Archives for the month of: Mai, 2007

Eine Sache, die mich schon seit einiger Zeit während dem Lesen der Evangelien beschäftigt, ist der oftmals direkte Umgang Jesu mit den Menschen. Wenn ich das so lese, dann denke ich nur heftig, dass Jesus denen das so direkt an den Kopf wirft.

Hier einige Bibelstellen:

Lukas 13,15:
Doch der Herr sagte: “Ihr Heuchler!

Lukas 11,39
Daraufhin sagte Jesus zu ihm: “Ihr Pharisäer achtet peinlich genau darauf, Becher und Teller äußerlich zu säubern, doch innerlich seid ihr alles andere als rein, sondern voller Habgier und Bosheit!

Lukas 11,45
“Meister”, sagte ein Mann, der sich besonders gut im Gesetz Moses auskannte, “damit beleidigst du auch uns.”

Markus 9,19
Jesus sagte zu ihnen: “Ihr Ungläubigen! Wie lange muss ich noch bei euch sein, bis ihr endlich glaubt? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt den Jungen zu mir.”

Matthäus 14,31
Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Was mich halt bei dem Lesen dieser Stellen total verwundert war, war die Art wie Jesus in diesen Fällen kommuniziert hat. Er war ziemlich direkt und hat “das Kind beim Namen” genannt. Einige Leute brauchen das vllt., dass man sie direkt mit “Problemen” konfrontiert, aber einige werden dadurch auch beleidigt, wie z.B. der Gesetzeslehrer aus LK 11,45.
Der Konflikt Jesu mit den Pharisäern und der ganzen “oberen frommen Elite” war eine Sache für sich, aber ich habe mich gefragt wieso Jesus das gemacht.
Oder war es teilweise einfach nur Züge der menschlichen Seite Jesu wie z.B. in Mk 9,19, wo Jesus einfach total fertig mit den Leuten war?

Eine zweite Sache war die, dass ich mich gefragt habe was ich denn von diesem Umgang Jesu mit den Menschen lernen kann. Das ist für mich die schwierigste Frage, da ich glaube, dass es heute einer der schlechtesten Methoden ist Menschen direkt mit ihren Fehlern zu konfrontieren. Sei es in der Gemeinde (wo es auch “Kleingläubige” gibt, wahrscheinlich so gut wie jeder einen kleinen Glauben hat) oder auch im Bezug auf Nichtchristen.

Was meint ihr dazu? Ich bin mir da echt nicht schlüssig, könnt ihr mir da vllt. helfen? ;-)

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V. 4 Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
V. 5 Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
V.6 Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.
V.7 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Wenn wir die Bibel lesen, werden wir immer wieder auf das Wort “Furcht” stoßen. Furcht als natürliche Reaktion von Menschen auf eine Bedrohung, aber wohl eher die “Furcht Gottes”. Oft wird damit Angst assoziiert und Atheisten kritisieren, “dass Religionen ein Angstbild aufbauen, das einem selbstbestimmten Leben entgegenstehe und zu einer ängstlichen Lebensweise führe.” (via wikipedia)

Dies steht auf den ersten Blick dem Bild eines liebenden Gottes, der sich um die Menschen sorgt und Gemeinschaft mit ihnen will.

Wie ist das denn jetzt zu verstehen, wie soll ich Gott gegenüber auftreten? Soll ich vor Angst zitternd, kein Wort sagend diesem Gott nachfolgen, oder kann ich vor ihm kommen wie ich bin, ihm alles mitteilen?

Luther beschreibt Gottesfurcht folgendermaßen: Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm vertrauen

Hier möchte ich jetzt einige Bibelstellen zitieren, die über das Thema “Frucht gegenüber Gott” sprechen:

2 Chronik 19, 7
Lasst euch also von der Furcht des Herrn leiten und handelt gewissenhaft; denn beim Herrn, unserem Gott, gibt es keine Ungerechtigkeit, kein Ansehen der Person, keine Bestechlichkeit.

