest” genannt. Das fanden wir irgendwie klasse, weil das ausdrückt, dass es etwas Besonderes für sie ist. Die Zeit mit ihnen ist etwas Besonderes und immer wieder spannend. Seit jetzt gut 1,5 Jahren machen wir auch jeden Sonntag etwas mit ihnen und unser Wunsch ist noch mehr im Leben und Alltag von ihnen zu sein. Wir wollen ein Punkt im Alltag sein.
So entstand der Name festpunkt. – Ein fester punkt für Kids und Teens, der ihren Alltag zu einem fest macht.
Das ist die Kurzbeschreibung. An einem Log wird gerade noch gebastelt.
Wenn ihr mehr wissen wollt oder den Rundbrief kriegen wollt, schreibt mir einfach.
Gelesen: Deutschlands große Chance
Ich habe so eben das Buch “Deutschlands große Chance – Was sich Kinder wünschen und warum wir sie unbedingt ernst nehmen müssen” von Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher gelesen.
Der Gründer und der Pressesprecher der Kinderarche haben damit ihr drittes Buch herausgegeben. 2007 wurde das Buch “Deutschlands vergessene Kinder” und 2008 “Deutschlands sexuelle Tragödie” veröffentlicht. Gerade das letztere wurde viel diskutiert und hat einiges in Bewegung gebracht. Es zeigt die sexuelle Verwahrlosung vieler Kinder in Deutschland.
In dem neuen Buch geht es um die Wünsche und Träume der Kinder. In einer Studie wurden im Sommer 2008 200 Kinder zwischen 6 und 13 Jahren befragt. Über diese Studie hinaus gab es noch weitere Befragungen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Dabei ließen sich vor Allem bei sozial benachteiligten Kindern vier Hauptwünsche herauskristallisieren:
- das Gefühl, willkommen zu sein
- Zeit und Zuneigung von Erwachsenen
- Förderung und Forderung
- eine Perspektive
Nach diesen Hauptwünschen ist auch das ganze Buch aufgeteilt. Erst wird der Wunsch in ein paar Seiten beschrieben und anschließend gibt es Porträts von Kindern (insgesamt 22 Geschichten).
Im 5 Kapitel gibt es Infos und Tipps was die Gesellschaft, aber vor Allem jeder Einzelne machen kann. Auch hier gibt es dann Porträts mit Geschichten von Kindern, die durch Anstrengung von Einzelpersonen, Vereinen, Werken und Gemeinden einen guten Weg gehen konnten.
Ziel des Buches ist es aufzuzeigen welchen Stellenwert Kinder heute in unserer Gesellschaft haben und gerade warum es so wichtig ist über diesen Stellenwert und die Haltung nachzudenken. 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen, die sichern sollen, dass in allen UN-Mitgliedsstaaten diese Rechte gesichert werden. In Deutschland herrschen diese Rechte – jedoch haben lange nicht alle Kinder die gleichen Chancen.
Die Autoren warnen davor, dass wenn die Haltung der Gesellschaft gegenüber den Kindern sich nicht in den nächsten Jahren nicht ändert, Deutschland vor einem sozialen GAU steht. Denn die meisten Kinder werden in Hartz IV-Familien geboren und viele dieser Kinder werden selber zu Hartz IV Empfängern, da sie keine Perspektive vorgelebt kriegen, keine Chancen sehen, die Schule früher abbrechen…
Das Buch finde ich sehr gut zu lesen, die Abwechslung zwischen Informativen Teilen und den lebensnahen Berichten macht das Ganze ansprechend und malt die Situation gut vor Augen. Es geht dabei aber nicht darum, dass das Buch gut zu lesen und interessant ist. Lesen und Weglegen ist da nicht. Dazu ist das Thema zu wichtig.
Ich sehe da eine riesige Verantwortung und Möglichkeit für Christen in Deutschland! Dazu muss man nicht sofort ein Werk gründen wie die Kinderarche – aber man kann klein anfangen, indem man erstmal die Augen aufmacht und schaut was mit den Kindern vor Ort los ist. Das Buch motiviert und fordert dazu heraus – und das ist gut so!
weitere Rezensionen
Verlinkte Links #19
- Sklaverei heute: Alle 30 Sekunden wird ein Kind verkauft
- Deutschland vernachlässigt die Bildung
- 10 Onlinetools um ein Meeting zu vereinbaren
- Jedes sechste deutsche Kind lebt in Armut
- Das Herz der Anbetung
- Das Wissen über Kinder- und Jugendarbeit – Studien zusammengefasst.
Initiative Hoffnung – dienen mit Wort und Tat – Aktionsjahr 2011
Zielsetzung der Initiative Hoffnung
„Hoffnung“ ist eine Initiative, die uns als christliche Teenager und Jugendliche dazu
herausfordert Menschen unseres Ortes zu dienen und dadurch Jesu Liebe zu
bezeugen.
Wie Jesus Christus Menschen mit Wort und Tat gedient hat, so beauftragt er auch
uns.
„Hoffnung“ entspringt unserer Sehnsucht, Jesus Christus ganzheitlich nachzufolgen,
indem wir die Bedeutung der Tat betonen und uns in der Umsetzung diakonischer
Projekte gegenseitig unterstützen.
