Doug Fields schreibt in dem Kapitel weiter und im zweiten Teil über das Thema “Wie kann ich geistlich fit bleiben”, will ich daraus ein paar Sachen weitergeben.

Die Frage die zuerst aufkommt ist, die, woran man überhaupt merkt, dass man zuviel macht, dass die Zeit mit Gott zu kurz kommt.
Doug schreibt über sich selber, dass er das objektiv ziemlich gut an seinem Auto merkt. Sein Auto spiegelt oft die Geschwindigkeit seines Lebens wieder. Wenn er zuviel zutun hat, schenkt er seinem Auto zuwenig Aufmerksamkeit und das ist dann voll mit schmutziger Wäsche, Müll, Bücher, der Sporttasche, Getränkedosen, Müll, CDs, Sachen der Kinder und noch mehr Müll.

Es geht hierbei also um Warnsignale, die geistliche Missstände aufzeigen:

  • Verlust von Leidenschaft Gott, sein Wort oder der Dienst sind für dich nicht mehr spannend. Nichts kann dich motivieren.
  • körperliche Erschöpfung Tagsüber bist du oft ausgepowert und abends schläfst du sofort ein, wenn du dich hinlegst. Du bist so müde, dass du noch nicht einmal für ein paar Minuten wach bleiben kannst, um über den Tag nachzudenken
  • Gebetsvakuum Es ist schon lange her, dass du eine intensive Gebetszeit erlebt hast. Irgendwie schämst du dich, den ganzen Tag nicht mit Gott geredet zu haben. Aber wenn du betest, dann fühlt es sich seltsam und gezwungen an.
  • Zu einfaches Leben Unsere geistliche Reise beinhaltet normalerweise Spannungen und Versuchungen. Kampf ist eine notwendige Komponente für ein gesundes geistliches Leben. Wenn das Leben zu einfach ist, kann das ein Beweis dafür sein, dass du Überzeugungen ignorierst oder auf deine eigene Kraft und deine Gaben vertraust, anstatt Gott um die Kraft zu bitten, die du brauchst.
  • Pharisäertum Wenn dein persönliches geistliches Leben und deine Mitarbeit in der Gemeinde (Jugendstunden, Andachten) die gleiche geistliche Tiefe haben dann schöpfst du das Beste von deinem geistlichen Leben ab und bleibst fit. Wenn deine Predigten und Lehren tiefer sind als dein eigenes geistliches Leben, dann begibst du dich in die Gefahr in pharisäische Gewässer abzutreiben.
  • Verlust von Ehrfurcht Du kannst alles in deinem Leben rational erklären. Für Gottes Handeln ist kein Platz. Sein Wirken ist in einer kleinen Kiste nett verpackt

Sind dir diese Dinge bekannt? Hast du schon ähnliche Warnzeichen erlebt?
Wenn man die Warnzeichen erkannt hat, steht man vor einer Entscheidung: Entweder man leugnet sie, oder man arbeitet an ihnen.
Leugnen ist die praktischste Variante. Vor allem wenn man anfängt sich zu vergleichen (nach dem Motto: “Der ist noch viel schlimmer als ich…”)

Um an dem Warnzeichen zu arbeiten, muss man erst seinen Zustand eingestehen. Das ist oft mit Schmerz verbunden. Dabei kann es helfen, jemand anderen – einen anderen Christen zur Hilfe herbeizuziehen. Man muss da nicht alleine rauskommen.

Sich dieser ganzen Sache bewusst zu werden ist extrem wichtig. Das eigene Herz hat da hohe Priorität:

Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben
Sprüche 4,23

Gott geht es in erster Linie um dein Herz nicht darum, wie gut die Jugendarbeit gerade läuft.

Hier nun ein paar Ideen um aus einem geistlichen Tief herauszukommen bzw. wie man das geistliche Leben auch fit halten kann (Das ganze sind Ideen, von daher fühlt euch frei auch etwas hinzuzufügen)

  1. Strebe nach Regelmäßigkeit
    Prüfe zu erst wieviel Zeit du alleine mit Gott verbringst. Dazu zählt nicht irgendwelche Predigt- oder Andachtvorbereitungen. Nimm dir regelmäßig Zeit um in Gottes Gegenwart zu sein. Ich liebe diese Stelle:

    Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du alleine bist, schließ die Tür hinter dir und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt belohnen
    Matth. 6,6 (Neues Leben)

    Ob du die Zeit mit Gott am Abend oder früh Morgens machst, ist dabei eigentlich unwesentlich. Du kannst dich fragen, wann die geringste Wahrscheinlichkeit besteht unterbrochen zu werden. Halte dir die beste Zeit des Tages frei für die beste Person in deinem Leben. Gott.