Ps 111, 10
Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibt ewiglich.

Sprüche 14, 27
Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, daß man meide die Stricke des Todes.

Prediger 12,13
Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.

Jes 12, 2
Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.

Jes. 41,10
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; / hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich mache dich stark, / ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten.

Ich erkläre mir das alles so:
Und zwar ist Gott jemand, der mit dem Menschen, mit mir mit dir, eine Beziehung haben will. Er will Gemeinschaft haben, das ist auch der Grund warum der den Menschen ursprünglich eigentlich geschaffen hatte.

Als Christ habe ich also eine Verbindung zu diesem Gott. Doch diesem Gott, einfach aus dem Grund, weil er Gott ist, habe ich Respekt zu erbringen. Nicht aus irgendeinem Pflichtgefühl, sondern weil ich weiß, welche Macht dieser Gott hat.

Der Theologe Wolfhart Pannenberg beschreibt die Gottesfurcht folgendermassen (Systematische Theologie Bd. 3, S. 216): “Gott fürchten – das heisst, Gott als Schöpfer anzuerkennen in seiner Erhabenheit und Macht, als den Schöpfer, von dem unser Leben in jedem Augenblick abhängt, und als den Richter, vor dem nichts verborgen bleibt.

Dieser Gott, ist mein Gott, mein Vater (Römer 8,15), den ich liebe, der mich liebt, der mir zuhören und an meinem Leben Anteil haben will und dessen Ratschläge ich annehme und mich von ihm korrigieren lasse.

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[via nikodemus.net]

Dem kann ich wirklich nur zustimmen :D Wie einige Dinge ihren Lauf nehmen, wird wahrscheinlich nie jemand auf Erden verstehen können ;-)

Habt ihr persönliche Beispiele, wo Gott großes getan hat, was eigentlich unbegreifbar, unverständlich war und immer noch ist?

Das Thema Umwelt- bzw. Klimaschutz war ja zuletzt, und ist es glaub ich immer noch, in aller Munde. Mein Bruder Alex hat letztens für die Zeitschrift dennoch einen kurzen Artikel zu dem Thema geschrieben, den ich hier einfach mal posten wollte.

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Was wir von Greenpeace lernen können

Sie ketten sich an Bahngleise, kreuzen mit kleinen Schlauchboten die Bugwelle von riesigen Tankern, verteilen kostenlose Tickets als Hinweis für umweltfreundlichere Reisealternativen, schleppen einen toten, 17 Meter langen und 20 Tonnen schweren Finnwal vor die japanische Botschaft in Berlin. Greenpeace: Eine internationale Umweltorganisation. Ihre Taten sprechen für sich. Ihr Anliegen ist Programm.

Umweltschutz ist bei Greenpeace keine Modeerscheinung unserer Tage. Greenpeace wurde 1971 in Vancouver (Kanada) gegründet. Lange bevor in unseren Tagen das Thema Umweltschutz angesagt ist. Ihr Motto: „Taten start warten!“ Man kann es ihnen abspüren.

Ihre Methode: „Bearing Witness“ (Zeugnis ablegen). Hört sich christlich an. Ist auch so. Greenpeace hat ihre Methode, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken, von den Quäkern abgeleitet (eine christliche Glaubensgemeinschaft, entstanden im 17. Jh. in England). Greenpeace geht es darum „Zeugnis abzulegen“ über Unrecht, das ihrer Meinung nach geschieht. Greenpeace hat von Christen gelernt. Es ist an der Zeit zu fragen: Was können wir von Greenpeace lernen?

Mission: Planet Erde

„(1) Zweck des Vereins ist es, …, die globalen Probleme der Umwelt bewusst zu machen, und die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verhindern;“ (Auszug aus der Satzung von Greenpeace Deutschland e.V.).

Ihre Mission gilt dem Planeten Erde. Wertschätzung und Verbundenheit mit der Natur bewegen sie zum Handeln. Damit gehen sie ans Werk. Sie kennen ihren Auftrag und setzen ihn um. Ohne Wenn und Aber.

