Ich bin diese Woche etwas busy, und werde daher gar nicht zum Schreiben kommen. Stattdessen poste ich etwas von einer Reihe zum Thema “5 Vorurteile über Christen” von glaube24.de:
Hardliner des Herrn und Kreuzritter der Neuzeit?
…Mir verschwamm die Sicht. Mit harten Atemzügen füllte ich meine Lungen mit Luft. Müdigkeit durchströmte meinen Körper und nur das Brennen meiner Muskeln hielt mich wach. Mein Blick wanderte über die Klinge meines Schwertes. Dunkle Flecken raubten seinen Glanz und Scharten zierten die Schneide, doch hielt es treu seinen Dienst. Ich richtete meinen Blick in die Ferne, zu dem Lärm, der einige hundert Meter weiter ertönte.
Metall klirrte gegen Metall, Schwerter kreischten auf, während sie über Rüstungen glitten. Und immer wieder erscholl der klagende Schrei eines Sterbenden. Aus diesen Zutaten erwuchs eine unheimliche Melodie. Eine Melodie, die mich bereits seit Jahren begleitete, aber auf die es kein Lied, keinen Tanz gab.
Der Kampf geht weiter. Immer! Es gibt keine Pause, kein Ruhen! Da ertönte der Befehl…die schwere Kavallerie soll die Reihen des Gegners zerreißen! Es war mal wieder an der Zeit der Gerechtigkeit genüge zu tun. In einer reflexhaften Geste salutierte ich still vor meinem HERRN und barg in der nächsten Sekunde mein Gesicht unter einen schweren Helm. Schnell zwang ich meinen zerschundenen Leib in den Sattel. Vergessen war die Müdigkeit, vorbei jeglicher Zweifel. Es gab eine Mission! Möge meine Lanze den Feind wegraffen, wo er steht, möge mein Schwert meinem HERRN zur Ehre gereichen. „Omnia Ad Maiorem Dei Gloriam (Alles zur höheren Ehre Gottes). Wir sehen uns in der Ewigkeit!“. Und eine eiserne Flutwelle setzte sich in Bewegung, um den Feind an den Felsen der Realität zu zeschmettern…
Was im 12. Jh. meine Biographie hätte sein können, ist in diesem Fall nur eine kleine, gesponnene Geschichte, aus dem tapferen Leben…hmm, ich überleg mir grade: Ist das wirklich so gesponnen?
Oft habe ich den Eindruck, dass ich doch noch einen schweren, metallenen Waffenrock mit mir herumschleppen würde, das Schwert jeder Zeit griffbereit hätte. Zumindest legt mir dies die Reaktion manch eines Gesprächsgegenübers nahe, sobald er erfährt, dass ich Christ bin. Vorsichtig, wenn überhaupt, schwankt dann der Erzählstrang weiter. Oder man lässt mit einem resignierten Blick die Diskussion ganz abbrechen.
Schaut man in Foren, oder andere Diskussionsmedien, so erlebt man das gleiche Bild. In buntesten Farben werden Skizzen von Gehirnwäsche, Inquisition und Raubrittertum gemalt. Wenn man Glück hat endet man als Don Quijote, oder, wenn man Pech hat, als verblendeter Kreuzritter.
Ich frage mich schon, wie sich diese Vorurteile halten können. Wahrscheinlich ist es die klassisch explosive Mischung aus Unwissenheit und Ignoranz auf der einen Seite und Unfähigkeit auf der anderen Seite. Es stellt sich nicht selten heraus, dass Nicht – Christen eigentlich gar nicht wissen, an was der Gegenüber wirklich glaubt. Leider passiert es auch oft genug, dass Christen mit ihrem gezückten Schwert namens Frömmigkeit (oder beliebigen anderen Begriff einsetzen), losschlagen, bevor eigentlich klar ist, auf was sie eindreschen, bzw. ob es überhaupt einen Grund gibt.
Ich frage mich aber auch, wie sich diese Vorurteile abbauen lassen. Die Fronten sind klar, die Ansichten verhärtet. Und nu…? Versuchen wir doch einfach mal Folgendes:
Du tust einfach mal kurz so, als ob du gar nichts weißt (was vielleicht der Fall ist) und ich begegne dir auch einfach mal als „der Mitmensch von nebenan“. Ach so, du kennst mich ja noch gar nicht: Ich heiße Alexander. Ich lache gern und treff mich gern mit Freunden. Ich geh super gern klettern und ja, ich studiere noch. Theologie! Ist zwar anstrengend, macht aber auch Freude. Hmm? Ach so…ja klar, ich glaube an Gott. Wenn du wissen willst, was mir das bedeutet, dann kannst du mich gerne fragen. Wir können aber auch so einfach mal quatschen!
P.S.: Ich besitze übrigens kein Schwert!
[via glaube24.de]