Shell Jugendstudie 06

Habe auf young-people.ch
einen Ausschnitt aus der Shell Jugendstudie 06:Werte ohne Gott gelesen, den ich hier auch posten wollte:

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Die diesjährige Shell-Jugendstudie befasst sich erstmals ausführlich mit der Religiosität von Jugendlichen. Anders als medienwirksame Grossveranstaltungen wie der Weltjugendtag in Köln nahe legten, sei eine «Renaissance der Religion» bei Jugendlichen aber nicht festzustellen, sagt der Bielefelder Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann.



Deutlich zeige die Studie auch, dass die Wertvorstellungen der Jugendlichen nicht von ihrer religiösen Orientierung abhängig seien. Die Umfrageergebnisse widersprächen der öffentlichen Meinung, wonach Glaubensferne Werteverlust nach sich ziehe: «Religion hat keinen Einfluss auf die Werteorientierung», so Hurrelmann. Nur jeder Dritte bekenne sich zu einem persönlichen Gott. Die übrigen können sich nicht entscheiden oder “schrammen dicht am Aberglauben vorbei”. 65 Prozent der Jugendlichen finden, die Kirche habe keine Antworten auf die Fragen, die sie wirklich bewegen. Gerade im Westen bemerkten die Forscher einen Trend zur “Religion light” – die Jugendlichen basteln sich ihren Glauben aus verschiedenen christlichen und nichtchristlichen Versatzstücken zusammen.

Immerhin wird noch die Kirche als ” moralische Instanz durchaus positiv bewertet, sie bestimmt aber nicht das persönliche Wertesystem.” Das Wertesystem kirchenferner Jugendliche unterscheide sich kaum von dem gläubiger junger Menschen. Die insgesamt positive Orientierung der jungen Generation ist der Studie zufolge stabil. Familie und Freundeskreise übernehmen die wertevermittelnde Funktion, die Kirchen und Religion verlieren.

Viele im Glauben verunsichert

Nur 30 Prozent der Befragten zwischen 12 und 25 Jahren glauben der Studie zufolge an Gott, wie ihn die Kirchen, das Judentum und der Islam verkünden. 19 Prozent glauben an eine höhere Macht, was dem Aberglauben recht nahe komme, so Hurrelmann. 28 glauben weder an Gott noch an andere Mächte. 23 Prozent seien «glaubensunsicher», so Hurrelmann. Man könne die eher ungläubigen Gruppen grob einteilen in die «glaubensunsicheren Wessis und die ungläubigen Ossis».

Tiefgläubige Jugendliche, die Gott als Gestaltungskraft in ihrem täglichen Leben ansehen, fänden sich vor allem unter Migranten und lebten überwiegend im Westen Deutschlands. Mehr als die Hälfte von ihnen bekenne sich zu Gott. Darunter seien vor allem christlich-orthodoxe und muslimische Jugendliche.

Die heutige junge Generation sei leistungsbereit, bildungsorientiert, überwiegend optimistisch und wünsche sich privates Glück in der Familie. Gegenüber der vorigen Untersuchung vor vier Jahren habe sich aber der Druck auf die jungen Leute verstärkt. Ihre Ängste wüchsen und ihre positive Grundhaltung gerate in Gefahr, erläuterte Hurrelmann weiter.

Arbeitslosigkeit treibt Jugendliche zum Lernen

Der aktuellen Shell-Studie zufolge kündigt sich unter Jugendlichen eine Stellenwertsverschiebung in Sachen Bildung an. So gab eine Vielzahl der 2.500 befragten Jugendlichen an, dass eine gute Schulausbildung für ein glückliches Leben unabdingbar sei. Dies liegt darin begründet, dass sich die Jugendlichen durch Bildung bessere Jobaussichten versprechen. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit ist es auch, die die Jugendlichen zu höherer Leistungsbereitschaft führt.

Mädchen ziehen an Jungen vorbei

DIe grösste deutsche Jugendstudie kommt zu einem anderen überraschenden Ergebnis: Mädchen ziehen mit Durchsetzungswillen und Flexibilität an den Jungen vorbei. In der Schulbildung liegen sie bereits deutlich vorne. Junge Frauen bilden die neue Leistungselite.

Die Shell-Jugendstudie gilt als das Standardwerk der Jugendforschung in Deutschland. Sie wird alle vier Jahre vorgelegt und von unabhängigen Forschern erstellt. Die 15. Studie mit dem Titel «Jugend 2006 – Eine pragmatische Generation gerät unter Druck» wurde von den Bielefelder Wissenschaftlern Klaus Hurrelmann und Mathias Albert sowie einem Expertenteam des Münchner Forschungsinstituts TNS Infratest Sozialforschung unter Leitung von Ulrich Schneekloth erstellt. Befragt wurden zu Beginn dieses Jahres mehr als 2.500 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren.

Komplette Studie anschauen

Quelle: Livenet & Shell Jugendstudie 2006

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