April 28, 2010 1

Next Generation Leader / Alle Beiträge

Von waldy (Schrotty) in Artikel, Bücher

Über die letzten Monate hinweg, habe ich immer wieder einige Kapitel aus dem Buch “Next Generation Leader – was man wissen muss, wenn man die Zukunft gestalten will” von Andy Stanley zusammengefasst.

Hier gibts die Übersicht:

  1. Auf Stärken konzentrieren
  2. Die ureigene Sache finden
  3. Mut – als Erster handeln
  4. 3 Formen von Mut
  5. Mit der Ungewissheit zurecht kommen
  6. Coaching
  7. Charakter, Werte und Überzeugungen
  8. Der Weg zum Charakter

Wer alles in einer Datei haben will, soll sich melden.

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April 28, 2010 0

Next Generation Leader / Der Weg zum Charakter

Von waldy (Schrotty) in Artikel, Bücher, Gemeinde, Jugendarbeit

Die Tatsache, dass Menschen einem folgen, heißt noch nicht, dass man es wert ist, dass sie folgen.

Oft ist man versucht, das Maß von Erfolg oder göttlichem Segen oder beidem daran abzulesen, wie viele Menschen einem anhängen. Die Sache ist aber die, dass Jesus gegen Ende seines Wirkens weniger Nachfolger hatte.

Um als Leiter einen Erfolg zu haben, muss man dafür vorbereitet sein, eine gewisse Reife muss entwickelt sein – mit Leiterschaft muss verantwortlich umgegangen werden. Man kann die Fähigkeit der Leiterschaft als ein Geschenk ansehen, es ist nämlich ein Geschenk. Doch ein Geschenk zu besitzen und mit dem Geschenk verantwortlich umzugehen, sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Für Autos, Taschenmesser und Handy gibt es Bedienungsanleitungen, aber keine Reifetests für den Besitzer.

Die Fähigkeit des Führen von Menschen schleudert gelegentlich soweit nach vorne, dass es die Fähigkeit übersteigt mit dem Tempo und mit den Zwängen des Erfolgs umzugehen. Die Gaben werden einem Türen öffnen. Der Charakter aber entscheidet, was man tut, wenn sich die Türen erst geöffnet haben.

Daher muss ein Leiter sich gezielt Zeit für seine Seele, für sein Herz nehmen. Zeit geben den eigenen Charakter zu entwickeln.

Als erstes kann helfen sich mit dem Ende zu befassen. Was sollen die besten Freunde bei der Beerdigung sagen? Und die Kinder? Und der Ehepartner? Was sollen die Kinder den Enkelkindern über einen erzählen? Wie sollen die Menschen, die einen am besten kannten, das Leben beschreiben. Mit anderen Worten: Was will man sein?

Dabei kann helfen für sich von Vorne rein festzulegen, was für einen selbst Erfolg ist. Damit der Charakter gebildet wird, ist es wichtig den Erfolg darin zu definieren, wer man ist und wie man die Menschen um einen herum behandelt. Dazu kann ein Wertekodex helfen: verfügbar, verantwortlich, verlässlich, großzügig, aufrichtig, loyal, lauter, einfühlsam und durchschaubar.

Wenn wir dann z.B. einen Vortrag halten und die Familie vernachlässigen, dann ist das nicht nur falsch oder eine falsche Priorität – sondern es ist der Gegensatz von Erfolg: Versagen.

Als zweites ist es hilfreich die Werte öffentlich zu machen. Charakter ist etwas persönliches, aber keine Privatsache. Jeder, den man kennt, hat einen Meinung über einen selbst. Warum also nicht die anderen wissen lassen, was man für eine Person werden will. Das stärkt einen selbst, ist es ein verstärkter Ansporn, jedes Verhalten zu überprüfen, dass einen dazu bringen könnte, die Grenzen zu überschreiten.
Der Charakter scheint immer durch. Warum sollte man also nicht darüber reden?

