vernetzt mit Emergent DeutschlandHeute war es soweit. Für Peter und mich ging es nach Hamburg. Habe mich schon länger auf diesen Tag gefreut und bin gespannt gewesen, was genau mich erwarten wird. Einziger Nachteil dabei, ich musste um 04.45 Uhr bereits aufstehen :(
Um kurz vor 10 Uhr kamen wir dann in der Kirche an, ich fand es etwas schade, dass nur Stuhlreihen aufgestellt wurden, dadurch wurde das Mitschreiben (habe ich im Endeffekt dann gar nicht gemacht) extrem ungemütlich und ich frage mich auch ehrlich gesagt, wieso man das Seminar in einer so großen Kirche gemacht hat. Die Altersstruktur der Teilnehmer hat mich und Peter verwundert. Mit meinen 20 Jahren war ich wahrscheinlich der jüngste im Raum. Wahrscheinlich waren alle jüngeren in Marburg, oder?

Nun zum Eigentlichen, zu den Referenten und zu den Vorträgen.
Mir hat es insgesamt wirklich sehr gut gefallen. Einige Teile weniger, einige Teile waren mir wichtiger. Dem einen oder anderen Punkt sah ich eher skeptisch, aber es war interessant zu sehen, dass auch so Leute wie Brian im Endeffekt nicht 100%ig sagen konnten und es auch nicht wollten, was genau Emerging Church ist. Brian mag das Wort “Emerging Church” auch nicht wirklich.

Aber worum ging es jetzt im Endeffekt? Brian hat damit angefangen innerhalb von (ich glaube) 20 Minuten, die Weltgeschichte zusammenzufassen und gezeigt, dass es zu bestimmten Zeiten immer wieder Veränderungen (er nannte es Wirbelstürme) in der Gesellschaft, in der Politik, bei den Menschen gab. Momentan herrscht auch so ein Wirbelsturm und Dinge, Ansichten, Menschen verändern sich. Die Postmoderne ist mehr oder weniger eingetroffen.

Jason hat den Bereich der Evangelisation in der Postmoderne ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Er sagte, das, wenn wir Menschen heute begegnen möchten, wir ihnen in erster Linie zuhören müssen um sie zu verstehen.
Zwischendurch gab es immer wieder die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Nach der Mittagspause sprach Brian über etwas, was mir wahrscheinlich am längsten hängenbleiben wird. Er sprach davon, dass existierende Gemeinden Leiter heranbilden müssen, die neue Gemeinden gründen. Diese Gemeinden sind dann innovativ, probieren Sachen aus, sind anders, sind “neu”. Die bereits existierenden Gemeinden, müssen von solchen Gemeinden lernen, sie imitieren sie. Neue Gemeinden werden aber irgendwann auch zu existierenden Gemeinden und müssen selbst neue Leiter für neue Gemeinden heranbilden.
Es entsteht also ein Kreislauf.

Danach war Jason dran, er sprach davon, dass Gemeinden einen sozialen Aspekt und einen theologischen Aspekt haben. Einige Gemeinden haben viel Theologie aber kaum soziales und gesellschaftliches Engagement. Einige Gemeinden haben viel soziales Engagement, aber dafür kaum Theologie. Aber beides ist wichtig. Er regte dazu an zu überlegen, wo die eigene Gemeinde steht und wohin sie sich bewegt. Wichtig wie gesagt, ist beides. Das soziale Engagement sowie eine bestehende Theologie (Hoffe ich habe das so ungefähr richtig wiedergegeben ;-) ).

Am Ende gab es eine Podiumsdiskussion, bei der auch eine Jugendpastorin dabei war, was ich persönlich dadurch noch spannender war. Verschiedene Fragen wurden dort aufgegriffen, die ich hier alle gar nicht nennen kann.

Gerne hätte ich mich während des Tages noch mit mehr Leuten unterhalten, war aber nicht direkt möglich. Der Tag hat sich auf jedenfall gelohnt, neue Motivation und viel Gedankenaustausch mit Peter sind kurzgefasst das Resultat