Nachdem ich aus dem Urlaub aus Österreich wieder in Dresden zurück bin, habe ich zwei neue Bücher bei mir auf dem Schreibtisch liegen. Beides Bücher die für viel Wind gesorgt bzw. noch sorgen werden.

Das Buch hat einen provokanten Titel “Die Welt umarmen” und wer Johannes Reimer kennt, weiß auch, dass er gerne provoziert.
Es geht in dem Buch um gesellschaftsrelevanten Gemeindebau. Vieles habe ich schon bei Vorträgen von Johannes Reimer mitbekommen, freue mich aber trotzdem, dass es das Ganze kompakt in einem Buch gibt. Bin gespannt!
Beim ersten Durchblättern fällt mir positiv auf, dass es immer wieder Zusammenfassungen gibt bzw. konkret Konsequenzen für den gesellschaftsrelevanten Gemeindebau aufgelistet werden.

Das zweite Buch ist bewusst als “Streitschrift” geschrieben.
Bernhard Bueb hat 30 Jahre lang die deutsche Eliteschule Schloss Salem geleitet.
In seinem Buch: „Lob der Disziplin“ gibt er sehr hilfreiche Hinweise für eine Erziehung zu mehr Selbstdisziplin und Verantwortung von Jugendlichen und Kindern. Dabei geht es ihm nicht nur um Eltern sondern auch um Pädagogen und Mit-erzieher. Diese sollten konsequent sein.
Hier einige Zitate:
Wir sollten uns wieder darauf besinnen, dass Jugendliche nicht nur verbale Orientierung brauchen, sondern ihnen… Grenzen gesetzt werden müssen… Damit eine Strafe (damit meint er nicht körperliche Züchtigung bzw. Schlagen) gerecht und wirksam ist, muss im Vorfeld klar mitgeteilt werden, welche Konsequenzen eintreten, wenn man eine Regel übertritt… Es müssen allerdings nicht alle Fälle aufgeführt werden, die zu einer Strafe führen…“ (Seite 109ff)
„klar umrissene, berechenbare, aus Fürsorge verhängte Strafen rufen… Furcht, aber nicht Angst hervor…“ Strafen von liebevoll zugewandten Personen auszuhalten „gehört zum Aufwachsen und zur Vorbereitung auf das Leben“ (Seite 114f).
„Erwachsenwerden bedeutet zu begreifen, dass Gerechtigkeit nicht so einfach herzustellen ist wie im Märchen und warum das so ist. Diesen Zusammenhang herzustellen nennen wir BILDUNG. Wer gerecht erziehen will, muss bereit sein zu strafen. Wer diesen Satz beherzigt, wird Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg in die Freiheit Wegweiser und Stütze sein“ (Seite 124).
Irgendwas passt mit deinen Sonderzeichen im Feed nicht…
danke für den Hinweis werde es mir anschauen.
Ich hatte jetzt ein Semester lang ein Seminar über Authorität und Disziplin im Unterricht und dabei wurde vor allem Bueb heftig verworfen. Bei Bueb so der Befund, wird ein System von Regeln aufgebaut, die es erlaubt auch ohne die schwere Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen zu verfahren. Diziplin und Ordnung wird zum Selbstzweck und nicht zum Mittel zu irgendeinen Zweck. Es gibt bessere pädagogische Ansätze, bei denen sich die Authorität stets begründen muss (wir wollen schließlich keine neue HJ) und bei denen Disziplin ein Nebenprodukt einer erfolgreichen Kommunikation wird.
Hi Anarchie,
danke für deine Meinung.
Ich möchte das Buch mir nochmal genauer angucken.
Beziehung sehe ich aber auch als A&O!
Hast du Artikel oder Bücher zu den anderen Ansätzen?
Naja ich denke, es ist wichtig, ein pädagogisches Gesamtkonzept zu haben. Es ist immer die Frage, wie man so Ausbrüche von Kindern beurteilt: handelt es sich um einen Kampf, um eine WIllensprobe, die man mit aller Härte und Unnachgiebigkeit bestehen muss oder sind so Ausbrüche Ausdruck von INteressen der Kinder? Möchte ein 5.Klässler stören, weil er mich als Lehrer hasst oder vielleicht hat er gerade in der Pause etwas erlebt, dass er unbedingt weitergeben will.
Ein Gesamtkonzept ist zB das von John Dewey; da gibtsn kleinen Aufsatz: “mein pädagogisches Credo” der ist ganz gut.
Ich stimme dir da vollkommen zu. Pauschal irgendwas mit Kids zu machen, ohne nach den Gründen für ihr Auftreten zu schauen macht überhaupt keinen Sinn.
Hast du diesen Artikel?