Archives for the month of: Oktober, 2006

Werde diesmal nicht so viel schreiben, sondern euch nur einen Vers und einen Gedanken mitgeben:

Micha 3,8
Ich aber, ich bin voller Kraft, ich bin erfüllt vom Geist des Herrn, voll Eifer für das Recht und voll Mut, Jakob seine Vergehen vorzuhalten und Israel seine Sünden.

Micha wusste genau, zu was Gott ihm gemacht hat und womit er ausgerüstet ist. Er wurde genau richtig für seine Aufgabe, die ihm genau bewusst war, ausgerüstet.

Da frag ich mich doch direkt, wie kommt es, dass so viele Christen nicht wirklich wissen womit sie von Gott ausgerüstet sind?
Wieso wissen wir oft nicht, was wir durch Jesus geworden sind und was wir nun genau tun sollen?

Vielleicht hilft die Auflistung hier:

Ich bin das Salz der Erde.
Matthäus 5,13: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen ? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.

Ich bin das Licht der Welt.
Matthäus 5,14: Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

Ich bin ein Kind Gottes.
Johannes 1,12: Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,

weiter…

Habe auf Hasos Tafel einen echt anregenden Text gelesen. Ich glaube ich muss da echt noch mehr drüber nachdenken..

Ruhe


So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge. Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte. (Genesis 2,1-3)

Sechs Tage lang arbeitete Gott, dann ruhte er. Er war nicht erschöpft; seine Ruhe war kein Ausruhen. Er legte nur das Tun beiseite und “zog sich??? auf das Sein “zurück???. Am siebten Tag “tat??? Gott nichts anderes, als Gott zu sein.

Er widmete der Arbeit mehr Zeit als der Ruhe. Das Ergebnis seiner Arbeit gefiel ihm so, dass er es “sehr gut??? nannte (Genesis 1,31). Die kreative – nicht die entfremdete – Arbeit ist von Gott geadelt. Dennoch erklärte er nicht die Arbeit, sondern die Ruhe für heilig. Die Heiligkeit Gottes – das wahrhaft Göttliche an Gott – beruht nicht auf dem, was er tut, sondern auf dem, wer er ist. Wenn es von Gott heißt: “Was ihm gefällt, das vollbringt er??? (Psalm 115,3), ist das nur eine Aussage über Gott, nicht sein Name. Der Name Gottes – die tiefste und geheimnisvollste Beschreibung seines Wesens, seiner Identität – lautet: “Ich bin, der ich bin??? (Exodus 3,14).

In der Schrift wird Gott makarios genannt (= glückselig; 1. Timotheus 6,15-16). Gott lebt in vollkommener innerer Harmonie, weil er “er selbst??? ist und “sich selbst??? hat. Er genießt mit unendlichem göttlichen “Wohlbehagen???, dass er “bei sich??? – also einfach nur Gott – ist, und dass er “beieinander??? ist – der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in der Einheit der Trinität.

An diesem “Genuss??? des Seins will Gott uns Menschen Anteil geben, so wie er den Gläubigen Anteil an seiner Natur gegeben hat. Gott will den Menschen, die ununterbrochen im Tun, im Denken, im Streben, im Haben (und Begehren) und im Ehrgeiz leben, die darum auch ununterbrochen mit Schwachheit, mit Zweifel, mit Entmutigung, mit Unzufriedenheit und mit Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen haben, diesen Menschen will Gott den Weg zur Ruhe des Seins zeigen.

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen. (Hebräer 4,9-10)

Zu dieser Ruhe gelangt man nicht, solange man seiner Seele verhaftet ist. Die Seele lebt im Wollen (das zum Tun drängt), im Denken und im Fühlen – nicht im “Sein???. Die Seele ist ein unruhig Ding. Nach der Arbeit sucht sie nicht die Ruhe, sondern die Freizeit, die sie mit allen möglichen Aktivitäten füllt. Wo ist die Seele, die fähig wäre, alles andere für eine Zeit fahren zu lassen und nur noch zu sein (ohne dabei bald einzuschlafen)? Und wo ist die Seele, der dieses reine Sein ein Hochgenuss wäre?

