Hier folgt nun zu jedem Auftrag eine kleine Definition und am Ende gibts Fragen, die über die Beziehung der Aufträge zum Nachdenken bringen wollen:

1. Anbetung/Ehren



Die Gemeinde existiert um Gott anzubeten. In Römer 12,1 steht: „Bringt euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer dar, dass Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst.“
Alles was wir in unserer Jugendarbeit tun, tun wir, weil wir Gott lieben. In der Jugendarbeit beschränken wir uns oft darauf, Gott durch Lieder zu preisen. Zum Gottesdienst gehört aber mehr: Gebet (Ps 95,6) die Predigt (Joh. 17,17) die Taufe ( Röm. 6,3-4) die Stille (Hab. 2,20) und das Abendmahl (1. Kor. 11,23-26)

2. Dienst/Entdecken



Dienst könnte man auch als „Bedürfnisse treffen auf Liebe“ beschreiben.
Dienen heißt, Gottes Liebe anderen Menschen zu zeigen, indem wir ihren Bedürfnissen begegnen und sie in Jesu Namen in ihrem Leben unterstützen. Gott hat jeden Gläubigen mit speziellen Fähigkeiten für diesen Einsatz ausgerüstet. Eine gute Jugendarbeit sollte Jugendlichen helfen, ihre Fähigkeiten zu entdecken, damit sie diese anwenden lernen. Die Jugendlichen werden dann keine passiven Teilnehmer bei den Veranstaltungen werden und sind dann fähig auch die Jugendarbeit zu verlassen ohne sich von Gott zu entfernen.

3. Evangelisation/Erreichen



Evangelisation heißt, die frohe Botschaft von Jesus mit Menschen zu teilen, die keine persönliche Beziehung zu ihm haben. Gott hat Botschafter dazu erwählt, ihm bei der Durchführung des Plans zu helfen.
Diesen Missionsauftrag auf die Programmeben umzusetzen ist sehr schwierig, auf der persönlichen Ebene stellt er sich oft als abschreckend da. Daher ist umso wichtiger, dass Jugendleiter- und mitarbeiter voran schreiten und eine Vorbildfunktion ausüben, damit die Jugendlichen erkennen, dass dieser Auftrag extrem wichtig ist.
Wenn die Jugendlichen sich in ihrem Glauben festigen, müssen sie lernen, dass das Weitergeben ihrer Erfahrungen nicht nur eine Pflicht für Gläubige ist, sondern auch ein Privileg.

4. Gemeinschaft/Verbinden



Wenn ein Mensch durch ein persönliche Erfahrung mit Gott Christ wird, wird er in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. In Epheser 2,19 steht: „ Ihr seid also nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitglieder der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“ Gott wollte nicht, dass Christen ein Einsiedlerleben führen und daher hat er die Gemeinde als Rahmen für die Gemeinschaft unter Christen gegeben.
Oft ist es aber in der Jugendarbeit so, dass die Jugendlichen sich fast nur noch auf die Freunde konzentrieren und den Blick für Gott und ihr geistliches Leben verlieren. Dann kann es auch passieren, dass sich die Jugendlichen abkapseln und die nicht-christliche Welt total vernachlässigen. Solche Jugendgruppen werden zu christlichen „Kuschelclubs“, die sich den Kirchendistanzierten um sie herum gegenüber gefährlich apathisch verhalten.

5. Jüngerschaft/Wachsen



Jüngerschaft ist der Prozess, in dessen Verlauf Menschen in ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen immer mehr auf Gott zu wachsen. Folgender Vers zeigt die biblische Wichtigkeit von Jüngerschaft: Hebräer 6,1 Darum wollen wir beiseite lassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden.
Jüngerschaft ist ein lebenslanger Prozess – wir hören nie auf, dazuzulernen und Neues über Gott zu erfahren. Das ganze ist aber gar nicht so einfach, denn gerade in der Jugendarbeit ist es schwierig die geistliche Reife eines Menschen zu messen oder zu beurteilen. Meistens dauert es auch einige Zeit, meistens 1-2 Jahre bis eine kleine Wirkung (die aber noch kein deutlicher Effekt ist) der Jüngerschaft zusehen ist.
Gesundes geistliches Wachstum kann nur unter sehr engagierten geistlichen Leitern entstehen, die immer Glauben säen und bewässern müssen.

Fragen/Anregungen



1. Welcher der fünf Aufträge spricht dich am meisten an?
2. Mit welchem der Aufträge verbringst du die meiste Zeit deiner Jugendarbeit? Stimmt das mit deiner Antwort oben überein? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
3. Nimm eine Übersicht der Veranstaltungen deiner Jugendarbeit und kontrolliere, welche Aufträge sie erfüllen.
4. Welche Note würdest du den fünf Aufträgen in deiner Jugendarbeit geben?
5. Vielleicht setzt deine Jugendarbeit einen zu starken Schwerpunkt auf einen der Aufträge. Erstelle deinen Plan, wie du das Gleichgewicht wieder herstellen kannst. Welche Schritte kannst du unternehmen, um deine Jugendarbeit zu stärken?
6. Was ist nötig, um sicherzugehen, dass alle fünf Aufträge in deiner Arbeit gleich stark ausgeprägt sind?