C h a r l o t t e s v i l l e (idea) – Alle in der Außenmission tätigen westlichen Mitarbeiter, besonders US-Amerikaner, sollten nach Hause zurückkehren. Das fordert der Leiter des Hilfswerks Christian Aid (Christliche Hilfe), Bob Finley (Charlottesville/US-Bundesstaat Virginia), in seinem neuen Buch „Reformation in Foreign Missions“ (Reform der Außenmission). Nach Ansicht des ehemaligen Missionars sind die Missionskonzepte des Westens überholt. Statt Missionare mit viel Geld nach Übersee zu schicken, sollten nur noch einheimische Mitarbeiter mit Spendengeldern unterstützt werden.
„Im Vergleich mit einem durchschnittlichen Afrikaner ist jeder amerikanischer Missionar sagenhaft reich“, schreibt Finley. Jeder ins Ausland entsandte Missionar koste im Durchschnitt jährlich umgerechnet 45.000 Euro. Damit sei er 50 Mal teurer als ein einheimischer Missionar. Die Anwesenheit ausländischer Missionare sei kontraproduktiv, weil die christliche Botschaft mit ausländischen Regierungen und fremden Kulturen identifiziert werde. In der Vorstellung der Einheimischen in armen Ländern seien Ausländer grundsätzlich wohlhabend. Allein ihre Anwesenheit wecke Begehrlichkeiten und untergrabe das Selbstverständnis einheimischer Kirchengemeinden, die unabhängig von Geldleistungen aus dem Ausland ihre Arbeit tun wollten.
Einheimische Missionare gründen mehr Gemeinden
Finleys Hilfswerk unterstützt 90.000 einheimische Missionare in aller Welt. Jährlich gründen sie etwa neue 52.000 Kirchengemeinden. „Was für ein Kontrast zu den Gemeinden, die von ausländischen Missionswerken gegründet wurden“, schreibt Finley. Er verwies auf ein namentlich nicht genanntes Missionswerk, das in den vergangenen 50 Jahren zwei Missionarinnen unterstützt habe. Sie hätten nach großen Anstrengungen schließlich eine winzige Gemeinde betreut. Zur Begründung seines Vorschlags verweist Finley auch auf Entwicklungen in China. „Als Gott es zuließ, dass alle fremden Missionare in China das Land verlassen mussten, hätten die Kirchen und Missionswerke in Amerika einsehen müssen, dass er uns damit zeigen wollte, dass die Zeit reif war, den Kolonialismus in der Weltmission zu beenden.“
[via idea]
Was sagt ihr dazu?
Ich kenne ein Missionswerk das heißt “Gospel for Asia” , die es sich genau zum Ziel gesetzt haben, Einheimische Missionare auszubilden und auszusenden. Diese kann man für 60€ voll unterstützen.
In dem Buch “Revolution der Weltmission” schreibt der Gründer des Missionswerk, K.P. Yohannan wie er dazu kam, dieses Missionswerk zu gründen.
Das Buch gibt es hier gratis.
hab das buch von yohannan gelesen. ist schon krass, das man mit “nur” 60 euro einen missionar vollzeitig unterstützen kann. is ja klar das die westlichen missionare da nicht mitziehen können, denn selbst dort will man doch ein bischen luxus haben…
Ich glaube der hat den Arsch offen. Das sage ich als Kind eines [erfolgreichen] Missionars. Wir sollen in alle Welt gehen, das ist unser Auftrag – nicht zuhause bleiben!
Hi,
klar sollte man auch raus gehen, aber würdest du dem nicht zustimmen, dass es viel nützen würde wenn man Einheimische Missionare ausbildet und aussendet?
@Schrotty: natürlich. Dieser Typ sollte mal die Apostelgeschichte lesen. Die Missionare gingen in fremde Kulturen, haben dort einheimische Leiter ausgebildet. Ich weiß nicht wieso es ein entweder/oder sein soll.
Es geht diesem Typ wahrscheinlich nur darum, dass westliche Missionare oft sehr schlecht missioniert (bzw. “kolonialisiert”) haben.
