5. Die geistliche Entwicklungsstufe der Jugendlichen erkennen

Programme vor Menschen zu stellen bringt Probleme

1. Problem: Ein Programm kann nicht alle fünf Aufträge gleichermaßen erfüllen

Wenn du alle fünf Aufträge in nur einem Programm zielst, wirst du keinen mit voller Kraft treffen können. Ein häufiger Fehler ist, alle Aufträge erfüllen zu wollen, ohne darüber nachzudenken, mit welchem Auftrag er sein potenzielles Publikum am besten erreichen könnte.

2. Problem: Ein Programm kann nicht alle Jugendlichen gleich effektiv erreichen

Es ist ziemlich sicher, dass die Jugendlichen in deiner Gemeinde auf verschiedene Stufen ihrer geistlichen Entwicklung stehen (einige wollen vllt. das hebräische Wort für „Buße“ wissen, die anderen wollen dass ihre Eltern sie für die Teilnahme an einer Veranstaltung bezahlen.) Einige Leute brauchen Grundkenntnisse, die anderen müssen lernen ihren gut genährten Glauben auszuleben. Ein Problem kann daher sein, alle Bedürfnisse mit nur einem Programm zu decken, weil die Zielgruppe zu vielschichtig und das Programm zu allgemein ist.

3. Lösung

Wenn du anfängst deine vorhandenen Veranstaltungen gemäß der fünf Aufträge zu verändern, musst du dir immer zwei Fragen stellen:

  • Welchen speziellen Auftrag (Evangelisation, Anbetung, Gemeinschaft, Jüngerschaft, Dienst) erfüllt dieses Programm?
  • Wen wollen wir mit diesem Programm erreichen?

Wenn du zur zweiten Frage „Jugendliche“ antworten würdest, dann denkst du zu allgemein. Es gibt mindestens fünf verschiedene Typen von Jugendlichen in der Gemeinde:

  • Der nicht-christliche Jugendliche
  • Der frisch bekehrte Jugendliche
  • Der Jugendlichen, der zwar eine Menge über den Glauben weiß, unserer Arbeit aber eher teilnahmslos gegenübersteht
  • Der im Glauben wachsende Jugendliche
  • Der geistliche Leiter

Deine Veranstaltungen werden erfolgreicher werden, wenn sie Gottes Vorhaben gerecht werden und du dir vorher Gedanken darüber machst, welche Arten von Jugendlichen es in deiner Gruppe gibt.

Wie man die potentiellen Zielgruppen definieren kann

Ein Beispiel für ein Konzept von fünf konzentrischen Kreisen:

1. Kern
2. „aktive“ Mitglieder
3. Gemeinde
4. Gottesdienstbesucher
5. Nachbarschaft

Diese Kreise helfen uns, zwei wichtige Ziele zu erreichen. Erstens helfen sie uns, unsere potentielle Zielgruppe zu definieren. Wenn wir wissen, wen wir erreichen wollen, dann können wir unsere Veranstaltungen nach einem der fünf Aufträge Gottes ausrichten und auf diese Gruppe zielen.
Dabei ist zu beachten, dass es nicht überall die gleichen Zielgruppen gibt. Deswegen beachte das Wort „potentiell“.

1. Die Jugendlichen aus der Nachbarschaft

So können Jugendliche/Teenager bezeichnet werden, die in der Nähe der Gemeinde leben. Es können auch konkrete Kilometerentfernungen, wie z.B. im Umkreis von 25km festgelegt werden. Und durch diese Festlegung kann man mit viel genaueren Daten arbeiten, man weiß wieviele Jugendliche und Teenager vor Ort leben, man kann Statistiken über ihre Interessen (ein gemeinsames Interesse haben sie, dass sie kein Interesse an Kirche haben..) Hobbys und sozialen Verhältnissen machen.

2. Die gottesdienstbesuchenden Jugendlichen

Dies sind Jugendliche, die am Wochenende zum Jugendgottesdienst (Jugendtreff, Jugendstunde…) kommen. Einige haben Gemeindejugendliche als Freunde, einige kommen einfach so oder die anderen werden von ihren Eltern geschickt. Auf jedenfall verbindet sie alles gemeinsam eins: ihre „Stammkirche“. Wenn wir daher Jugendliche begeistern können regelmäßig zu den Veranstaltungen zu kommen, so ergibt sich eine gute Chance sie weiter in die Gemeinde zu integrieren.

3. Die Gemeindejugendlichen

Wenn ein Jugendlicher zum Glauben findet, dann wäre es z.B. eine Aufgabe ihn in eine Kleingruppe zu bringen, in der er/sie Kontakt mit Christen kriegt und mehr von Gott erfährt. Diese Personen die schon integrierter sind, könnte man „Gemeindejugendliche“ nennen. Kleingruppen erfüllen den Auftrag der Gemeinschaft ideal.

4. Die „aktiven“ Jugendlichen

Als „aktive“ Jugendliche kann man diejenigen bezeichnen, die es ernst mit dem Glauben meinen und ihn nicht nur passiv mitleben, sondern praktisch ausleben möchten. Diese Jugendlichen beten, bringen sich ein und arbeiten daran in Mitarbeiterfunktionen hineinzuwachsen.

5. Die Kernjugendlichen

Wenn „aktive“ Jugendliche das Geschenk des Glaubens voll begreifen und es an andere weitergeben wollen, dann gehören sie dem „Kern“ de Christen in der Gemeinde an. Was als Versuch begonnen hat, kirchenfremde Jugendliche zu begeistern, wird zu einem geschlossenen Kreis, wenn diese Jugendlichen wiederum beginnen, ihren Glauben an andere weiterzugeben.

Wichtig ist noch zu sagen, dass der Kreis nicht das ultimative Modell ist. Man muss selbst gucken, was einem gefällt, welche Formulierungen man benutzt. Hauptsache man vergisst nicht, dass es wichtiger ist „effektiv“ zu sein, als „kreativ“.