Die Seele ist zu sehr von dieser Welt, um von sich aus zur Ruhe zu finden. Zur Ruhe findet nur, was aus der Welt der Ruhe, der Welt Gottes, kommt – unser mit göttlichem Leben beschenkter Geist. Die Trichotomie – die Unterscheidung von Seele und Geist – ist kein theologischer Lehrsatz, der zur Disposition stünde. Sie ist eine unbedingte Notwendigkeit. Denn wenn alle anderen Quellen des Glücks in unserem Leben versiegen, wenn alles andere gegen uns steht, gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder wir wissen, wie wir uns in den inneren Zufluchtsort des Geistes zurückziehen, in dem wir selbst dann noch glückselig sein können, oder “unsere Seele ist in den Staub gebeugt??? (Psalm 44,25).

In unserem Geist finden wir (wie Gott) eine Identität, die auf dem beruht, wer wir sind, nicht auf dem, was wir tun, haben oder darstellen. In unserem Geist empfangen wir die Bestätigung Gottes, dass wir “heilig??? sind, selbst wenn nicht alles, was wir tun, schon “sehr gut??? ist. In unserem Geist sind wir so, dass wir uns selbst lieben und genießen können, selbst wenn außen herum noch vieles ist, was uns an uns nicht gefällt. Im Geist sind wir, und im Geist genießen wir das Sein.

Wie Gott werden wir nicht ununterbrochen in dieser Ruhe verharren. Gott hat länger gearbeitet als geruht. Doch was er arbeitete, kam aus der Ruhe. So soll es bei uns auch sein. Gott hat den siebten Tag auch für uns geheiligt. Auch wir sollen Zeiten der Ruhe haben, in denen wir alles andere auf die Seite legen und uns ganz auf das Sein zurückziehen.

In solchen Zeiten der Ruhe sind wir “bei uns???, “bei Gott??? oder “beieinander???. “Bei uns??? zu sein bedeutet, in vertrauter Nähe zu uns selbst zu verweilen, gerne mit uns selbst zusammen zu sein, ohne uns durch irgendeine Beschäftigung abzulenken. “Bei Gott??? zu sein äußert sich vor allem in der Form des Gebets, bei der die Seele “stille zu Gott??? wird (Psalm 62,2). Ohne Worte genießen wir, dass er da ist. (Heute geschieht dieses “bei Gott sein??? oft in der Form des Soaking, das ich sehr empfehle.)

“Beieinander??? zu sein bedeutet, dass Menschen in vertrautem Schweigen nebeneinander sitzen können und für erfüllende Harmonie nicht mehr brauchen als die Anwesenheit des anderen. Solche Beziehungen stehen in einem auffälligen Kontrast zu denen, die wir meist pflegen: entweder ist Schweigen unangenehm und nur die Pause, in der man das nächste Thema sucht, oder es ist Ausdruck innerer Hemmung, durch die man nicht wirklich zueinander findet. In “Beziehungen der Ruhe??? gibt es Zeiten des Schweigens, die gleichzeitig Zeiten größtmöglicher Nähe sind.

Den Weg zur Ruhe kann man nicht beschreiben, wie man den Weg zu einem Ort beschreibt. Niemand kann sagen: “Gehe diesen Weg, und du kommst bei der Ruhe an.??? Fast alles, was zum Leben im Geist gehört, erlangt man nur so: “Suchet, so werdet ihr finden??? (Matthäus 7,7) – wenn man es von ganzem Herzen sucht, d.h. mehr als alles andere. Doch eins wird bei dieser Suche immer nötig sein – der Glaube.

Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe ein. (Hebräer 4,3)

Wir müssen glauben, dass wir mehr schaffen, wenn wir weniger tun – denn “seinen Freunden gibt Gott es im Schlaf??? (Psalm 127,2). Wir müssen glauben, dass wir sicher versorgt sind, auch wenn wir nicht ständig sorgen – denn Gott sorgt für uns (1. Petrus 5,7). Wir müssen glauben, dass die Offenbarung, die der Ruhe folgen wird, uns mehr Einsicht vermitteln wird als bloßes Nachdenken und vieles Bücherlesen. Wir müssen glauben, dass in der Welt des Seins – in der Welt des Geistes – größere Genüsse auf uns warten als in der Welt der Dinge, der Bilder und der Gedanken.