Wir sollen in die Welt gehen.
es gibt aber auch genug länder, wo ausländer gebraucht werden. grade um menschen und gemeinden auszubilden die selber dem missionsbefehl folgen sollen.
oft ist das land so derbe sprachlich unterschiedlich, dass nachbardörfer nicht miteinander kommunizieren können. die ausländer entwickeln alphabet und lernen die sprache, übersetzen die bibel. das alles könnten einheimische nie machen
@Danny
Ich stimme dir klar zu, dass es immer so war und auch immer so sein sollte, dass Menschen hinaus in die Mission gehen.
Aber ich finde, dass steht eigentlich außer Frage, aber du musst dem doch zustimmen, dass Einheimische Missionare viel schneller, effektiver und mit geringeren Schwierigkeiten rangehen könnten.
Wenn z.B. ein weißer Missionar in Indien in ein Dorf kommt, dann verbinden doch diese Menschen sofort die ganzen Vorurteile, die sie haben mit diesem weißen Missionar. Bis er dann überhaupt an die Leute herankommt und sie ihm zuhören können sogar Jahr vergehen.
Einheimische Missionare hätten es da gleich viel leichter. Sie würden nicht unbedingt sofort mit Vorurteilen belastet werden, sie kennen die Sprache, Kultur und die Menschen können sich um einiges eher mit diesem Missionar identifizieren.
Aber zu sagen, dass alle Missionare zurück kommen sollten halte ich aber auch für falsch.
Danny vllt. kannst du bisschen erzählen, wie es bei deinen Eltern war? Wo waren die denn Missionare?
Wenn man sich geschichtlich die großen Missionswellen in der Geschichte anschaut, wird man sehen dass es immer “fremde” Evangelisten waren, die am meisten “Erfolg” hatten…
Es waren die irischen Missionare, die Deutschland zum Glauben gebracht haben. Es waren englische Missionare, die China, Indien und Afrika zum Glauben gebracht haben. Es waren jüdische und griechische Missionare, die die Römer zum Glauben gebracht haben. Paulus wollte nach Spanien. Thomas ist nach Indien.
War es nicht Jesus, der sagte: “Der Prophet wird in seiner eigenen Stadt und in seiner eigenen Familie nicht ernst genommen!”. Ein Außenseiter, obwohl manchmal mit Vorurteilen belastet, hat manchmal einen größeren Hebel, um Veränderung zu bringen.
Das ist alles das spannende Thema “inkarnation”. Das heißt, dass man seine eigenen Werte abgibt, die Sprache abgibt, den Kleidungsstil abgibt um die neue Kultur zu erreichen. Das hat Jesus getan “Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns…”. Paulus hat es getan: “Den schwachen bin ich wie ein schwacher, damit ich die Schwachen erreichen kann”.
Es geht um Gottes Berufung und das man nicht pauschal sagen kann: “weiße sollten nicht zu schwarze gehen”. Weil Gott entscheidet, wo der Missionar hinsoll. Es geht um die Berufung.
Meine Eltern sind Amerikaner. Sind wir in Deutschland mit Vorurteilen belastet? Aber hallo! Aber meine Eltern würden alles geben, um als Deutsche angesehen zu werden. Sie wollen keine Amerikaner sein, weil sie die Deutschen so sehr lieben. Was mich aufregt sind (in meinem Fall) amerikanische Missionare, die mit Cowboy Stiefeln die Deutschen zu amerikanischen Christen machen wollen. Das finde ich ziemlich naiv und falsch.
gruß
Danny
Hi,
danke für die super Gedanken. Hast mit den Punkt der “Berufung” auf jeden Fall recht. Ich finde im Endeffekt kommt es darauf an.
gruß
Waldy
hi,
ich glaube auch dass es auf berufung ankommt. jedoch stimme ich mit dem autor überein das viel geld drauf geht um jmd in ein fremdes land zu bringen, einheimische kosten meist weniger. aber das ganze kohle zeug ist zweitrangig und deswegen breche ich meine argumentation auf der ebene jetzt ab.
was mir schwierigkeiten bereitet ist dass viele mit ihrer finaziellen, gelegentlich auch im geistlich (gebet,fasten,kleine freuden) unterstützung SÄMTLICHE Verantowrtung an evangelisation/mission als erledigt ansehen. Das wäre zumindest reduziert wenn alle wieder im eigenen land wären.
aber wie festgestellt: mission ist berufungssache