
V. 4 Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
V. 5 Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
V.6 Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.
V.7 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Wenn wir die Bibel lesen, werden wir immer wieder auf das Wort “Furcht” stoßen. Furcht als natürliche Reaktion von Menschen auf eine Bedrohung, aber wohl eher die “Furcht Gottes”. Oft wird damit Angst assoziiert und Atheisten kritisieren, “dass Religionen ein Angstbild aufbauen, das einem selbstbestimmten Leben entgegenstehe und zu einer ängstlichen Lebensweise führe.” (via wikipedia)
Dies steht auf den ersten Blick dem Bild eines liebenden Gottes, der sich um die Menschen sorgt und Gemeinschaft mit ihnen will.
Wie ist das denn jetzt zu verstehen, wie soll ich Gott gegenüber auftreten? Soll ich vor Angst zitternd, kein Wort sagend diesem Gott nachfolgen, oder kann ich vor ihm kommen wie ich bin, ihm alles mitteilen?
Luther beschreibt Gottesfurcht folgendermaßen: Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm vertrauen
Hier möchte ich jetzt einige Bibelstellen zitieren, die über das Thema “Frucht gegenüber Gott” sprechen:
2 Chronik 19, 7
Lasst euch also von der Furcht des Herrn leiten und handelt gewissenhaft; denn beim Herrn, unserem Gott, gibt es keine Ungerechtigkeit, kein Ansehen der Person, keine Bestechlichkeit.Ps 111, 10
Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibt ewiglich.Sprüche 14, 27
Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, daß man meide die Stricke des Todes.Prediger 12,13
Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.Jes 12, 2
Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.Jes. 41,10
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; / hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich mache dich stark, / ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten.
Ich erkläre mir das alles so:
Und zwar ist Gott jemand, der mit dem Menschen, mit mir mit dir, eine Beziehung haben will. Er will Gemeinschaft haben, das ist auch der Grund warum der den Menschen ursprünglich eigentlich geschaffen hatte.
Als Christ habe ich also eine Verbindung zu diesem Gott. Doch diesem Gott, einfach aus dem Grund, weil er Gott ist, habe ich Respekt zu erbringen. Nicht aus irgendeinem Pflichtgefühl, sondern weil ich weiß, welche Macht dieser Gott hat.
Der Theologe Wolfhart Pannenberg beschreibt die Gottesfurcht folgendermassen (Systematische Theologie Bd. 3, S. 216): “Gott fürchten – das heisst, Gott als Schöpfer anzuerkennen in seiner Erhabenheit und Macht, als den Schöpfer, von dem unser Leben in jedem Augenblick abhängt, und als den Richter, vor dem nichts verborgen bleibt.”
Dieser Gott, ist mein Gott, mein Vater (Römer 8,15), den ich liebe, der mich liebt, der mir zuhören und an meinem Leben Anteil haben will und dessen Ratschläge ich annehme und mich von ihm korrigieren lasse.