Die größte Hürde auf dem Weg zur Ruhe ist die Widerspenstigkeit der Seele. Sie hat sich so an die Welt der Unruhe gewöhnt, dass es ihr wie Sterben vorkommt, wenn sie zum Leben und zur Ruhe geführt werden soll. Doch ohne Sterben gibt es kein Leben. “Wer seine Seele erhalten will, der wird sie verlieren; wer sie aber verliert, der wird sie finden??? (Matthäus 16,25).

Jarrn hat hier eine sehr interessante Aufstellung darüber gemacht, was das Christentum nicht ist:

Aufgrund gleich mehrerer aktueller Anlässe stelle ich heute eine kleine Liste auf, was das Christentum nicht ist, unabhängig davon wie viele Menschen glauben, es wäre es.

Die Anlässe sind nebenbei bemerkt übrigens einerseits die Diskussion mit Max, die mich auf die Idee brachte und außerdem mein Kommilitone Stefan, Physiker, Chemiker und Atheist, der bei der Vorlesung über Atommodelle an der Stelle, wo man den experimentellen Beleg hat, dass zwischen den Atomkernen im wesentlichen nichts ist, anmerkte, dass dann dort auch Gott nicht sein könnte. Eigentlich eine lustige Vorstellung, ein kleiner Gott mit Zipfelmütze und angezogenen Beinen, der zwischen zwei Atomkernen hockt und darauf wartet, dass jemand an ihn glaubt.

Aber jetzt: Das Christentum ist

… kein dumpfes Befolgen von Ge- und Verboten

Die starren Gesetze, die von den frommen Juden um noch mehr Gesetze erweitert wurden, haben ausgedient. Niemand muss gesteinigt werden, weil er einmal gegen eines verstoßen hat. Im Gegenteil: Als Christ sollte ich mich immer wieder fragen, was Gott in dieser Situation für richtig hält. Die Gesetze und der Rest der Bibel geben dazu gute Anhaltspunkte.

Das Gehirn an der Garderobe abgeben gibt es bei uns nicht. Die meisten Kirchen haben garkeine Garderoben.

… kein Baukasten-Glaube

Seit dem wiedererstarken des Religiösen nach der abklingenden Aufklärung ist es stark in Mode gekommen, zu glauben was man gut findet. Wie aus einem Baukasten stellt man sich seinen eigenen Glauben aus den verschiedenen Religionen und Weltanschauungen zusammen.

Der christliche Glaube ist Verbindlich – er ist an Gottes Selbstoffenbarung in der Bibel und an seinen Sohn Jesus Christus gebunden.

… keine Privatsache

Nein. Überhaupt nicht. Unsere Umgebung will uns das gerne weißmachen, weil sie dann nicht mit dem Nachdenken über ihr eigenes Sein konfrontiert werden muss. Christen sind immer auch aufgerufen, öffentlich für ihren Gott, ihren Retter, ihre Brüder und Schwestern und ihre Werte einzustehen.

… kein Ersatz für die Wissenschaft

Glaube und Wissenschaft schließen sich nicht aus, das versuche ich auf diesem Blog immer wieder zu betonen. Ganz im Gegenteil: Mein Glaube lässt mich nach dem göttlichen Plan in unserer Welt suchen. Auch ein Christ sollte sich bei der Suche nach dem Warum nicht zu schnell auf “Gott hat das halt so gemacht??? zurückziehen. Die Frage lautet vielmehr: “Was hat Gott gemacht, dass dieses oder jenes Phänomen ermöglicht????

… kein Glaube an den “Lieben Gott???

Schonmal Josua gelesen? Hiob? Offenbarung? Nein, Gott ist zwar gut, aber lieb ist er möglicherweise nicht immer. Insbesondere nicht, wenn es nicht nach seinem Willen geht.

… keine Wunschmaschine

Wunsch oben einfüllen, Hebel betätigen, Quittung entnehmen – ihr Wunsch wurde erfüllt. Nein, so läuft das nicht. Zwar hat Jesus gesagt, dass alles das erfüllt wird, um was wir in seinem Namen bitten, aber dazu muss es auch wirklich in seinem Namen geschen. Und kann ich in Jesu Namen meinem bösen Nachbarn die Pest an den Hals wünschen?