Der Ehrliche geht aufrichtig und sicher seinen Weg; ein Unehrlicher zerstört sich selbst durch seine Falscheit – Sprüche 11,3

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April 26, 2010 0

Next Generation Leader / Charakter, Werte und Überzeugungen

Von waldy (Schrotty) in Artikel, Bücher, Jugendarbeit

Menschen führen kann man auch ohne Charakter. Doch Charakter macht einen zu einer Führungspersönlichkeit, die es wert ist, dass man ihr folgt.
Die Erfolge einer Führungskraft werden ihren Namen bekannt machen. Der Charakter wird bestimmen, was die Menschen mit diesem Namen verbinden.
Die Gaben und die Zielstrebigkeit mögen das Potenzial beherrschen, aber es ist der Charakter, der darüber entscheidet, welches Vermächtnis ein Leiter hinterlässt.
Die Menschen, die sich entscheiden, einem zu folgen, wollen, dass sie es auch wert sind. Sie beurteilen sie nicht so sehr danach, wohin geführt wurde, sondern wie geführt wurde.

In einer großen Studie unter Führungspersönlichkeiten wurde gefragt, welche Merkmale eine Führungskraft haben sollte, die es wert ist, dass man ihr folgt. Auf Platz eins stand “Aufrichtigkeit”. Das hat etwas mit Charakter zu tun.

Eine kurze Definition von Charakter lautet:

Charakter ist der Wille, das Richtige zu tun, selbst wenn es schwer fällt.

Den Willen zu haben – also Charakter zu haben, das Richtige zu tun, bringt eine menge Vorentscheidungen mit sich. Es muss vorher geklärt werden, was richtig und falsch ist. Eine Führungskraft mit Charakter wird dann unabhängig von eigenen Gefühlen, Intuition, Wirtschaftlichkeit, aktuellen Trends und, in den Augen mancher Leute, auch unabhängig vom gesunden Menschenverstand Entscheidungen fällen, die richtig sind.
Und genau das trennt Leute mit Charakter von denjenigen mit guten, aber verhandelbaren Absichten.

Es wird aber Zeiten geben, in denen der Weg zum Ziel und die eigenen Werte in einem Konflikt stehen. “Der Zweck heiligt die Mittel”, wird oft gesagt, aber das bedeutet Kompromisse zu machen. Es wird tausend Gründe geben, warum etwas die Gelegenheit des Lebens ist. Wenn man aber Vorentscheidungen gefällt und Überzeugungen entwickelt hat, wird es zwischendurch immer wieder eine leise Stimme geben, die kommentarlos sagt: “Das ist nicht richtig.”
Führungsaufgaben zu übernehmen und zugleich die Person zu sein, die man gerne sein möchte, lassen sich nicht immer miteinander vereinbaren.

Je höher eine Person in ihren Führungsaufgaben wächst, desto mehr besteht die Gefahr Kompromisse zu machen. Erfolg bringt den unerwarteten Druck mit sich, den Erfolg beizubehalten. Diesen Erfolg werden die Menschen um einen herum, dann auch als selbstverständlich ansehen. Erfolg beizubehalten erfordert eine Strategie, oft auf Kosten der eigenen Werte und Überzeugungen.

Mit Charakter zu führen heißt nicht, das Richtige zu tun, um die Konsequenzen zu meiden. Führungsleute, die die Loyalität der Mitarbeiter verdienen und erhalten, tun das Richtige, weil es das Richtige ist. Tugend ist kein Mittel zum Zweck. Sie ist der Zweck.

Jeder, der Führungsverantwortung übernimmt, trägt zwei Abzeichen: ein sichtbares und ein unsichtbares. Das sichtbare ist die Position und der Titel. Das unsichtbare ist die moralische Autorität.
Die Position veranlasst Menschen in der Organisation, einem zeitweilig ihre Hände zu leihen. Doch die moralische Autorität wird sie inspirieren, mit dem Herzen dabei zu sein. Moralische Autorität ist die Glaubwürdigkeit, die man sich verdient, wenn das Handeln mit dem Reden übereinstimmt. Die Übereinstimmung von Überzeugungen und Verhalten macht eine Führungskraft überzeugend.

