In dem letzten Post (der mittlerweile schon fast 2 Wochen alt ist – ich werde hier echt nachlässiger) habe ich ein paar zumeist auch fragwürdige Maßstäbe für eine erfolgreiche Jugendarbeit genannt.
Was ist eine erfolgreiche Jugendarbeit? Was ist überhaupt Erfolg? Wenn ich von Erfolg rede, brauche ich etwas woran ich das messen kann. Maßstäbe.
Was sind Maßstäbe für eine erfolgreiche Jugendarbeit?
Eine andere Frage, die mich dabei noch beschäftigt. Geht es überhaupt um Erfolg? Muss ich im Reich Gottes, in der Nachfolge Jesu erfolgreich sein?
Grundlegend glaube ich nicht, dass es um Erfolg geht. Als Jesus die Arbeiter in Matth. 20 in den Weinberg einberuft und sie am Ende des Tages bezahlt, kommt es nicht darauf an wie viel sie gearbeitet und erwirtschaftet haben. Jeder hat das gleiche erhalten.
In dem Gleichnis von Jesus über die anvertrauten Talente (Matth. 25), geht es darum, dass die Menschen treu sind. Treu, zuverlässig und gewissenhaft mit dem umzugehen was Jesus einem geschenkt hat.
Worüber die Bibel und vor allem Paulus spricht sind Ziele.
1. Kor. 9, 24-27
24 Ihr wisst doch, wie es ist, wenn in einem Stadion ein Wettlauf stattfindet: Viele nehmen daran teil, aber nur einer bekommt den Siegespreis. ´Macht es wie der siegreiche Athlet:` Lauft so, dass ihr den Preis bekommt!
25 Jeder, der an einem Wettkampf teilnehmen will, unterwirft sich einer strengen Disziplin. Die Athleten tun es für einen Siegeskranz, der bald wieder verwelkt. Unser Siegeskranz hingegen ist unvergänglich.
26 Für mich gibt es daher nur eins: Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert, und kämpfe wie ein Boxer, dessen Schläge nicht ins Leere gehen.
27 Ich führe einen harten Kampf gegen mich selbst, als wäre mein Körper ein Sklave, dem ich meinen Willen aufzwinge. Denn ich möchte nicht anderen predigen und dann als einer dastehen, der sich selbst nicht an das hält, was er sagt.Phil. 3,13-15
Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt,
14 und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat.
15 Wir alle, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat, wollen uns ganz auf dieses Ziel ausrichten. Und wenn eure Einstellung in dem einen oder anderen Punkt davon abweicht, wird Gott euch auch darin die nötige Klarheit schenken.
Diese Stellen zeigen, dass es um ein Ziel geht, dem ich als Christ gemeinsam mit anderen Christen entgegen strebe.
Es geht also weniger um erfolgreiche, sondern um zielorientierte Jugendarbeit. Was ist das Ziel, was sollen Jugendliche verstehen und leben? Hier ein paar allgemein formulierte Ziele für Jugendarbeit (die natürlich noch herunter gebrochen werden müssen)
- Jugendlichen sollen verstehen was es heißt heilig vor Gott zu sein. Sie sollen der Spanne zwischen heilig sein, aber noch nicht heilig leben, in der Welt aber nicht von der Welt (Joh 17) sein, bewusst werden
- Jugendliche sollen den Fokus auf Jesus und sein Leben haben – ihm nachahmen und ähnlicher werden (hat auch etwas mit dem oberen Punkt zutun)
- Jugendliche sollen ihre Gaben erkennen, einsetzen und entwickeln.
- Jugendliche sollen Gott und den Menschen lieben und zwar ganz (Matth. 22, 27+38). Mit ganzem Herzen, Seele und dem ganzen Denken oder auch anders: Nicht nur davon reden, es auch tun und es ganz sein (mit sein ist der Charakter gemeint)
Hi Waldy,
guter Beitrag. Und er macht schon ein Problem ersichtlich.
Du schreibst: “Was ist überhaupt Erfolg?”
Und die Definition ist oftmals das eigentliche Problem, gerade auch in Gemeindestrukturen.
Dann schreibst du:
“Wenn ich von Erfolg rede, brauche ich etwas woran ich das messen kann. Maßstäbe.”
Völlig richtig.
Wenn du dann aber schreibst: “Es geht also weniger um erfolgreiche, sondern um zielorientierte Jugendarbeit.” und das dann noch mit dem Siegespreis-Text in Verbindung bringst, muss ich doch lächeln.
Dadurch implizierst du nämlich eine Definition von Erfolg, und zwar immer die falsche.
Grundsätzlich aber ist doch das Ziel, an dem sich die Arbeit orientiert, eben der oben beschriebene Maßstab für Erfolg.
Man nimmt einen Maßstab, um eine Laufstrecke zu messen, und wer (als erster?) am Ziel ankommt, war erfolgreich.
(Wer auf der Strecke bleibt, war es nicht).
Du schreibst: “Es geht also weniger um erfolgreiche, sondern um zielorientierte Jugendarbeit.” und formulierst im Anschluss die Ziele.
Nun gut: Wenn aber nun keiner dieser Punkte zutrifft, warst du dann nicht “nicht erfolgreich”? Reicht es alleine schon, ein Ziel zu haben? Nein. Auch Paulus redet am Ende vom Siegespreis!
Eine Jugendarbeit ist also erfolgreich, wenn sie ihre Ziele erreicht.
Und jetzt gebe ich noch ein weiteres Ziel vor, dass wir erfolgreich erreichen sollen:
Uns die richtigen Ziele zu setzen!
Das ist nämlich, woran es meistens scheitert. Siehe auch die Beispiele in deinem letzten Post zum Thema.
Es geht also sehr wohl um erfolgreiche Jugendarbeit, jedoch müssen die Ziele stimmen.
Ein Schiff, das nicht ankommt, ist schlecht. Ein Schiff, das am verkehrten Hafen ankommt aber ebenso.
Hi,
danke für den Hinweis. Ich sehe das genauso. Vielleicht kam das nicht ganz durch… Als Christ lebe ich immer in der Spanne zwischen heilig sein aber noch nicht ganz heilig leben. Ziele haben, aber diese nicht 100%ig zu erreichen.
Wichtig dabei aber, dass dazu trotzdem Anstrengung nötig ist. Es reicht nicht, hauptsache nur auf dem Weg zu sein, also ob wie im Buddhismus “der Weg das Ziel” sei. Ehrgeiz ist da wichtig.
Die richtigen Ziele zu haben helfen in die richtige Richtung zu laufen. Dabei gehört auf jedenfall die Frage dazu. Worum geht es eigentlich? Was sind die Ziele?