… kein Glaube an jemanden, den es garnicht gibt

Schaut man sich aufgeklärte Glaubens- oder Bibelkritik an, so stellt man oft fest, dass der Verfasser davon ausgeht, dass Gott eine menschliche Projektion ihrer Wünsche und die Bibel der Wunschzettel ist. Das trifft zwar auf den Weihnachtsmann zu, nicht aber auf den Allmächtigen.

… nicht die Kirche

Kirchen gibt es viele, wahrscheinlich weist keine Weltreligion so viele Zersplitterungen Ausdifferenzierungen und Detailfragen auf, wie das Christentum. Wer hier Einzelpersonen, Gruppen, Konfessionen, Kirchen oder Kirchenoberhäupter mit dem Glauben identifiziert, liegt schlicht falsch.

… keine Massenveranstaltung

Nein, der Weg mit Gott ist steinig und nicht viele gehen ihn tatsächlich bis zum Ende. Die Zahl der Christen, die in den Statistiken auftaucht ist irreführend – nicht jedes Mitglied einer Kirche ist praktizierender Christ, vor allem nicht im Europa des 21. Jahrhunderts.

… kein rationales Wissen

Glaube kann man nicht intellektuell begreifen, er kann zwar inhaltlich erklärt und wissenschaftlich beschrieben und hinterfragt werden aber den letzten Anstoß zum Glauben liefert Gottes Heiliger Geist und nicht mein Intellekt unabhängig von meinem IQ.

… keine Religion

Anhänger einer Religion bemühen sich, zu Gott zu kommen. Das Christentum aber sagt, dass Gott zu uns gekommen ist.

So langsam aber sicher komme ich weiter mit den kleinen Propheten, bin jetzt schon bei Micha angelangt.

Habe etwas sehr interessantes im 11 Vers gelesen:

Micha 2, 11
Würde einer sich nach dem Wind drehen und dir vorlügen: Ich prophezeie dir Wein und Bier!, das wäre ein Prophet für dieses Volk.

Parallel habe ich dann noch diese Stelle gelesen:

2. Tim 4, 3-4
Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln;
und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.

Mir sind dazu einfach 2 Fragen aufgekommen:

1. Wie gehe ich mit direkten Aussagen, Zurechtweisungen oder Hinweisen um?
Micha hat klare Gerichtsankündigungen und Zurechtweisungen gepredigt, die er von Gott bekommen hat, doch wie geht das Volk Israel damit um?

Micha 2,6-7

Sie geifern: Prophezeit nicht!, und sagen: Man soll nicht prophezeien: Diese Schmach wird nicht enden.
Ist etwa das Haus Jakob verflucht? Hat der Herr die Geduld verloren? Sind das seine Taten? Sind seine Worte nicht voll Güte gegenüber dem, der geradeaus geht?

Sie lehnen das komplett ab, was Gott ihnen durch Micha sagen will und wollte ihren Lebenswandel keineswegs korrigieren…

2. Bin ich bereit, Hinweise, Zurechtweisungen auszusprechen oder ganz einfach Unrecht aufzeigen?

Habe ich dazu nicht eigentlich die Pflicht?
Was ist wenn mein bester Freund großes Unrecht tut? Traue ich mir dann ihm das zu sagen? Ihn darauf hinzuweisen?

Oder was ist wenn großes Unrecht in der Gesellschaft geschieht, wie z.B. die Abtreibungen? Erhebe ich dann die Stimme und tue etwas dagegen?

Ich glaube wir müssen beides mehr tun: Genau auf das hören was Gott uns sagt, vllt. einfach auch auf andere Gebiete die Ohren öffnen. Wer weiß vllt. will Gott uns auf neue Weise etwas aufzeigen?!

Zum anderen dürfen wir nicht schweigen, wir müssen bereit sein unsere Stimme zu erheben wenn Unrecht geschieht oder Zurechtweisung nötig ist (aber bitte alles in Liebe). Egal wo sei es in der Familie, Gemeinde oder bei meinen besten Freunden..

Wie macht ihr das? Bzw. seid ihr schon mal in solch einer Situation gekommen, wo ihr vllt. sogar eurem besten Freund zurechtweisen musstet? Wie hat er reagiert, oder wie sollte man sowas am besten anstellen?

Habt ihr vllt. irgendwelche Tipps? Würde mich wirklich interessieren….