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April 11, 2010 0

Newsletter Initiative für werterorientierte Jugendforschung – Thema: Gewalt bei Jugendlichen

Von waldy (Schrotty) in Artikel, Jugendarbeit

In dem aktuellen Newsletter der Initiative für werteorientierte Jugendforschung des Instituts für Ethik Werte, geht es um das Thema: “Gewalt bei Jugendlichen – Hintergründe, Verständnishilfen und Lösungsansätze”.

In dem Artikel werden drei Typen von Gewalt beschrieben

1. Gewalt als scheinbares Herrwerden über eine frustrierende Situation.

In diesen Situationen geht der Gewalt eine frustrierende Situation voraus. Frust entsteht dann, wenn man über eine längere Zeit ein Ziel verfolgt wird, aber immer wieder an seiner Verwirklichung scheitert.
Jeder kennt das hier. Wenn der mp3-Player zum zehnten Mal hintereinander abstürzt, würde man das Gerät am liebsten gegen die Wand werfen. Bei diesem Ausraster würde man auch ein durchaus beruhigendes Gefühl haben, auch wenn der mp3-Player dann wahrscheinlich nie wieder funktionieren wird.

Die wohl bedeutendste Quelle der Frustration im zwischenmenschlichen Bereich ist die Missachtung. Hier wird sozusagen das eigene Selbstbild permanent frustriert, indem die anderen einen nicht in der Art und Weise achten, wie man das natürlicherweise erwartet.
Bei Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten besteht die Missachtung und Ausgrenzung ebenfalls im Vordergrund:Eltern, die ihre Kinder schlagen und nur instabile Bindungen pflegen. Eine Gesellschaft, die ihnen argwöhnisch gegenübersteht, schon allein deswegen, weil sie aus einer bestimmten Gegend kommen. Ein Schulsystem, das einerseits überfordert und andererseits das, was die Jugendlichen tatsächlich können, nicht zu schätzen weiß. Dazu der tägliche Konkurrenzkampf mit den anderen Jugendlichen im Viertel. Armut in Deutschland ist nicht primär eine Zahl auf dem Konto, sondern zu allererst die permanente Erfahrung von Ausgrenzung und Missachtung. Das frustriert verständlicherweise berechtigte Ansprüche auf Achtung und Anerkennung.

2. Gewalt als Massen- und Gruppenphänomen

Jeder kennt das erhebende Gefühl Teil einer eingeschworenen Truppe zu sein. In solchen Momenten erahnt man etwas davon, wie schwer es sein kann, sich der Macht der Masse oder Gruppe zu widersetzen. Wer mit ihr verschmilzt, erfährt eine ungeheure Entlastung von dem stetigen Druck unserer modernen Lebenswelt, ›Ich‹ sagen zu müssen. Für den, der in der Gruppe aufgeht, gibt es kein ›Ich‹ mehr, sondern nur noch ein ›Wir‹; keine selbst verantworteten Entscheidungen, sondern nur noch das Heil des Kollektivs.

Gruppen funktionieren oft durch unterschwellige Hierarchien. Die Hierarchien stehen nicht ein für alle mal fest, sondern müssen immer wieder neu bewährt und verteidigt werden. Das gilt umso mehr für eine führende Position in einer Gruppe. Wie geschieht das? Seine führende Position in einer Gruppe kann man besonders dadurch beweisen und festigen, dass man die Gruppe ›zu etwas bewegen‹ kann, dass man sie formen, ihr ein Ziel geben kann. Man muss seine Macht über die Gruppe ausüben und da-mit unter Beweis stellen, um seine Macht über die Gruppe zu festigen. Das gilt auch für die harmlose christliche Jugendgruppe und darum zeigen sich auch hier Machtkonflikte zumeist in kleinen und großen Richtungskämpfen. Wer es schafft, die Gruppe zu bewegen und hinter sich zu vereinen, der hat gewonnen und seine Macht gesichert.

