Archives for the month of: März, 2010

Unsicherheit ist in der Landschaft der Führungsverantwortung ein dauerhafter Begleiter. Unsicherheit ist auch kein Hinweis auf schlechte Führung; sie unterstreicht die Notwendigkeit von Führung. Wo es keine Unsicherheit gibt, da ist kein Bedarf mehr für Führung. Oder noch mehr: Je mehr Führungsverantwortung man hat, desto mehr wird die Unsicherheit wachsen.
Das Ziel sollte daher nicht sein, Unsicherheit zu beseitigen, sondern die Kunst entwickeln, auch angesichts von Unsicherheit Klarheit zu verbreiten.
Zur Kunst der Klarheit gehört, ausdrückliche und präzise Anweisungen zu geben, auch wenn nur beschränkte Informationen zur Verfügung stehen.

Auf Mitarbeiter zu hören, in Zeiten der Ungewissheit ist wichtig und ratsam. Entscheidungen über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg zu fällen, halte ich für gefährlich. Früher oder später wird das nicht gut gehen. Klarheit in Zeiten der Ungewissheit (als eigentlich immer), heißt Mitarbeiter mit einzubeziehen. Sorgen und Nöte anzuhören. Wenn aber eine Entscheidung gefällt wurde, dürfen die gleichen Diskussionen nicht wieder von vorne losgehen. Hier ist es dann wichtig, klare Worte zu finden. In weiteren Schritten kann über das “Wie” geredet werden, aber die Frage nach dem “ob” man das überhaupt machen soll, darf vorerst nicht wieder auftauchen.

Führung hat nicht zum Ziel, Ungewissheit auszurotten, sondern sie zu steuern. Ungewissheit ist Bestandteil jedes Umfelds, in dem Führung nötig ist. Wo man das eine findet, wird man auch immer das andere finden.

Ungewissheit hat auch damit etwas zu tun, dass es nichts greifbares gibt. Daher tut man sich so schwer über Ideen, Werte, Ziele, Standortbestimmung, Strategie und Auftrag zu reden. Diese Dinge selten greifbar und erst in der Zukunft messbar.

Führen hat also nichts mit einer Sicherheit zu tun, sondern mit Klarheit, klaren Entscheidungen und einer klaren Vision in der Unsicherheit.

Jugendarbeit, die Wege bahnt – vom Rand der Gesellschaft mitten in eine “Gemeinde für alle”

So heißt der Untertitel des Buches!

Wie kann meine Gemeinde offen und integrationsfähig werden?
Wie können sozial benachteiligte junge Menschen Jesus kennenlernen?
Was sind konkrete Schritte für den Aufbruch zum Nächsten in meiner Gemeinde?

Das Buch ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis. Es geht um viele Beispiele und Ansätze, Fragen zur Reflexion und konkreten Hilfen.

Für das Buch wurden verschiedene Projekte interviewt, ausgewertet und die Erfahrungen dieser Projekte zusammengefasst.

Roland Werner, der auch das Vorwort geschrieben hat:

Viele Christen und Gemeinden in Deutschland wollen sich auf den Weg machen zu ihrem Nächsten und nicht länger die Augen vor den Nöten unserer Gesellschaft verschließen. Endlich gibt es auch ein Buch, das diesen “Aufbruch zum Nächsten” gerade unter jungen Menschen unterstützt. Es gibt wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Antworten darauf, wie Jugendliche vom Rand der Gesellschaft ein Teil der Gemeinde Jesu werden können. Die Beiträge aus verschiedenen Werken und Gemeinden sind ansteckend und inspirieren zur Nachahmung! “Ein Appell von Aktivisten der Liebe Gottes in unserer Zeit.”

1. Versuche nie, jemanden zu motivieren, den du nicht liebst
2. Sieh im Menschen nie nur ein Mittel, sondern immer den Zweck deiner Bemühungen
3. Respektiere die Würde, Einmaligkeit und Individualität jedes Menschen.
4. Sorge dafür, dass Menschen angstfrei mit dir kommunizieren können
5. Lobe, ermutige und fördere so viele Menschen, wie du nur kannst.
6. Sei in deinen motivatorischen Bemühungen ehrlich und transparent.
7. Habe immer das Beste für eine größtmögliche Anzahl von Menschen im Auge.

aus “Motivieren” von Klaus Douglass

1. Der Mut, Nein zu sagen

Mike Nappa sagte: “Chance ist nicht gleich Verpflichtung”. Das heißt man muss nicht jeder Chance, die anklopft “Herein!” rufen und willkommen heißen. Die Fähigkeit, die wenigen wirklich notwendigen Dinge auszumachen und sich darauf zu konzentrieren, ist das Kennzeichen exzellenter Führungsgestalten.
Aufgrund der vielen Chancen, geht die Konzentration oft verloren. Ein Mangel an Konzentration verwandelt sich schließlich in einen Verlust von Vision. Ist die Vision verschwommen, können Menschen ihr nicht folgen.

Es ist meine Erfahrung, dass große Führungspersönlichkeiten trotz vieler Ablenkungen den Fokus nicht aus den Augen verlieren. Sie wissen, wie man Menschen inspiriert und motiviert, auf die “eine große Chance” hinzuarbeiten. Sie lassen sich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken.

Der Mut, der aktuellen Realität ins Auge zu sehen

Leiter müssen auch bereit sein, der aktuellen Realität ins Auge zu sehen. Weigert er sich, so leidet er womöglich sogar an Wirklichkeitsverlust.
Wir wollen glauben, dass die Dinge gut stehen. Unser Ego und unsere Selbstachtung sind unerbittlich mit unser Führungsfähigkeit verbunden

Begeisternde Leiter sind bereit, die gegenwärtige Realität zu sehen und zu akzeptieren, ganz gleich wie entmutigend oder unangenehm sie sein mag.
Wenn wir nicht aufpassen, ignorieren wir die nackten Tatsachen und handeln stattdessen nach einer “Realität”, die wir uns nur eingebildet haben.

7 Gebote der gegenwärtigen Realität

  • Du sollst nicht heucheln
  • Du sollst dich den Tatsachen nicht verschließen
  • Du sollst nicht übertreiben
  • Du sollst den Überbringer schlechter Nachrichten nicht erschießen
  • Du sollst dich nicht hinter Zahlen verstecken
  • Du sollst konstruktive Kritik nicht ignorieren
  • Du sollst dich nicht isolieren

Mut zum Träumen

Als Leiter gibt es eine dritte Form des Mutes. Den Mut, von dem zu träumen, was sein könnte und sein sollte. Dabei muss man den Gedanken erlauben, die Grenzen des IST zu überschreiten und im Geist ein Bild dessen zu malen, was SEIN könnte. Großes erreicht nicht unbedingt der begabteste, oder der am besten Ausgebildete, sondern derjenige, der sich weigert, sein Denken in ein Korsett zu pressen.
Träumen fordert Mut. Denn jedem Traum ist der Dämon des Zweifels auf den Fersen. Oft schwirren einem sofort viele Gründe im Kopf rum, warum das nicht klappen wird, was wir uns erträumen.
Jemand sagte mal: “Träume keine kleinen Träume, denn sie berühren die Herzen der Menschen nicht”.
In großen Träumen zu träumen, in großen Maßstäben und ohne Angst, das ist herausfordernd und braucht Mut.