Der Satz oben ist eigentlich ein Zitat aus dem Film Babel. Mittlerweile bin ich von der Aussage dieses Zitats begeistert, so begeistert, dass ich mir den Satz sogar in die Signatur gepackt habe.
Wer verstanden werden will, muss hören. Klingt beim ersten Zuhören paradox, so kam es mir zumindest. Aber beim mehrmaligen Lesen und Nachdenken hat das alles dann doch Sinn.
Gerade wenn ich mit Jugendlichen und Teens zutun habe, dann ist es wichtig zuzuhören. Zuhören was bei ihnen läuft, welche Musik sie hören, wie sie sprechen, worüber sie nachdenken. Was sie ankotzt und wofür und noch wichtiger wie sie sich begeistern lassen, wie ihre Sicht der Welt, ihrer Freunde, ihres Ortes, ihres Zuhauses, ihrer Familie ist.
Zuhören warum? Um verstanden zu werden.
Bei Jugendlichen ist es meistens viel wichtiger einfach zuzuhören. Wenn ich ihnen zuhöre, anstatt sie die mehr oder weniger voll zu labern, dann gebe ich ihnen Aufmerksamkeit, dann zeige ich, dass sie mir wichtig sind.
Ich selber bin ein ziemlich gesprächiger Kerl und rede manchmal echt zuviel. Deswegen habe ich mir besonders vorgenommen einfach mal zuzuhören, nicht immer sofort mein Kommentar zu jedem Thema loszulassen sondern still zu sein. Ist gar nicht mal so einfach, sage ich euch. Oft brennt mir wirklich etwas unter den Fingern, aber es geht immer besser und ich merke, dass es mir selber und den anderen bestimmt auch viel besser geht.
Update:
Gerade einen Link wieder gefunden, den ich schon gelesen hatte: Wie kann ich ein guter Zuhörer sein?
bild via deviantart
Hi Waldy (Schrotty reicht ja nu nich mehr
),
finde ich total klasse, dass du das schreibst.
Absolut wichtiges Thema.
Dazu wichtig ist aber noch die Antwort auf die Frage:
Zuhören, wie macht man das?
Es geht ja nicht darum, einfach die Klappe zu halten, sondern worauf man seine Aufmerksamkeit richtet.
Die verschiedenen Informationen und Signale, die ich empfange?
Oder vielmehr meine Gedanken, inneren Reaktionen, meine Gefühle, die mir beim Hören sofort kommen.
Letzteres abzustellen und bei Ersterem zu bleiben ist genau das Problem.
(Gutes Zuhören ähnelt übrigens sehr betrachtender/kontemplativer Meditation!)
Ein wirklich gutes Werk dazu fand ich die Serie “Miteinander reden” von Friedemann Schulz von Thun. (3 Bände, die ersten Beiden sind auf jeden Fall hoch empfehlenswert).
Der zweitschlimmste Fehler, der in Gesprächen immer wieder passiert ist der Satz: “Ja, ich verstehe”.
Ich verstehe erst dann, wenn der Andere mir sagt: “Du verstehst mich”. Vorher meistens nicht!
Der schlimmste Fehler ist: “Ich verstehe, aber du nicht!”.
Just my 2 ct
Hier noch ein Link den ich heute wieder gesehen haben:
http://www.wikihow.com/Be-a-Good-Listener