Jede Gewalttat hat ihre eigene Vorgeschichte und ihre eigene Motivlage. Aber aus Interviews mit Intensivtätern wissen wir, dass in extremeren Fällen der eigentlichen Moment des Gewaltausbruchs fast durchgängig als eine Art von Rausch, als totale Entgrenzung erlebt wird. Dieser Rausch scheint besonders von dem Gefühl grenzenloser Macht auszugehen. Es entsteht an dem Bewusstsein, den wehrlosen Körper des Anderen vollständig zerstören zu können.

3. Gewalt als Mittel zur Stabilisierung einer Ordnung

Der wichtigste Unterschied dieses Typs von Gewalt zu den beiden vorherigen besteht darin, dass der Grundsatz, dass die Täter die Folgen ihrer Taten nicht hinreichend abschätzen können, hier gerade nicht gilt. Im Gegenteil haben wir es dabei mit einer äußerst kalkulierten Form von Gewalt zu tun. Zumeist wird dabei sogar die Gewalt auf irgendeine Art gerechtfertigt.

Ein in den Medien breit aufgegriffenes Phänomen dieser Art von Gewalt ist der so genannte ›Ehrenmord‹: Die Tochter, die aus der moralisch-kulturellen Ordnung der Familie ausbricht, die durch alle Überzeugungsversuche nicht gehalten werden kann, selbst nicht durch das zeitweise Verstoßen und die dann schließlich durch Gewalt daran gehindert wird, die gemeinsame Ordnung weiter ins Wanken oder gar zum Einsturz zu bringen.

Wer eine bestimmte Ordnung etablieren will – sei dies nun in der Familie, der kulturellen Minderheit, dem Stadtteil etc. – der tut gut daran, die Dramaturgie der Abschreckung zu beherrschen. Es geht darum, ›Zeichen zu setzen‹ und dadurch ›erst gar nichts aufkommen zu lassen‹. Sozialarbeiter werden das Phänomen kennen: Wer als ›Neuer‹ in so eine Ordnung eindringt, muss sich auf einiges gefasst machen. Dem Eindringling muss nämlich als erstes einmal deutlich gezeigt werden, wer hier ›der Chef im Ring‹ ist.

Die Notwendige Bedingung von Gewalt: Entmenschlichung des Opfers

Die notwendige Voraussetzung jeder Gewalttat: Die Entmenschlichung des Opfers.
Ein recht harmloses Beispiel mag man aus dem Straßenverkehr kennen. Wer hat nicht schon ein-mal im Auto lauthals über einen anderen Verkehrsteilnehmer geschimpft. Dabei legt man häufig einen Tonfall an den Tag, den man im sonstigen Alltag tunlichst vermeiden würde. Diese Entgleisung der Sprache funktioniert im Auto einerseits deshalb so gut, weil der andere einen nicht hört. Andererseits – und dies ist wohl der entscheidendere Grund – weil man den anderen weniger als Menschen, denn abstrakt als Autofahrer wahrnimmt.

Eine ganz ähnliche Dynamik kann man tagtäglich in Schulen beobachten. Selbst Schüler, die ansonsten freundlich und sozialkompetent sind, können gegenüber Lehrern ohne jedes Mitgefühl ausgesprochen feindselig sein – bis hin zu offenem Hass. Dies hängt eben u.a. damit zusammen, dass sie den Lehrer nicht in erster Linie als Menschen wahrnehmen, sondern stärker in seiner Rolle als Lehrer.

In diese Richtung weisen auch klinische Studien an Intensivtätern. Sie fanden heraus, dass bei ihnen die Fähigkeit zur Empathie, das heißt zur Einfühlung in einen anderen Menschen, in der Regel kaum vorhanden ist.

Diese Fähigkeit zur Empathie, die bei Intensivtätern deutlich unterentwickelt ist, bildet im Alltag die Grundlage alles dessen, was wir als ›soziale Kompetenz‹ bezeichnen und für gewöhnlich an anderen Menschen sehr schätzen. Empathie ist dabei im Kern nichts anderes als jener grundlegende Akt der Perspektivübernahme, in dem ich den Anderen als einen Menschen erkenne, der wie ich in der Lage ist zu denken, zu hoffen, zu fühlen, zu wollen, zu leiden.

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