Entnommen aus idea.de
Amoklauf erinnert an biblischen Brudermord
B i e l e f e l d / E m s d e t t e n (idea) – Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß (Bielefeld), hat angesichts des jüngsten Amoklaufs eines jungen Mannes in Emsdetten dazu aufgerufen, den Mitmenschen zu achten. Der 18-jährige Sebastian B. hatte am Morgen des 20. November die Geschwister-Scholl-Realschule überfallen und wahllos um sich geschossen. Dabei wurden 30 Personen verletzt, drei davon schwer. Anschließend tötete sich der Täter selbst.
Die Ursache für den Amoklauf sei nach den bisher vorliegenden Informationen in fehlender Anerkennung für den Jugendlichen zu suchen, so Buß. Der Präses erinnert an die biblische Urgeschichte eines solchen Verbrechens: „Kain erschlägt seinen Bruder Abel aus Zorn und Verzweiflung, denn Kain blieb die Anerkennung versagt.“ Damit stelle sich die Frage: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Diese Frage stellte Kain, als sich Gott nach dem Verbleib Abels erkundigte. Die Antwort des Präses: „Wir sind mitverantwortlich füreinander … Wir sind auch unseres Bruders Hüter.“ Ereignisse wie der Amoklauf könnten dafür sensibel machen. Daran werde „die Verletzlichkeit menschlichen Lebens furchtbar deutlich“. Buß drückte allen, die durch den Amoklauf an Leib und Seele verletzt wurden, sein Mitgefühl aus. Er dankte allen Rettungskräften und Seelsorgern für ihren Einsatz.