wird oft gefragt, was kann man dagegen tun, wie kann man besseren, netteren, freundlicheren, in unseren Augen “normalen” Umgang vorleben, prägen und beibringen. Gerade heute haben wir in einer 5. Klasse ein Programm zur Gewaltprävention durchgeführt. Praktisch direkt nach dem die Stunde um war, gabs rumgeschubse und fiese Beleidigungen. Komisch. Haben die uns nicht verstanden?
Oft höre ich bei den Jugendlichen die Reaktion: “Lass uns doch, dass ist unserer Umgang – so machen wir das halt!”
Je mehr ich aber die Jugendlichen kenne, in ihr Leben hineinblicken kann, sehe ich die Ursachen und Gründe für ihr Verhalten und kann sie total verstehen. Befürworten nein, aber verstehen. Wenn ihnen zu Hause Dinge passieren, sie mit Streit und Aggressivität aufwachsen. Selbstverständlich gehen sie so miteinander um, rebellieren und sind aggressiv.
Darauf kommt es in erster Linie an: Warum gehen die Jugendlichen so miteinander um, was steckt dahinter. Erst wenn wir das erfahren, sie versuchen zu verstehen, dann können wir so langsam anfangen auch etwas dagegen zutun. Dann können wir versuchen zu zeigen: Es geht auch anders.
Deutsche Jugendliche seien viel zu lasch, unjugendlich pragmatisch – werden sogar traurige Streber genannt.
Wenn man die Jugendlichen in anderen Ländern z.B. die hundertausenden Jugendlichen in Italien die gegen die Regierung Berlusconis demonstrieren oder die Griechen und Franzosen anschaut, dann stimmt das. Grund für Proteste hätte die deutsche Jugend schon – da reicht das Stichwort: Studiengebühren.
Das muss aber nicht so bleiben, einige Anhaltspunkte gibt es schon:
Seit über einem Jahr habe ich nicht mehr an der Serie über das Buch: Jugendarbeit mit Vision geschrieben. Die Zeit und die Motivation war einfach nicht mehr da.
Ganz gestorben ist das Ganze weiter zu machen nicht, daher gehts jetzt einfach mal weiter.
Oft ist es so, dass Jugendliche sich nur über die Veranstaltungen und Programme der Jugendarbeit weiterentwickeln und wachsen. So lange ein Programm da ist, entwickelt er sich weiter und lernt Neues dazu. Die meisten kennen viele christliche Dogmen, wissen über Bibel und Theologie Bescheid, haben aber nie gelernt ihren Glauben zu leben und geistlich weiterzukommen.
Jüngerschaftsprogramme zu definieren und zu entwickeln ist schwierig und nicht pauschalierbar, da Jugendliche einzigartige Wachstumsmuster haben – sie reagieren auf geistlichen Input völlig unterschiedlich. Das Ziel bei Jüngerschaft ist es, den Jugendlich zu helfen Jesus immer ähnlicher zu werden. Bei einigen Jugendlichen dauert es sechs Monate bis man irgendwas Nennenswertes sieht, bei einigen dauert es mehrere Jahre.
Daher ist es wichtig eine Beziehung zu den Jugendlichen zu haben, das Vorgehen in der Jüngerschaft muss immer persönlich sein.
Jüngerschaft dann aber nicht an die Begleitperson (du z.B.) abhängig gemacht werden. Jesus bereitete seine Jünger kontinuierlich darauf, dass er sie verlassen würde.
Jugendliche müssen geistliche Gewohnheiten lernen, damit sie ab einen gewissen Zeitpunkt auf eigenen Füßen stehen können. Viel zu oft gibt es bibelfeste Jugendliche, die alle die richtige Antwort kennen, bringen aber keine Früchte + treffen fast täglich falsche Entscheidungen
Definiere hilfreiche geistliche Gewohnheiten
Bevor du die richtigen Hilfsmittel für das geistliche Wachstum entwickeln kannst, musst du die Gewohnheiten erst identifizieren, die deine Jugendlichen später besitzen und pflegen sollen.
Hier sind beispielhaft sechs Gewohnheiten aufgelistet:
Finde oder erfinde Hilfsmittel (Werkzeuge), um diese Gewohnheiten zu trainieren
Wenn die Gewohnheiten definiert sind, ist es wichtig zu fragen, wie können diese Gewohnheiten entwickelt werden. Was für Werkzeuge oder Hilfsmittel gibt es? Eine Garantie gibt es auch hierfür natürlich nicht, aber du kannst vermeiden, dass die Jugendlichen sich von einem Programm oder einen Leiter abhängig machen.
Es gibt viele Hilfsmittel die man kaufen kann, meistens ist es aber doch so, dass es bei den Jugendlichen besser ankommt, wenn sie selber erstellt wurden. Daran wird deutlich, dass es dir wirklich am Herzen liegt.
Zwar kannst du dann höchstwahrscheinlich mit einem Top gestaltendem Material eines Verlages mithalten, aber du hast ein brennendes Herz, das ist wichtiger!