Schon länger beschäftigt mich die Frage: Was genau soll Kennzeichen meiner Arbeit sein? Woran sollen Jugendliche denken, wenn sie über die Jugendarbeit in der EFG Siegen-Weststraße reden? Was will ich mir von Anfang an auf die Fahne schreiben?

Bei dieser Frage bin ich auf den Text von Paulus in 1Kor 2,1-5 gestoßen.

1 Liebe Brüder und Schwestern! Als ich zu euch kam und euch Gottes Botschaft brachte, die bisher noch nicht bekannt war, habe ich das nicht mit geschliffener Rede und menschlicher Weisheit getan.

Paulus Art der Verkündigung war nicht perfekt vorbereitet und durchgeführt. Er legte auf menschliche Kriterien und Erwartungen keinen Wert.

Das Evangelium Gottes bedarf keinen qualifizierten Theologiestudenten oder hoch bezahlten Rhetoriker, um die Menschen dieser Welt zu erreichen. Es braucht weder Show noch geniale Konzepte. Es braucht nur eins: Jemand, der es ausspricht.

2 Ich wollte von nichts anderem sprechen als von Jesus Christus und seinem Tod am Kreuz.

Paulus Anliegen klingt simpel, beinahe bescheidend. Nur Jesus wollte er zum Inhalt seines Redens und Wirkens machen. Nicht mehr und nicht weniger.

Im Reden von und über Jesus Christus, seine Person, sein Wesen und sein Wirken besteht die eigentliche lebensverändernde Sprengkraft (Röm 1,16) des Evangeliums Gottes.

3 Dabei war ich schwach und elend und zitterte vor Angst.

Eigene Schwäche, Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und Angst gehen mit der Verkündigung des Evangeliums einher.
Der Verkündiger selbst weiß steht’s um seine eigene Schwäche, damit die eigentliche Kraft des Evangeliums zum Vorschein kommt.

4 Was ich euch sagte und predigte, geschah nicht mit ausgeklügelter Überredungskunst, durch mich sprach Gottes Geist und wirkte seine Kraft.

Das Evangelium bedarf keiner Verkaufsansprache, in der der Zuschauer vom Produkt überzeugt werden muss. Im Evangelium spricht Gott selbst durch seinen Geist. Im Evangelium kommt Gottes Kraft zum Vorschein.
Verkündiger des Evangeliums Gottes brauchen demnach zwei Ausweise: “Geist” und “Kraft”.

5 Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes rettende Kraft.

Tragender Glaube im Diesseits und Jenseits ist nur von Gottes Geist und seiner Kraft wirkbar.
Ein solcher Glaube ist keine Ideologie, keine Weltanschauung, kein Verkaufsprodukt, kein Selbsthilfezweck. Ein durch Gottes Kraft gewirkter Glaube, nimmt die Abhängigkeit zu Gott als das größte Geschenk an. Er sieht von der eigenen Ohnmacht zur Gottes Allmacht auf.

Alles andere ist menschliche Frömmigkeit, hervorgebracht und gepflegt durch Menschen, wofür im Himmel kein Platz ist.
Nach dem Vorbild des Paulus möchte ich „von nichts anderem sprechen als von Jesus Christus und seinem Tod am Kreuz“.
Warum gilt das auch für Jugendarbeit? Weil es nach wie vor nur ein Fundament gibt, auf das man seine Steine bauen kann: Jesus.