Darum wird es 2011 ein Aktionsjahr geben, in dem Jugendgruppen deutschlandweit
diakonisch aktiv werden, um ganzheitliche Nachfolge einzuüben und zu leben.
Das interessante hierbei ist, dass die Organisation dieser Aktion als Netzwerk geschehen soll und bereits läuft. Es gibt Einzelpersonen, die Gemeinden, Werke und Verbände repräsentieren
Das Netzwerk wird von einem Leitungsteam koordiniert und die 1-2 jährlichen Netzwerktreffen organisiert.
Weitere Infos findet ihr in dem Grundsatzpapier und der Präsentation zur Historie.
Jeder kann also bei dieser Sache mitmachen -absolut cool und spannend. Das erste Netzwerktreffen findet am 26. November in Kassel statt.
Ich werde dabei sein – jeder ist eingeladen – Sei dabei und erzähl davon weiter. Das erleichtert am Ende um Einiges die Organisation
Übersicht Wissen/Studien der Kinder und Jugendarbeit
70 Studien über Kinder- und Jugendarbeit wurden gesammelt in einer Broschüre veröffentlicht.
Dabei geht es um einen kurzen Überblick der Studien in diesem Bereich der letzten zehn Jahre. Auf jeweils einer Seite werden die Studien mit ihrer Fragestellung und Ergebnisse präsentiert.
Die Broschüre, die im Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts mit der Technischen Universität Dortmund erarbeitet wurde, richtet sich insbesondere an Praktiker/-innen der Kinder- und Jugendarbeit, die ihr Wissen über das Arbeitsfeld erweitern möchten. Von der systematischen Darstellung der Forschungsergebnisse sollen aber auch Interessierte aus Politik oder Wissenschaft profitieren, die sich einen schnellen Überblick über den Forschungsstand zur Kinder- und Jugendarbeit oder ihren Teilbereichen verschaffen wollen.
Die Broschüre gibt es als Download und kann auch als gedruckte Form angefordert werden
[via jugendleiter-blog]
ZEITONLINE | Verbitterung bei Jugendlichen?
ZEIT Online schreibt über das Vorkommen von Verbitterung bei Menschen.
Verbitterung hat Konjunktur zeigt die Studie – gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Am häufigsten trifft es die sozial benachteiligten – gefährdet sind aber alle Gesellschaftssschichten. Jedem kann etwas geschehen, dass zu Verbitterung führt: “ein unwürdiges Dasein im Alter, in dem keiner fragt, was man zuvor im Leben geschafft hat. Eine Kündigung, die eines Morgens im Briefkasten liegt, oder ein Partner, der verschwindet, kaum dass die Kinder aus dem Haus sind.” – oder bei Jugendlichen wie im Falle des Amoklaufes im März.
Woran liegt es aber, dass es bei einigen Menschen so gravierende Auswirkungen hat und andere Ereignisse wegstecken? Vielfach hat es damit zutun, dass die Kontrolle über das Leben verloren wird.
Depressive Menschen suchen die Schuld bei sich selbst, verbitterte Menschen suchen die Schuld überall – nur nicht bei sich selbst. Dadurch entsteht eine Angst, Hass und Aggression gegen die Welt um sich herum.
Gefährlich wird es, wenn diese Gefühle vor Allem die Aggression nach Außen tritt.
In der Arbeit mit Jugendlichen bemerke ich es immer wieder, dass die Schuld oft bei anderen gesucht wird. Muss nicht zwangsläufig heißen, dass da Verbitterung herrscht – oft hat es auch mit dem Gerechtigkeitsempfingen zutun. Ich glaube aber, dass es etwas elementares ist zu lernen, dass man bei allen Prozessen, Konflikten und Problemen zu einem gewissen Teil selbst daran beteiligt ist.
Ein zweiter Punkt, der damit zusammenhängt ist das Selbstbewusstsein. Wenn das Selbstbewusstsein früh angeschlagen ist, können objektiv betrachtete ganz harmlose Ereignisse z.B. Ablehnung der Schulkameraden, ein Lehrer der einen auf den Kieker hat, die Freundin die aus unerklärlichen Gründen Schluss macht, soweit führen, dass von dem Selbstbewusstsein nichts mehr übrig ist und der Jugendliche glaubt sein Leben egal was er tut nicht mehr unter Kontrolle haben.
Möglicherweise ist dann ein Amoklauf die einzige Möglichkeit zu sehen, dass er doch etwas unter Kontrolle hat und eine subjektive Gerechtigkeit wieder herzustellen.
Was kann man tun?
Um einem Jugendlichen zu zeigen, dass er sein Leben unter Kontrolle hat, dass er etwas wert ist auch wenn alle um ihn herum etwas anderes zeigen brauch Zeit, Beziehung und Einfühlungsvermögen. Hilfe bei Entscheidungen zu geben – Vor und Nachteile abzuwägen und mit einer schlechten Entscheidung auch leben zu können, eine gesunde Sicht zu eigenen Fehlern und das Herausfinden von eigenen Stärken und Schwächen gehört dazu
