Wie nur Christus so zu mir sprechen konnte, das mir geholfen war, so kann auch dem Anderen nur von Christus selbst geholfen werden. Das bedeutet aber, dass ich den Anderen freigeben muss von allen Versuchen, ihn mit meiner Liebe zu bestimmen, zu zwingen, zu beherrschen. In seiner Freiheit von mir will der Andere geliebt sein als der, der er ist, nämlich als der, für den Christus Mensch wurde, starb und auferstand, für den Christus die Vergebung der Sünde erwarb und ein ewiges Leben bereitet hat.

…Geistliche Liebe erkennt, das wahre Bild des Anderen von Jesus Christus her, es ist das Bild, das Jesus Christus geprägt hat und prägen will.

Annahme unter Christen in der Gemeinde. Ein sehr wichtiges und interessantes Thema, worüber man viel reden und austauschen kann.
Ich finde das Konzept von Gemeinde, wie es die Bibel beschreibt, genial, weil es eben von Gott kommt. Da gibt es alle verschiedene Arten von Menschen, sei es jetzt rein äußerlich oder auch vom Charakter her und doch kommen sie miteinander klar. Bonhoeffer drückt dies sehr gut aus. Christen müssen einander als allererstes lieben und annehmen so wie der andere ist. Dann erst wenn diese Annahme geschehen ist, kann ich schauen wo ich ich vielleicht helfen kann, geistlich zu wachsen, Dinge im Leben auszuräumen die nicht mit Jesus im Einklang stehen etc.
Verändern wird Jesus diesen Menschen, ich kann da nur helfen, zur Seite stehen und für beten.

Ein anderer Punkt im Bezug auf Annahme ist die Annahme von kirchendistanzierten Menschen in der Gemeinde. Wie gehen unsere Gemeinden mit Menschen um, die nichts bis kaum etwas mit Kirche zutun, die die Gemeindeformen und Gottesdiensttraditionen nicht kennen? Erwecken wir als Gemeinde den Eindruck das Menschen erst einen gewissen Grad an Christsein, einen gewissen Grad ein Heiligkeit besitzen müssen um bei uns Willkommen zu sein, um bei Gott willkommen zu sein?

Einfach Frage zum Überprüfen: Wie geht ihr in euer Gemeinde mit Menschen um, die zum ersten Mal bei euch im Gottesdienst sind, die eine andere Frisur, ein total anderes (womöglich herausstechendes) Outfit anhaben? Glotzen alle diesen Menschen nur an oder wird auf ihn zugegangen, wird er begrüßt und zu weiteren Veranstaltungen eingeladen?

Worüber ich zuletzt mal nachgedacht habe, war die Frage, wie gehe ich mit einem Teeny, einem Jugendlichen um, der sich z.B. bei active-zone für Jesus entscheidet? Bringe ich diesen sofort in meine Gemeinde mit, oder versuche ich ihm zu helfen durch einen Hauskreis ein geistliches Fundament aufzubauen? Die Gefahr besteht ja, wenn ich ihn direkt in meine Gemeinde mitnehmen, das er von der Gottesdienstform, von der Tradition total abgeschreckt ist und dann voll abblockt. Wäre es vllt. ratsamer mit ihm zusammen eine Gemeinde zu suchen, die ihm gefällt, wo er sich wohlfühlt und durch die er geistlich reifen kann? Nicht jeder Christ muss in jeder Gemeinde klar kommen, genauso wenig, wie ich einen Menschen zu einer bestimmten Denomination oder Gemeindeform bekehren möchte…

Was meint ihr, habt ihr schon so etwas erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen?