Glaube(n) von selbst und die Verantwortung des Gläubigen nach Eph 4,22ff

Gottes Wort ist kein Lese,- sondern ein Lebe-Wort…Man muss es so in sich einbilden, daß schier eine Natur draus würde.
Martin Luther

 

Dieses Zitat habe ich heute in dem Buch von Helmut Thielicke “Und wenn Gott wäre… Reden über die Frage nach Gott.” gelesen und auch wenn das Thema des Buches ein anderes ist, hat mich dieses Zitat an das Buch von N.T. Wright “Glaube  - und dann?” erinnert, an dem ich jetzt bzw. schon etwas länger sitze.

Ich erlebe es immer wieder, wenn es darum geht wie man als Christ leben sollte und vor allem wie die Entwicklung dieses Lebens von Beginn des Glaubens an ist, dass entsprechend der Konfession geprägt wird, man müsse nur den Geist wirken lassen und darin wandeln und der Rest passiere von selbst, die Gemeinschaft von Christen suchen und/oder stark in der Bibel sein.

Dabei hat alles einzelne seine Richtigkeit, wird mir hier aber teilweise der Gläubige selbst zu wenig in die Verantwortung für sein Leben genommen. Mir gefallen dagegen die Gedankengänge, die Wright in seinem Buch darlegt, in dem er sagt, dass beim Beginn des Glaubens alte Verhaltensgewohnheiten, sprich der alte Charakter, abgelegt und neue Verhaltensgewohnheiten entwickelt und gepflegt werden müssen. Und hier hat der Gläubige selbst eine starke Verantwortung!

Mich erinnert das an die Bibelstelle aus Eph 4,22ff die ich letztens gelesen habe, in der ganz deutlich von klaren Aufforderungen im Bezug auf den ehemaligen Lebenswandel (man kann es auch den Charakter nennen) und auf den neuen Lebenswandel gesprochen wird.

 

 


Paulus zum Abschied / Impuls für (m)einen Leiterwechsel

Heute war mein letztes offizielles Treffen im Leitungsteam von festpunkt. Einem sozial-missionarischem Projekt für Kinder- und Jugendliche und deren Familien aus dem Stadtteil meiner Gemeinde, dass ich zusammen mit 2 anderen Personen 2007 gegründet und seitdem auch geleitet habe. Die Vision dahinter ist,

 Durch festpunkt wollen wir mit Kids und Teens aus Bi-Heepen das Evangelium von Jesus teilen und gemeinsam leben.

Nach so vielen Jahren und unendlichen Begegnungen mit Kindern- und Jugendlichen auf der einen Seite und mit vielen Mitarbeitern auf der anderen Seite gehe ich diesem “Abschied” bzw. Wechsel schon mit einem mulmigen Gefühl entgegen. Ich freue mich, dass zwei gute Leiter folgen und es ein motiviertes Leitungsteam gibt und bin daher guter trotz des Gefühls guter Dinge. Einfach weil ich weiß, dass Gott sein Werk zu Ende führt und so ein Wechsel viele gute Impulse bringen wird. Und ich auch für den Anfang ja in Bielefeld wohnen bleibe und so den Übergang noch gut begleiten kann.

In der Zeit mit Gott am Morgen habe ich die Abschiedsrede von Paulus an die Ältesten der Gemeinde in Ephesus aus Apg 20,17ff. gelesen und konnte daraus am Abend einige Gedanken weitergeben. Solche Texte finde ich interessant, da beim Abschied oder zum Ende hin häufig die wichtigsten Inhalte auf den Punkt gebrachten.

 

 


Abkehr vom Glauben – Wenn junge Menschen aufhören zu glauben // Newsletter Jugendforschung

Der letzte Newsletter der Initiative für werteorientierte Jugendforschung befasst sich mit dem Thema, warum junge Menschen aufhören zu glauben und die damit zusammenhängenden Herausforderungen für die Jugendarbeit. Ziel der Ausgabe ist:

Es kommt gar nicht so selten vor: junge Menschen kehren dem Glauben und ihren Kirchen und Gemeinden den Rücken. Nicht jeder, der einmal zu Gott gefunden hat und seinen Glauben aktiv lebt, bleibt sein Leben lang ein “frommer Christ”. Darüber zu reden, fällt Christen oft schwer, auch in der Jugendarbeit. Das Thema ist besetzt mit Selbstvorwürfen, unbefriedigenden Erklärungsversuchen oder wird einfach verdrängt.

Dieser Newsletter von Markus Karstädter fragt nach den Gründen der “Dekonversion”. Was ist “Entkehrung”, welche Gründe gibt es dafür und was können Gemeinden und Jugendleiter tun? Eine hilfreiche Dokumentation zu einem klassischen Tabu-Thema. Hilfreich auch für betroffene Eltern.

Ich finde das Thema insbesondere unter dem Aspekt interessant, dass viele Jugendliche, die christlich aufgewachsen sind, in der Pubertätszeit den Glauben hinterfragen und herausgefordert sind, diesen bewusst für sich zu interpretieren, anzunehmen und auszuleben. Dies beinhaltet bestimmte Glaubenssätze, Grundsatzfragen an die Bibel und die von Eltern und Gemeinde vermittelnden Werte&Normen.
Wird in dieser Zeit keine gute Begleitung gegeben, wird es schnell passieren, dass diese Jugendlichen entweder an ihrem Hinterfragen verzweifeln und ggfs. den Glauben sofort oder später verwerfen oder mit der Zeit die Fragen nicht mehr so wichtig angesehen werden. Häufig fehlt dann aber auch die Bereitschaft und Fähigkeit sich in der Zukunft mit Kritik und Zweifeln am eigenen Glauben umzugehen.

In dem Newsletter werden verschiedene Gründe aufgezählt (angelehnt an einer Studie des Instituts empirica, warum junge Menschen den Glauben den Rücken kehren:

Für den Umgang in der Jugendarbeit schlagen sie vor:


Selbstkritik: Göring-Eckhardt gibt Fehler in der Familienpolitik zu

In diesem Artikel geben die Grünen einige Fehler in der Familienpolitik zu, die sie zuletzt gemacht haben.

Diese beiden Zitate finde ich aussagekräftig:

Die totale Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt habe aber eine Schattenseite und führe zu einer Gesellschaft, in der kein Raum mehr für Beziehungen bleibe. Das gelte auch für Familien.

„Die große Individualisierung bringt als Kehrseite die große Einsamkeit. Das ist nichts für die Grünen“, sagte Göring-Eckardt.

Das ist gut gesagt auch wenn das für Niemanden gut ist. Egal ob grün, rot, schwarz oder was auch immer.