  2. Such einen “Reisebegleiter
    Sei mutig und bitte einen Freund, dich auf deiner geistlichen Reise zu begleiten. Er kann dich fragen, wie es mit deiner Beziehung zu Gott aussieht, wieviel Zeit du mit ihm verbringst. Es hilft jemanden Rechenschaft darüber abzulegen. Wichtig dabei: Sei bereit dieser Person ehrlich antworten. Dass du dir vorher bewusst werden. Es wäre deinem Freund unfair gegenüber, wenn er dich dann fragt – du aber nie ehrlich bist.

  3. Zurück zu den Wurzeln
    Erinnerst du dich daran, was Johannes in der Offenbarung schreibt?

    Aber etwas habe ich an euch auszusetzen: Eure Liebe ist nicht mehr so wie am Anfang. Bedenkt von welcher Höhe ihr herabgestürzt seid! Kehrt um und handelt wieder so wie zu Beginn!
    Offb. 2,4-5 (GNB)

    Das was Johannes hier beschreibt ist an sich ganz einfach: Erinnere dich an die Dinge, die du getan hast, als du gläubig wurdest. Und handle danach. Kannst du dich an die Freude erinnern, die du (wahrscheinlich) am Anfang der Beziehung mit Gott hattest? An die Leidenschaft für ihn, sein Reich und das was er sagt?

  4. Suche Abwechslung
    Einige Christen haben maßgeschneiderte geistliche Disziplinen, die sie ihrer Persönlichkeit, ihrem Alter und ihrem Terminkalender angepasst haben.
    Das funktioniert aber lange nicht bei jedem. Was andere für eine bedeutungsvolle Zeit mit Gott halten, kann für dich langweilig und gezwungen sein. Vielleicht musst du einfach etwas neues ausprobieren. Probiers mit Abwechslung. Essen tust du auch nicht jeden Tag das gleiche.
    Da gibt es viele Möglichkeiten, hier ein paar Ideen

    • Mach dir Notizen zu Abschnitten aus der Bibel, die dich angesprochen haben. Was sind die Anwendungen für dein Leben?
    • Reflektiere über einen einzigen Bibelvers und überlege, was er für dich bedeutet.
    • Suche Einsamkeit. Bete nicht. Sei einfach still und schreibe auf, was dir durch den Kopf geht.
    • Bete einen Abschnitt der Bibel
    • Schreibe Tagebuch über dein Leben. Untersuch Dinge, die du gestern gemacht hast. Ist dir etwas entgangen, dass dir Gott klar machen wollte?
    • Lies zügig einen Abschnitt aus der Bibel. Mach keine Pausen, um über einzelne Verse nachzudenken. Behandle lange Abschnitte wie eine Geschichte
    • Sing.
    • Schreibe deine Gebete in dein Tagebuch
    • Schreibe die Dinge auf, die du im Leben gelernt hast, zum Beispiel in den letzten vier Wochen.
    • Höre christliche Musik und denke über den Text nach

Als Teil des Körpers Christ ist es schön zu sehen, wie andere Gläubige Gott erleben. Jeder ist unterschiedlich und die Abwechslung ist großartig. Um Jugendlichen dabei zu helfen musst du kein geistlicher Überflieger sein. Gott benutzt auch geistliche Waschlappen. Gott hat auch böse Babylonier, Lehrer mit falschen Motiven und sogar Esel benutzt um geistlich was zu bewegen.
Der heilige Geist ist nicht auf unsere Bemühungen angewiesen. Das sollte unsere Motivation für geistliche Gesundheit sein – und nicht die Jugendlichen. Geistliche Gesundheit brauchst du erst in zweiter Linie für deinen Dienst. In erster Linie brauchst du sie für eine intakte Beziehung zu deinem Schöpfer.