Als Gott die Erde schuf, hat er dem Menschen einen Auftrag gegeben. Er lautete: „Machet euch die Erde untertan, herrschet über sie!“ (1Mo 1,28). Herrschen hat nichts mit beherrschen, ausbeuten und unterdrücken zu tun. Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der „Ebenbildlichkeit“ des Menschen (1Mo 1,27). Der Mensch ist Gottes Repräsentant auf Erden. Man kann auch Stellvertreter sagen. Und als solcher überträgt Gott ihm die Verwaltung der Erde. Ich habe den Eindruck, dass wir Christen unseren Auftrag vergessen haben: Gottes Planeten Erde verantwortlich zu verwalten. Umweltschutz ist nicht gepachtet von den Grünen oder irgendwelchen Öko-Freaks. Es ist auch nicht nur Trendthema unserer Politiker. Umweltschutz findet seine Begründung in der Bibel! Wir müssen unseren Planeten neu lieben lernen, weil Gott ihn liebt.

Operation: Mobilisation

„(2) Der Verein verfolgt seinen Zweck insbesondere durch gewaltfreie Aktionen, durch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit sowie durch Aufklärung und Beratung.“

Im Zentrum steht die Aktion. Sie operieren weltweit. Mobilisieren. Sind handlungsorientiert. Greenpeace Deutschland hat 90 ehrenamtliche Ortsgruppen mit über 2000 Mitarbeitern. Eins muss man ihnen zugestehen: Einsatz und Kreativität. Teilweise grenzwertig und doch nicht unüberlegt. “Keine Kampagne sollte ohne klare Ziele begonnen werden; keine Kampagne sollte begonnen werden; ohne dass die Möglichkeit auf Erfolg besteht, keine Kampagne sollte begonnen werden, ohne dass man beabsichtigt, sie konsequent zuende zu führen.” (McTaggart, 1994). Sie geben alles, um die Öffentlichkeit für ihr Anliegen zu gewinnen. Und dafür scheint ihnen keine Idee zu dumm zu sein.

Mit Einsatz und Kreativität den Auftrag umsetzen. Es gibt nicht viele, die das in diesem Maß für das Reich Gottes über haben. Geschweige denn für das Thema Umweltschutz. Und dabei muss der Einsatz gar nicht so hoch sein: Keinen Müll in die Natur schmeißen, kurze Strecken mit dem Fahrrad fahren, Wasser beim Geschirrspülen nicht laufen lassen, die Rückseite eines bedruckten Blattes Papier benutzen, den Müll trennen. Und wenn man dem ganzen noch Kreativität hinzu gibt, können dabei Waldsäuberungsaktionen mit der Jugendgruppe entstehen, Beratungsabende in der Gemeinde für umweltfreundliche Sanierung von Wohnhäusern angeboten oder Zentren für Fahrgemeinschaften im Ort eingerichtet werden. Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Vorausgesetzt der Einsatz stimmt.

Was können wir von Greenpeace lernen? Leidenschaft. Einsatz. Motivation. Kreativität. Immer mit Blick auf den Auftrag. Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn wir uns mit gleichem Einsatz für die Sache Jesu einsetzen. Um sein Reich dadurch nach vorne zu bringen. Menschen für ihn zu gewinnen. Einsatz und Kreativität braucht man nicht nur beim Thema Umweltschutz. Jedoch ist der Motor überall derselbe: Begeisterung. Ohne geht es auch nicht im Reich Gottes.

Greenpeace macht uns Christen neu für unseren Auftrag sensibel. Gott hat uns die Erde zum verantwortlichen Umgang hinterlassen. Die Frage ist: Was machen wir daraus? „Taten statt warten!“, so das Motto von Greenpeace. Vielleicht sollte unser Motto lauten: „Jeder Christ ein Umweltaktivist“?!

Quellen:

www.wikipedia.de

www.greenpeace.de